„Die Feuerwehren sind heute wichtiger denn je“, würdigte Landrat Wolfgang Lippert. Stellvertretend für die Ehrengäste - Plößbergs Bürgermeister Lothar Müller (in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetags im Landkreis), Mitterteichs Bürgermeister und stellvertretender Landrat Roland Grillmeier und Bezirksrätin Brigitte Scharf - sprach er die Grußworte. „Die Größe spielt nur eine untergeordnete Rolle“, betonte der Landkreischef. „Ist jemand im Auto eingeklemmt, ruft man die Feuerwehr. Muss eine Ölspur auf der Straße gebannt oder Schnee vom Dach beseitigt werden, macht man das ebenso.“ Die Feuerwehr rette auch in Not geratene Tiere, beleuchtete Lippert die vielfältige Art der Alarmierungen. „Die Feuerwehr wird immer mehr zu einem Mädchen für alles“, fasste der Landrat die technischen Hilfeleistungen zusammen, die die Kameraden regelmäßig und in verstärktem Maß an die Einsatzorte rufen. „Ich wünsche euch wenig Einsätze. Und kommt wieder gut nach Hause."
„Ich habe heute eine gute und eine schlechte Nachricht“, eröffnete Kreisbrandrat Andreas Wührl seinen umfassenden Rückblick und schickte die negative voraus: "Von den 104 Feuerwehren sind 5 noch nicht Mitglied im Kreisfeuerwehrverband Tirschenreuth." Folgen ließ der Vorsitzende die gute Nachricht: Seit der letzten Vollversammlung im Januar 2018 seien 3 Wehren beigetreten, beleuchtete der Sprecher den erfreulichen Neuzuwachs durch die Brandschützer aus Neudorf-Rosenbühl, Wernersreuth und Hardeck. „Der Bayerische Feuerwehrverband – gegründet vor 25 Jahren - ist heute wichtiger denn je“, bekannte Wührl an anderer Stelle. Trotz des Jubiläums habe man auf große Feierlichkeiten bewusst verzichtet.
„In den zurückliegenden zweieinhalb Jahrzehnten habe man Standards gesetzt“, bilanzierte der Sprecher zudem auch das hohe Ausbildungs- und Ausstattungsniveau. Gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband sei der Landkreis stets bemüht, das positive Image der Wehren nach außen zu tragen. Wührl erinnere an bekannte Schlagworte: „Im Katastrophenschutz Nummer 1“ oder „Wir sind dabei: Wo bleibst Du?“, zudem auch an den aufmunternden Slogan „Frauen zur Feuerwehr“. Wührl: „Vom Feuerwehrverband des Freistaates, zweifellos auch vom Landkreisverband, ebenso auch von deren Kampagnen, profitieren nicht zuletzt die Kommunen.“ Als Beispiel nannte Andreas Wührl den Brandübungscontainer, der den angeschlossenen Feuerwehren kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Aktueller Nutznießer seien die Atemschutzträger der Wiesauer Feuerwehr, denen die Übungseinrichtung im kommenden Oktober überstellt wird.
„Regelmäßig angeboten wird auch ein Fahrsimulator, für den sich aktuell die Standorte Waldershof und Tirschenreuth beworben haben.“ Noch einmal nutzte Wührl die Gelegenheit für einen Werbeaufruf an die Nichtmitglieder: „Vielleicht sind diese Leistungen ein Ansporn, aktiver Partner dieser wichtigen Verbandsorganisation zu werden. Wir warten schon gespannt auf das 100. Mitglied im Kreisfeuerwehrverband.“ Erwartet wurden am Abend in der Fuchsmühler Mehrzweckhalle auch die aktuellen Zahlen aus der Einsatzstatistik für 2018. Das Jahr schloss mit rund 2601 Einsätzen. Davon waren 1685 Alarmierungen technische Hilfeleistungen. „Wir verzeichnen damit einen deutlichen Anstieg von 270 Einsätzen im Vergleich zu 2017“, so der Kreisbrandrat.
