22.07.2020 - 12:40 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Polizei rückt nach Straßenblockade in Fuchsmühl an

Der Vorsitzende der BI „Gesundes Fuchsmühl“, Alfons Höcht, fordert weiterhin den Abbau eins Funkmasts. Eine erneute Protestaktion rief die Polizei auf den Plan.

von Werner RoblProfil

Bereits vor gut sechs Wochen machte der Vorsitzende der Bürgerbewegung "Gesundes Fuchsmühl", Alfons Höcht, mit einer Straßenblockade auf die - nach seiner Ansicht - Gesundheitsgefahren, hervorgerufen durch die Strahlung am Funkmast, aufmerksam. Nun legte er nach.

"Die Anlage an meinem Grundstück beziehungsweise Wohnhaus muss verschwinden", vertrat er schon im Juni vehement seine Meinung. Er forderte die sofortige Räumung der Baustelle. Der Monteur, eigens dafür nach Fuchsmühl beordert, musste, ohne die Werkzeuge und das Material auszuladen, wieder nach Hause fahren. Die geplanten Arbeiten wurden, in Absprache mit dem oberfränkischen Unternehmen, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Sperre mit drei Traktoren und Auto

Seit Dienstagnacht war die schmale, öffentliche Fahrbahn erneut dicht. Drei Traktoren und ein Auto versperrten den Weg. Wer zum Funkmast wollte, musste zu Fuß gehen. Höcht, dem kurz zuvor nahegelegt wurde, die Arbeiten nicht wieder zu behindern, entschied sich diesmal zu einer Aktion, die gleich mehrere Stunden dauern sollte. Wer die danach hinzu gerufenen Beamten davon unterrichtete, um Höcht zum Einlenken zu überreden, konnte vor Ort nicht geklärt werden.

Höcht, der Oberpfalz-Medien von der neuen Initiative informiert hatte, zeigte sich sehr ungehalten. Erneut verwies er vor Ort auf die Unterschriftenaktion, an der sich vor genau einem Jahr knapp 370 Bürger beteiligten. Man habe die Unterschriften an Bürgermeister Wolfgang Braun im Rathaus übergeben und um seine Unterstützung gebeten. "Auf die Hilfe des Bürgermeisters warten wir bis heute vergeblich", klagte der Fuchsmühler.

Stattdessen fand im Oktober eine Informationsveranstaltung statt. "Um die Leute zu beschwichtigen", kommentierte Höcht die Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle. Man lasse sich aber nicht für dumm verkaufen, verwies der Protestführer auf die von ihm gesammelten Messwerte, aber auch auf fachliche Stellungnahmen. Damit macht er bereits seit Monaten auf das aus seiner Sicht bestehende "Strahlen-Problem" am benachbarten Funkmast aufmerksam.

Als Beleg nennt der Sprecher eine erhöhte Anzahl an Krebserkrankungen in der Nachbarschaft rund um den Mast. Wie Höcht anklingen ließ, hatten sich er und seine Mitstreiter vor wenigen Tagen, bislang vergeblich, auch an den Landrat und den Kreistag gewandt. "Seitdem warten wir auf eine Reaktion."

Im Juni hatte Alfons Höcht mit seiner Blockade noch Erfolg:

Fuchsmühl

Höcht zeigte sich beim Eintreffen der fünf Polizisten am Mittwochfrüh deutlich ungehalten. Wenig beeindruckt beharrte er aber auf sein Ansinnen und sagte: "Wir leben in einer Demokratie. Die Sperre bleibt, die Fahrzeuge bleiben hier stehen." Er lasse sich von niemandem einschüchtern. "Ich werde auch weiterhin mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den Funkmast kämpfen."

Polizisten finden richtige Worte

Während die Beamten auf Höcht einwirkten, traf der Bautrupp - ein Subunternehmer der Deutschen Telekom aus Oberfranken - an der gesperrten Straße ein. Die Monteure zeigten sich von der erneuten Aktion Höchts aber wenig überrascht. Die Oberfranken erklärten, dass sie vor einigen Wochen schon einmal vor Ort waren. Auf deutlichem Druck von Alfons Höcht jedoch mussten sie die Baustelle wieder räumen.

Energisch erinnerte der Sprecher der Bürgerbewegung noch einmal an die gesundheitlichen Gründe, die ihn dazu veranlassten, zu dieser Maßnahme zu greifen. Schließlich gelang es Polizeihauptkommissar Thomas Dietrich, den Fuchsmühler umzustimmen. Dietrich ließ anklingen, dass er für die Sorgen der Bürger durchaus Verständnis zeige. Die Rechtslage mache aber eine Räumung erforderlich, so der Beamte. Nach Ansicht Höchts wurde er aber lediglich "gezwungen, freiwillig zu handeln." Gegen 8 Uhr erfolgte das Ende der Straßensperre. Höcht machte den Weg frei, die angeforderte Polizei rückte wieder ab. Die Protestschilder, die Höcht auf seinem Grundstück aufgestellt hat, blieben jedoch stehen.

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