Hubert Bittner ist stinksauer. Was bei ihm in der Konrad-Adenauer-Straße in Fuchsmühl abgeht, könne er nicht nachvollziehen. Denn seit einiger Zeit steht dort ein Schild, das das Parken auf dem Gehweg erlaubt. "Wenn die Autos da parken, kommt kein Mensch mehr daran auf dem Gehweg vorbei", wettert Bittner.
Rückblick: Im Sommer vorigen Jahres ging bei der Polizeiinspektion Tirschenreuth eine anonyme Anzeige gegen die Gemeinde ein. Grund für die Bürger-Beschwerde waren die widerrechtlich abgestellten Autos auf dem Gehweg in der Konrad-Adenauer-Straße. In der Juni-Sitzung 2021 diskutierte der Fuchsmühler Gemeinderat ausführlich darüber und war der Meinung: Mit Anzeigen bei der Polizei sei das Problem nicht zu lösen. Eine bürgernahe Lösung wurde damals favorisiert und es sollte auf die Anlieger eingewirkt werden, dass sie verstärkt die Hofeinfahrten zum Abstellen ihrer Fahrzeuge nutzen. Die Schaffung von Parkplätzen stand nicht zur Debatte.
Halteverbot abgelehnt
Bürgermeister Wolfgang Braun lehnte ein Haltverbot mit der Begründung ab, dass dort in der Regel die Anlieger parken würden. In der Sitzung im August einigte sich man einstimmig darauf, das Verkehrsschild mit der Nummer 315 "Parken auf den Gehwegen" aufzustellen.
Das Schild steht inzwischen. "Als ich eines Morgens raus kam, war es da", erzählt Bittner. "Nach intensiven Beratungen hat die Gemeindeverwaltung endlich die ideale Lösung gefunden und zwar durch anbringen des Schildes StVO 315, Parken auf dem Gehweg erlaubt", meint der Anwohner ironisch. Für ihn ein Schildbürgerstreich. "Das Schild widerspricht jeder Vorschrift. Das ist einfach nur lächerlich, unmöglich."
Bittner, der seit 18 Jahren mit seiner Frau Angelika in der Konrad-Adenauer-Straße wohnt, will das so nicht hinnehmen. "Wenn die Autos parken, kommt keiner vorbei. Meine Schwiegermutter sitzt im Rollstuhl. Da muss ich damit immer auf die Straße runter." Keine 40 Zentimeter würden zwischen den Autos und den Gartenzäunen Platz sein. "Sogar zu Fuß hat man da kaum eine Chance, daran vorbeizukommen." Jetzt im Winter sei die Situation mit dem Schnee sogar noch verschärft.
Wenn alle Anlieger ihre Garagen und Stellplätze vor den Häusern nutzen würden, wäre das kein Problem, so Bittner. "Aber die sind alle zu faul." Der Bürgermeister müsste nicht nur Gespräche mit den Anwohnern führen, sondern auch fordern, dass diese auf ihren Grundstücken parken. Um die Situation zu entzerren, habe er vorgeschlagen, auf einem Grundstück zu Beginn der Konrad-Adenauer-Straße, Parkplätze zu errichten. Die Idee fand aber keine Zustimmung.
Nochmals im Gemeinderat
Bittner informierte sich, kontaktierte die Polizei, das Landratsamt, keiner habe sich zuständig gefühlt. Bei der Gemeinde reichte er schriftlich einen Widerspruch ein. Das Schild entspreche nicht der Straßenverkehrsordnung, es müsse weg, so seine Forderung.
"Wir haben das Aufstellen der Verkehrszeichen einstimmig im Gemeinderat beschlossen", sagt Bürgermeister Wolfgang Braun auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Es würden viele Leute in der Konrad-Adenauer-Straße wohnen, aber nur einer habe sich beschwert. Das Thema stehe aber nochmals auf der Tagesordnung des Gemeinderats an diesem Freitag.
„Das Schild widerspricht jeder Vorschrift. Das ist einfach nur lächerlich, unmöglich.“
„Wir haben das Aufstellen der Verkehrszeichen einstimmig im Gemeinderat beschlossen.“





















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.