26.07.2019 - 09:47 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Unterschriften gegen Mobilfunk

Der Protest gegen Mobilfunkanlagen wächst. 369 Gegner haben auf einer Unterschriftenliste unterschrieben. Sie fordern den Abbau eines Mobilfunkmasts nahe der Kirche.

Stefanie Höcht, Alfred Wurm, Anni Koller, Alfons Höcht und Ludwig Bächer (von links) übergaben Bürgermeister Wolfgang Braun (Dritter von links) 369 Unterschriften von Bürgern aus Fuchsmühl, die sich einer Bürgerinitiative angeschlossen haben. Sie protestieren gegen einen ihrer Meinung nach für Mensch und Tier gefährlichen Mobilfunkmast.
von Ulla Britta BaumerProfil

Ende Juni haben Alfons Höcht und einige Bürger aus Fuchsmühl zum öffentlichen Widerstand gegen den Mobilfunkmast nahe der Wallfahrtskirche "Maria Hilf" aufgerufen. Damit ist die Mobilfunkanlage nicht das erste Mal in den kritischen Fokus zahlreicher Fuchsmühler gerückt. Widerstand dagegen keimt seit dem Bau vor fast 20 Jahren immer wieder auf. Diesmal regt sich der Protest massiv, die Bürgerinitiative "Gesundes Fuchsmühl" fürchtet um das Wohl der Bevölkerung, das durch schädliche Strahlungen der Mobilfunkanlage gefährdet sei.

Alfons Höcht, Sprecher der BI, hat im Juni deshalb bereits gut 200 Unterschriften von Bürgern gesammelt, die sich dafür aussprechen, dass der Mobilfunkmast abgebaut wird. Am Donnerstag haben nun einige BI-Mitglieder an Bürgermeister Wolfgang Braun im Rathaus die Unterschriftensammlung übergeben. Inzwischen gibt es 369 Unterzeichner. Sie fordern "den Abbau des Mobilfunkmasts am Brand bei der Wallfahrtskirche mit all seinen Sendeantennen".

Schwer erkrankt

Auch vor Bürgermeister Wolfgang Braun begründete Sprecher Alfons Höcht die Beweggründe für die Unterschriftensammlung mit gesundheitsschädlichen Strahlungen. Laut Meinung der BI seien viel zu viele Bürger, die nahe der Mobilfunkanlage leben, schwer erkrankt. Die BI-Mitglieder und Unterzeichner sorgen sich, dass diese Krankheitsfälle durch Strahlungen bedingt sein könnten. Sie fordern die Verantwortlichen im Marktgemeinderat auf, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, damit der Mast mit seinen Antennen stillgelegt werde.

Man hoffe im Interesse der Bürger, dass dem Anliegen Rechnung getragen werde, sagte Höcht, der Verständnis für die Bürger einforderte. Er bedankte sich bei Bürgermeister Braun, dass er mit der persönlichen Entgegennahme der Unterschriften Interesse an den Sorgen der Bürger zeige. "Wir geben erst auf, wenn der Mast gefallen ist", bestärkte Höcht, der an Leukämie erkrankt ist, die Forderungen der BI-Mitglieder zum sofortigen Abbau des Mobilfunkmasts. Bürgermeister Wolfgang Braun informierte die Mobilfunkmast-Gegner, dass er dies zur Kenntnis nehme. Jedoch könne der Markt Fuchsmühl nichts unternehmen, die Anlage sei in Privatbesitz.

Messungen

Man werde aber die Lage weiterhin beobachten und weiterhin Messungen hinsichtlich der erlaubten Grenzwerte der Strahlungen vornehmen lassen. Feststellbar sei bisher gewesen, dass die Strahlungen deutlich unter den Grenzwerten lägen. Die Einwände der BI werde man an die Strahlenschutzkommission weiterleiten. "Es tut mir furchtbar leid. Aber es gibt Verordnungen, die wir akzeptieren müssen", sagte Braun.

Die BI "Gesundes Fuchsmühl" stützt sich nach der Abgabe der Unterschriftenliste an den Bürgermeister und die Markträte weiterhin auf die Unterzeichner, die einen sofortigen Abbau der Anlage und der Antennen fordern. Am Freitag, 2. August, um 15 Uhr ruft die BI zur "2. Protest- und Informationsveranstaltung" am Mobilfunkmast bei der Wallfahrtskirche auf. Treffpunkt ist auf dem Tannenhof Höcht bei Sprecher Alfons Höcht. Weitere Interessierte und neue Mitstreiter sind willkommen.

Der Widerstand geht weiter. Gestärkt durch 369 Unterschriften ruft die BI "Gesundes Fuchsmühl" zur zweiten Protest- und Informationsveranstaltung auf der Wiese nahe des Mobilfunkmasts (im Hintergrund zu sehen) auf.
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