Fuchsmühl
05.12.2018 - 11:37 Uhr

„Das bin ich den Menschen schuldig"

Philomena - wie sie eigentlich heißt - wird die 87-jährige Fuchsmühlerin wohl von kaum jemandem gerufen. Bekannt ist die gebürtige Wondreberin als „Weiß-Minne“. Ihr soziales Engagement wird weit über die Ortsgrenzen hinaus geschätzt.

Geboren und aufgewachsen ist die sozial eingestellte Fuchsmühlerin Minne Weiß in Wondreb. Bild: wro
Geboren und aufgewachsen ist die sozial eingestellte Fuchsmühlerin Minne Weiß in Wondreb.

„In jungen Jahren war ich schwer krank“, erzählt sie im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Dankbar habe sie nach ihrer Genesung gelobt, fortan Gutes zu tun und bedürftige Menschen zu unterstützen. Das gegebene Versprechen machte sie zu ihrem Lebensinhalt. "Ich bin stolz darauf", blickt sie auf ihre Arbeit zurück.

In ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der Fuchsmühler Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen wurde der „Ball des Jahres“ ins Leben gerufen und viele Jahre fortgeführt. Die beachtliche Bilanz der Benefizabende: rund 64.000 DM, die seinerzeit im Jugendheim zusammenkamen. Die Spenden wurden der Münchner „Elterninitiative im Haunerschen Kinderspital“ zur Verfügung gestellt. Verwendung fanden sie bei der Unterbringung der Mütter am Krankenbett von krebskranken Kindern, um den Heilungsprozess zu fördern. Die Anerkennung ließ nicht auf sich warten: Eine Fuchsmühler Delegation um Minne Weiß gehörte zu den Ehrengästen bei den Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Klinik. „Weitere Besuche in München folgten“, lässt Weiß anklingen und bedauert, dass der „Ball des Jahres“ und die damit verbundene Aktion inzwischen eingestellt ist.

Bereits seit der Reaktor-Katastrophe in Tschernobyl im Jahr 1986 ruft Minne Weiß zu einer Sammelaktion auf, die sie bis heute nicht loslässt. Die Anzahl der Kleidungsstücke, Decken und Bettwäsche, die der Spenden-Initiator Josef Ziegler seitdem per Lastwagen dorthin liefert, ist immens. „Ich kann auch nicht sagen, wie viel Geld gespendet wurde.“ Im Gespräch verweist die sozial eingestellte Fuchsmühlerin auf die bereits erneut angelaufene Aktion und verspricht: „Ich sammle weiter, auch trotz meiner angeschlagenen Gesundheit.“ Weiß fügt hinzu: „Das bin ich den Menschen in der Ukraine schuldig.“ Eine Ikone aus der Region Tschernobyl, mit der sie für ihr Wirken beschenkt wurde, hat einen Ehrenplatz in ihrer Wohnung gefunden.

So ganz nebenbei erwähnt Minne Weiß auch die kleinen Dinge im Alltag, mit denen sie ihr soziales Engagement zuletzt ausdrückte. Dazu gehörten unter anderem auch die Kirchgeld-Haussammlungen, zudem auch die regelmäßigen Krankenbesuche in den umliegenden Kliniken. „Ich habe dort Geschichten erzählt und aus Büchern vorgelesen. An Weihnachten brachte ich kleine Geschenke, Stollen oder Plätzchen vorbei, um damit zur Genesung der Patienten beizutragen.“ Eines bedauert Minne Weiß, die sich viele Jahre lang auch als Lektorin und Kommunionhelferin in der Fuchsmühler Wallfahrtskirche "Maria Hilf" einbrachte, aber schon: „Ich muss leider ein wenig kürzer treten.“

Die Ikone stammt aus Tschernobyl und ist ein Geschenk für die fortwährende Unterstützung durch Minne Weiß. Bild: wro
Die Ikone stammt aus Tschernobyl und ist ein Geschenk für die fortwährende Unterstützung durch Minne Weiß.
 
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