Angestoßen wird am Dienstag nun nur im kleinsten Rahmen - soweit es die Corona-Beschränkungen zulassen. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien verweist sie auf eine Behandlung im Tirschenreuther Krankenhaus und eine noch bevorstehende Rehamaßnahme in Erbendorf. "Es geht mir sehr gut“, freut sich Mine Weiß über ihre Genesung. Die beliebte und nicht nur in der Steinwaldgemeinde Fuchsmühl bekannte und geschätzte Jubilarin betont: „Alles ist gut überstanden. Ich bin zufrieden.“
Zugleich bedauert Weiß, dass das bereits geplante Fest anlässlich ihres 90. Geburtstages bereits vor vielen Wochen abgesagt werden musste. Groß mit Freunden und Weggefährten feiern, sei leider nicht möglich.
„Ich habe ein bewegtes Leben hinter mir“, beleuchtet Philomena Weiß (genannt Mine) in der folgenden Unterhaltung auch ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement. Drei Jahrzehnte lang war sie in der Tschernobyl-Hilfe aktiv. Weiß sammelte Decken, Kleidung und Bargeld für notleidende Menschen in der Ukraine. Ebenso 30 Jahre lang unterstützte sie als Lektorin und Kommunionhelferin die Geistlichen während der Gottesdienste in der Wallfahrtskirche "Maria Hilf" in Fuchsmühl.
Ferner war sie zwölf Jahre lang im Gemeinde- und auch im Pfarrgemeinderat tätig. Mine Weiß machte sich die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) zur Herzensangelegenheit. „Bereits vor vielen Jahren habe ich mich aber zurückgezogen, um für Jüngere Platz zu schaffen“, erklärt sie zu ihrem vielfältigen Engagement, das ihr „immer Freude machte“. Unter anderem warb sie um Spenden, um klinische Behandlungen für krebskranke Kinder zu sichern. Mine Weiß findet das alles selbstverständlich: „Jemandem zu helfen, war mir stets ein besonderes Anliegen."
Mine Weiß ist keine waschechte Fuchsmühlerin. „Zur Welt kam ich in Wondreb.“ Die Liebe zu ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann verschlug sie in die Steinwaldgemeinde, wo sie eine Familie gründete und auf vielen Gebieten die Ärmel hochkrempelte. „Es war immer mein Ziel, Kranken und Schwachen zu helfen.“ Das soziale Engagement von Mine Weiß wurde weit über die Region hinaus bekannt. Für ihre Leistungen wurde sie vor einigen Jahren mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zudem erhielt Weiß eine Ehrung aus der Region Tschernobyl.
Zum Dank für ihr soziales Wirken wurde die Fuchsmühlerin vor acht Jahren vom Landkreis Tirschenreuth durch den damaligen Landrat Wolfgang Lippert mit der Andreas-Schmeller-Medaille ausgezeichnet. „Du beweist menschliche Größe Tag für Tag“, würdigte der Fuchsmühler Bürgermeister Wolfgang Braun im Rahmen eines Ehrenabends die Arbeit von Mine Weiß. 2011 ernannte sie der SPD-Ortsverein zum Ehrenmitglied.
Die Einstellung zur Gemeinde Fuchsmühl und den Bürgern spiegelt sich auch in den Vereinsmitgliedschaften wider. Neben der AsF und der SPD gehört die Jubilarin seit vielen Jahren der Laienspielgruppe, der AWO, dem BRK, der Caritas, dem Gartenbauverein, der KAB, dem Mütterverein, dem Schäferhundeverein, dem Nockalm- und Brigitte-Traeger-Fanclub und weiteren Vereinen an. "Es gab immer einen guten Grund, den Menschen zu helfen", fasst Weiß zusammen.
„Ich finde es sehr schade, dass ich meinen 90. Geburtstag leider nicht so feiern darf, wie ich es vor einem Jahr an meinem 89. Geburtstag geplant beziehungsweise versprochen habe“, bedauert die Jubilarin noch einmal im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Weiß fügt hinzu: „Das holen wir nach. Ich verspreche es.“
Hier ein Bericht zu einer Sammlung für Notleidende in der Ukraine















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