Aufgelegt wird in Kürze ein neues Projekt zur Brandschutzerziehung. Gefördert werde auch die Anschaffung mehrerer Schwimmsauger. Über die flächendeckende Verteilung werde man sich intern noch beraten, versprach der Kreisbrandrat. „Die Flash-Box für die Atemschutzausbildung findet Anklang." Ins Leben gerufen habe man nun auch einen Fachbereich für die Kinderfeuerwehren, der von der Schwandorferin Denise Ackermann betreut wird. „Aktuell sind 18 Kinderfeuerwehren mit 241 Buben und Mädchen in der betreuten Region - Landkreis Tirschenreuth - bekannt.“ Die Tendenz sei steigend, freute sich der Brandrat über die positive Entwicklung. „Ein wichtiges Ziel bleibt die Umsetzung der Tagesalarmierung“, schloss Andreas Wührl.
Den Kassenbericht lieferte Ehrenkreisbrandmeister Wilhelm Horn; die Entlastung erfolgte einstimmig. Die Berichte aus den einzelnen Fachbereichen legten Kreisbrandmeister Dieter Höfer (Ausbildung und Wettbewerbe), Kreisbrandinspektor Stefan Gleißner (Sprechfunk und Kommunikation) und Kreisbrandmeister Albert Fröhlich (Brandschutzerziehung) vor.
Infos zum Feuerwehrnachwuchs
„Die Abnahme der Deutschen Jugendleistungsspange fand zusammen mit 48 Feuerwehranwärtern im Juli in Erbendorf statt“, informierte Kreisjugendfeuerwehrwart Wolfgang Bauer aus Krummennaab, der das Amt von Achim Grassold im Mai übernommen hatte. In seinem Rückblick ließ der Krummennaaber Kreisbrandmeister auch die Jugendolympiade am 28. Juli in Kulmain anklingen, aus der Erbendorf, vor Hohenthan und Waldeck/ Oberbibrach, als Sieger hervorging. „Wieder einmal konnte auch der Werner-Baier-Gedächtnismarsch abgehalten werden“, erinnerte Bauer an die Veranstaltung, mit deren Organisation die Wehr aus Konnersreuth beauftragt worden war. Platz eins belegte Waldeck. Auf den weiteren Rängen landeten Vordorf (Landkreis Wunsiedel) und der Nachwuchs aus Löschwitz/ Kaibitz. Beim Jugendwissenstest rückte die Fahrzeugkunde in den Mittelpunkt. Aus den Bereichen West, Mitte und Ost nahmen insgesamt 415 Jugendliche, 111 davon zum ersten Mal teil. „Künftig werden wir auch die Abzeichen für die Stufen 4 bis 6 einführen“, versprach Bauer mit Blick auf die veränderte Altersstruktur der Jugendlichen.
„Derzeit sind 461 männliche Feuerwehranwärter bzw. 211 Anwärterinnen gemeldet, die für die Ausbildung zusammengerechnet rund 8700 Stunden aufgewendet haben“, so Bauer. „Leider melden 40 Jugendfeuerwehren Nachwuchssorgen.“ (wro)
Ehrennadeln und Ehrenkreuze
„Die Auszeichnungen sollen ein äußeres Zeichen des Dankes und der Anerkennung für viele Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Feuerwehrdienst sein“, bekannte Kreisbrandrat Andreas Wührl, der – später auch unterstützt von den Kreisbrandinspektoren Stefan Gleißner und Otto Braunreuther – zum Höhepunkt des Abends, den Ehrungen, überleitete.
Die Ehrennadel in Gold des Kreisfeuerwehrverbandes wurde Albert Vollath (Erbendorf) angesteckt. Das Ehrenkreuz in Silber des Kreisfeuerwehrverbandes bekamen: Christian Betzl (Tirschenreuth, vorher Münchenreuth), Friedrich Grillmeier (Ottengrün), Fritz Leicht, Fachberater für Gefahrgut, Reinhold Marschall (Ottengrün) und Kreisbrandmeister Herbert Thurm.
Das Ehrenkreuz in Silber vom Landesfeuerwehrverband Bayern erhielt Kreisbrandmeister Alois Schindler. Das Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes bekamen Kreisbrandinspektor Lorenz Müller und Kreisbrandrat Andreas Wührl. (wro)














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