25.04.2019 - 12:38 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Musikverein setzt auf die Jugend

Der Musikverein Wiesau und Umgebung spielt bei zahlreichen Veranstaltungen auf. Viel Zeit investiert er in die Nachwuchsarbeit. Dirigent Josef Polata lässt in der Jahresversammlung aber auch Kritik anklingen.

Im Namen des Musikvereins ehrte Zweiter Vorsitzender Christian Hampel (hintere Reihe, links) Herbert Merkl, Christine Englmann und Manfred Reichel (von links) für ihre langjährige Mitgliedschaft. Johannes Schöner (hintere Reihe, Zweiter von links) wurde für sein 15-jähriges Engagement als Vorsitzender vom Kreisvorsitzenden des Nordbayerischen Musikbundes, Alexander Riedl (Dritter von rechts), ausgezeichnet. Wiesaus Zweiter Bürgermeister Fritz Holm und der Friedenfelser Bürgermeister Gottfried Härtl (von rechts) gratulierten.
von Werner RoblProfil

Die Tatsache, dass das alljährliche Mitgliedertreffen im Gasthof "Weißenstein" in Fuchsmühl stattfindet, hat einen besonderen Grund. Der Veranstaltungsort ist ein dankbares Zeichen der Besitzer-Familie Ulrich gegenüber, deren Vorfahren maßgeblich an der Gründung des Musikvereins beteiligt waren. Verbunden ist man aber auch der Gemeinde Friedenfels, machte der Vorsitzende klar.

Im Verlauf der Jahreshauptversammlung beleuchtete Johannes Schöner die Vielzahl an Einsätzen, bei denen man die Instrumente auspackte, um die Zuhörer zu unterhalten. Besonders Zeichen der Verbundenheit zu beiden Gemeinden ist das Maibaumaufstellen und die Mitwirkung bei den Volkstrauertagen in Wiesau und Fuchsmühl. Auch verwies der Sprecher auf den Nordgautag, bei dem man von Donnerstag bis Sonntag musikalisch oder als Helfer tätig war. Ein musikalisches Ausrufezeichen setzte man beim Fuchsmühler Bürgerfest.

Gute Ausbildungsarbeit

Aktiv war man auch bei Serenaden beim Fuchsmühler Markthaus und im Freizeitzentrum Neustadt. Zudem war der Musikverein Ausrichter des Konzerts des Bezirksorchesters Oberpfalz des Nordbayerischen Musikbundes. "Unseren Böhmischen Abend möchte ich als erneutes Highlight nennen", so Schöner. Problemlos sei der Dirigentenwechsel zwischen Patrick Oroudji und Josef Polata verlaufen. Schöner fasste zusammen: "Wir sind erfolgreich." Die Ausbildungsarbeit zeige Früchte: Fünf Nachwuchsmusiker absolvierten das bronzene und zwei das silberne Abzeichen.

"Jeder ist bei uns herzlich willkommen. Eine Aufnahmeprüfung findet nicht statt", kommentierte Schöner die Besetzungsprobleme bei einigen Instrumenten. Unter anderem sei man auf der Suche nach einem Tubaspieler. "Um die Spielfähigkeit unserer Blaskapelle nachhaltig sicherzustellen, investieren wir bereits seit einigen Jahren viel Zeit in die Nachwuchsarbeit." In den zurückliegenden Jahren konnten viele Nachwuchs-Musiker integriert werden. Dies hatte eine deutliche Verjüngung zur Folge. "Es ist viel Leben in der Bude, wenn freitags geprobt wird. Der Zusammenhalt der jungen Musiker ist vorbildlich", schloss er seinen Jahresrückblick. Die Grüße der Marktgemeinde Wiesau überbrachte Zweiter Bürgermeister Fritz Holm, die des Nachbarortes Friedenfels Gottfried Härtl.

Im Rahmen der musikalischen Früherziehung betreut die Waldsassenerin Christa Polata - unterstützt von Maria Hanauer - derzeit elf Buben und Mädchen, die das erworbene Können im Rahmen eines Vorspielnachmittags unter Beweis stellen können. Die Blockflötengruppe wird ebenfalls von Polata geleitet. "Wir sind jetzt in der Phase, wo jede Woche auch ein anderes Instrument vorgestellt wird", informierte die Verantwortliche. Ein positives Fazit zog sie auch bei den neun Buben und Mädchen, die sich "Mu-Wie-Kids" nennen. "Die Proben finden einmal im Monat statt." Leider sei die Gruppe - wie Polata mit Blick auf die Instrumentenbesetzung bedauerte - derzeit noch sehr "holzlastig". Aushängeschild der Nachwuchsabteilung sind die "JuWies". Das kleine Jugendorchester wird von Christa Polata und Alfred Vollath unterstützt.

Dirigent stinksauer

Musikalisch geleitet wird die Blaskapelle von Josef Polata, der seinem positiven Rückblick auch kritische Worte folgen ließ. "Der Frühschoppen beim Nordgautag war für uns sehr enttäuschend", hob er an und bemängelte den Aufwand, den seine Leute für nur eine Stunde betrieben hätten. Polata bezeichnete die Organisation, den Frühschoppen und den Nachmittag betreffend, als "beschämend". Nach nur 60 Minuten habe man die Bühne wieder verlassen müssen. "Nach dem Festzug war das Zelt gerammelt voll und wir durften einer auswärtigen Blaskapelle zuhören." Polata fügte hinzu: "Haben wir das verdient? "Nein, ich bin der Meinung, das war ein Wiesauer Fest." Versöhnlicher äußerte er sich dagegen im Hinblick auf den Böhmischen Abend: "Ich bin sehr zufrieden, wir haben einen guten Eindruck hinterlassen." Zudem forderte der Dirigent noch mehr Termine, an denen man publikumswirksam sein Können unter Beweis stellen könne.

Ehrungen:

Treue Mitglieder ausgezeichnet

„Sowohl die aktiven als auch die passiven Mitglieder bekennen sich mit ihren langjährigen Mitgliedschaften zu den Aufgaben und Zielen des Vereins und sind somit eine große Stütze, ein großer Rückhalt und für die Vereinsführung die Bestätigung beziehungsweise Anerkennung ihrer Arbeit“, lobte Musikverein-Vorsitzender Johannes Schöner in seiner Laudatio. Der Vorsitzende fügte hinzu: „Es ist daher gute Tradition, dass man langjährige Mitglieder ehrt und somit einen Dank ausspricht.“

Mit der goldenen Vereinsehrennadel für 40 Jahre Treue wurden ausgezeichnet: Christine Englmann, Gerlinde Englmann, Herbert Merkl, Gerlinde Reichel, Manfred Reichel, August Kellner und Siegfried Schuller. Als Anerkennung für seine 15-jährige Tätigkeit als Vorsitzender wurde Johannes Schöner mit einer Ehrenurkunde gewürdigt. (wro)

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