15.06.2020 - 14:48 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Personalkosten im Kinderhaus durch Ausfälle gestiegen

Die Abrechnung für das Kindergartenjahr 2019 stand auf der Agenda des Gemeinderates. Mit fast 40 000 Euro verzeichnete Bürgermeister Wolfgang Braun ein "ordentliches" Betriebsdefizit.

Das Defizit des Kinderhaus St. Marien in Höhe von fast 40 000 Euro gleichen die Marktgemeinde Fuchsmühl und die Kirchenstiftung aus. Die Gemeinde zahlt 31 522 Euro. Unvorhersehbare Ausfälle trieben die Personalkosten in die Höhe.
von Werner RoblProfil

Jedes Jahr stellt sich die gleiche Frage: Wie viel müssen Gemeinde und Katholische Kirchenstiftung für das Kinderhaus St. Marien bezahlen? Eine Vorausschau liefert der Haushalt, genaue Zahlen die Abrechnung, die den Markträten in der Juni-Sitzung vorgelegt wurden. Aus dem Zahlenwerk, das Bürgermeister Wolfgang Braun für 2019 erstellte, geht hervor, dass 35,5 Regelkinder, 18,8 Kindern unter drei Jahren und 0,7 Kinder mit Behinderung - eingeteilt in drei Gruppen - die Einrichtung besuchten.

Die Gesamteinnahmen belaufen sich auf 497 166 Euro. Als Ausgaben wurden 536 568 Euro verbucht. Das Defizit bezifferte Braun somit auf 39 402 Euro. Der Markt Fuchsmühl übernimmt 31 522 Euro, also 80 Prozent, des Minus. Die restlichen 7880 Euro begleicht die Katholische Kirchenstiftung. Die Abrechnung habe sich trotz der angespannten Personalsituation günstig entwickelt, fasste Wolfgang Braun, Bürgermeister und zugleich Kirchenpfleger, zusammen.

Spielgeräte und Sonnensegel

Zum Stichwort Personalsituation unterstrich er Bürgermeister, dass die Lohnkosten mit rund 425 000 Euro kalkuliert waren. "Die tatsächlichen Personalausgaben lagen aber bei annähernd 448 000 Euro. Braun begründete den Anstieg mit Personalausfällen über einen längeren Zeitraum hinweg. Diese konnte man mit Stundenerhöhungen ausgleichen. Zudem wurden neue Spielgeräte und ein Sonnensegel im Außenbereich angeschafft, die für weitere Kosten in Höhe von 10 000 Euro sorgten. "Bei den übrigen Haushaltsstellen waren die Ergebnisse nahezu identisch mit den Haushaltsansätzen", merkte Braun an.

Defizit 2020 noch höher

Als sehr positiv bewertete der Bürgermeister, dass alle unter Dreijährigen betreut werden konnten. "Dies war nur möglich, weil die davon betroffenen Buben und Mädchen fast drei Jahre alt waren und die Kinder mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten in die Regelgruppen eingebunden werden konnten." Die zulässige Belegung wurde eingehalten, stellte Braun fest. Er bedankte sich beim Personal und den Unterstützern des Kinderhauses. Das Kinderhaus St. Marien sei personell gut aufgestellt, bemerkte SPD-Fraktionschef Ernst Tippmann. Dann stellte Braun den Kindergarten-Haushalt für 2020 vor. Das vorläufige Zahlenwerk schließt mit einem Defizit in Höhe von rund 72 300 Euro. Das vorgelegte Zahlenwerk wurde danach von allen Markträten gebilligt.

Bauanträge künftig anonym

Einstimmig genehmigten die Markträte auch die vorgelegten Bauanträge. Damit können in Fuchsmühl eine neue Lagerhalle mit Betriebsleiterwohnung und Fertiggaragen errichtet werden. Keine Einwände folgten auf den Antrag für den Umbau eines Dachgeschosses mit Dacherkern. Zudem möchte der Antragsteller sein Wohngebäude mit einem verglasten Freisitz ergänzen sowie einen überdachten Kellertreppenausgang und eine Außentreppe in den Garten errichten.

Grünes Licht erteilten die Markträte auch dem Plan für einen Neubau von 2 Doppelhaushälften mit je einer Doppelgarage im Baugebiet "Am Sonnenhang". Der Antragsteller versicherte der Marktgemeinde, dass der Bebauungsplan einhalten werde. Aus diesem Grund konnte man auf den Marktratsbeschluss verzichten. Einstimmig billigte man auch die Bauvoranfrage für den Neubau eines Carports.

Flurnummer nicht ausreichend

Die Namen der Antragsteller wurden in der Debatte nicht genannt. Braun verwies auf den Datenschutz. Auch künftig werde das Gremium auf die namentliche Nennung der Antragsteller verzichten, kommentierte der Bürgermeister und verwies auf die Flurnummern. Allein aus den Flurnummern könne man sich aber kein Bild über die genau Lage machen, hieß es vonseiten der Markträte. "Das ist wenig hilfreich", kommentierte Rainer Bleistein (SPD).

Bürgermeister Braun entschloss sich daher zu einem Kompromiss. Er schlug vor, den Gemeinderäten künftig eine - aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmte - Liste mit allen Namen der Antragsteller zur Verfügung zu stellen.

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