Mit der vom Regionalen Planungsverband Oberpfalz Nord geforderten Meldung von Flächen für Windenergienutzung beschäftigte sich der Marktgemeinderat Fuchsmühl in seiner jüngsten Sitzung. Anhand einer vom Planungsverband erstellten Landkarte, in der farblich auch die prozentualen Windgüteklassen (ab 50 Prozent) eingearbeitet wurden, beleuchtete Bürgermeister Wolfgang Braun Areale im Westen und im Norden der Marktgemeinde Fuchsmühl. Beide weisen jeweils eine Windgüteklasse von 70 Prozent auf und wären daher grundsätzlich für Windräder geeignet.
Für Bürgermeister Braun war klar, dass man den westlichen Teil des Gemeindegebiets - den Steinwald zwischen Hackelstein und Güttern - ausschließen sollte. Stattdessen hielt er das Areal im Norden für geeignet. Jenseits der eigenen Gemeindegrenzen hätten dort auch schon die Marktgemeinde Wiesau und die Gemeinde Pechbrunn Potenzialflächen bestimmt. Braun empfahl daher, sich diesen beiden Kommunen anzuschließen.
Mindestens ein Kilometer Abstand
Braun bezifferte die Größe der dortigen Flächen auf dem eigenen Gemeindegebiet auf insgesamt 50 Hektar. Ferner hätten die Standorte einen Abstand von mindestens einem Kilometer zu jeder Bebauung, so Braun. Ergänzend teilte er mit, dass der Markt Fuchsmühl gefordert sei, dem Planungsverband bis zum Jahr 2032 circa 26,7 Hektar zu melden (entspricht 1,8 Prozent der Gemeindefläche). Abschließend betonte er, dass die gemeldeten Gebiete in einem weiteren Verfahren auf ihre tatsächliche Eignung als Windkraft-Standorte untersucht würden. Auch hierfür sei der Planungsverband mit Sitz in Neustadt an der Waldnaab zuständig.
Brauns Vorschlag zur Auswahl des Areals im Norden wurde von der SPD mitgetragen. "Wir hätten aber eine Bitte", bemerkte Fraktionssprecher Ernst Tippmann. Der SPD-Gemeinderat drängte auf die Aufnahme eines Vermerks, wonach auch der Artenschutz bei der Standortwahl relevant sein müsse. Tippmanns Fraktionskollege Rainer Bleistein erinnerte an den Artenreichtum im "sensiblen Bereich" rund um den Teichelberg. Alternativ rückte er den seiner Ansicht nach besser geeigneten Bereich im Fels- und Waldgebiet Plößberg - im Naturpark Steinwald - in den Fokus.
"Von oben nach unten auferlegt"
Ein Artenreichtum sei doch auch am Plößberg vorhanden, konterte CSU-Fraktionssprecher Markus Troesch. Dieser holte weiter aus und übte auch Kritik am Gesetzgeber. "Der Bund hat das von oben nach unten, also dem Land und den Gemeinden, auferlegt." Damit müsse man jetzt leben und versuchen, das Beste daraus zu machen, bedauerte Troesch. In der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes sah Troesch eine "Aufweichung" zugunsten von Windrädern. "Natur- und Artenschutz interessieren nun nicht mehr. Ich finde das nicht gut", meinte der Marktrat.
Troesch bekräftigte seine Meinung, dass der Naturpark vor Windrädern geschützt werden müsse. Konkret forderte Troesch, dass keine Anlagen auf den Höhen des Steinwalds, vor allem nicht in den Bereichen Hackelstein, Platte, Plößberg und zentraler Naturpark, errichtet werden dürfen.
"Die Flächen mit den wenigsten Nachteilen sind die an den Grenzen zu Pechbrunn und Wiesau", so Troesch weiter. Diese Lösung stehe für das "Prinzip des geringsten Übels". Eine interkommunale Zusammenarbeit sei in diesem Bereich sinnvoll. Troesch schob noch nach: "Diejenigen, die Windräder kategorisch ablehnen, sind scheinheilig und folgen nur dem Sankt-Florians-Prinzip." Diese Leute "sollten weiterträumen". Im Namen der CSU-Fraktion versicherte Troesch: "Wir befürworten den Vorschlag des Bürgermeisters."
Langes Ringen
Mit dem von Rainer Bleistein (SPD) zuvor ins Spiel gebrachten Bereich Plößberg konnte sich Christopher April überhaupt nicht anfreunden. Der Fraktionssprecher der Freien Wähler plädierte für die bereits vorgeschlagene "kompakte Lösung" im Norden des Gemeindegebiets und einen Dialog mit den Nachbargemeinden. Ihre Meinung äußerte auch CSU-Markträtin und Zweite Bürgermeisterin Andrea Hecht, die, wie sie erklärte, lange mit sich gerungen und die Vor- und Nachteile von Windkraft abgewogen habe. "Mit dem Wind-an-Land-Gesetz wurde uns das Messer auf die Brust gesetzt", kritisierte Hecht und ergänzte. "Ich werde aber, wenn auch mit Bauchschmerzen, für die von Bürgermeister Braun vorgeschlagene Lösung stimmen." Rainer Bleistein erklärte, dass er mit der Meldung des Areals im Norden der Gemeinde leben könne, sofern die Einbindung des Arten- und Naturschutzes in der Meldung an den Planungsverband herausgestellt wird.
Am Ende stimmte das Gremium geschlossen für die Meldung der rund 50 Hektar großen Flächen an den Gemeindegrenzen zu Pechbrunn und Wiesau.














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