Fuchsmühl
16.06.2026 - 15:00 Uhr

Wahl der Zweiten Bürgermeisterin in Fuchsmühl stößt Harald Höcht sauer auf

Am Ende der Sitzung bat der Marktrat der Freien Wähler von Fuchsmühl, Harald Höcht, ums Wort. Anlass seiner Rede war die Wahl der Zweiten Bürgermeisterin Kathi Stock und das Scheitern ihres Konkurrenten Christian Wallner.

Deutliche Worte fand FW-Marktrat Harald Höchtl. Seiner Ansicht nach war die Wahl der Zweiten Fuchsmühler Bürgermeisterin eine schlechte Inszenierung.
Deutliche Worte fand FW-Marktrat Harald Höchtl. Seiner Ansicht nach war die Wahl der Zweiten Fuchsmühler Bürgermeisterin eine schlechte Inszenierung.

In der aktuellen Marktratssitzung "bedankte" sich Harald Höcht (Freie Wähler) für die, wie er es formulierte, „einstudierte Superinszenierung" zur Wahl der Zweiten Bürgermeisterin Kathi Stock von der SPD: "Dies war ein Schauspiel, das hätte die Laienspielgruppe nicht besser aufführen können.“ In einer Demokratie, fuhr Höcht fort, gebe es Wahlen, die dem Bürger die Möglichkeit geben, bestimmten Parteien beziehungsweise deren Kandidaten ihre Stimme zu geben. Er mutmaßte, dass es bei der Gemeinderatswahl im März Unzufriedene gegeben habe, die „eine Veränderung in der Gemeindepolitik" gewollt hatten. "Abgestraft wurden die CSU und die SPD. Wir aber konnten die Stimmen verdoppeln“, beleuchtete Höcht das Ergebnis der Freien Wähler (38 Prozent) in Fuchsmühl, die, weil man zwei Sitze hinzu gewann, nunmehr fast gleichauf mit der CSU (40 Prozent) seien.

Höchts Blick fiel auch auf die Bürgermeisterwahl, bei der Wolfgang Braun von 72 Prozent auf 53 Prozent abgefallen war. „Christian Wallner hätte ihn fast abgelöst", wusste Harald Höcht. "Auch deshalb hätte er es verdient, Zweiter Bürgermeister zu werden“, ergänzte er einige Wochen nach der konstituierenden Sitzung. Die Freien Wähler aber seien, so der enttäuschte Marktrat, „in keinster Weise berücksichtigt" worden.

Ausdrücklich erklärte der FW-Kommunalpolitiker, dass er das Ergebnis akzeptiere. Das Ignorieren des Wählerwillens aber fand Höcht anstandslos, respektlos und bedauerlich. "Wenn das eure Vorstellung von Demokratie sein soll, dann gute Nacht.“ Seine anschließende Frage: „Wollen wir so weitermachen oder etwas ändern, so wie es der Bürger fordert?“ Zudem erinnerte der Gemeinderat, dass ein Spiel 90 Minuten dauere, man sei erst in der ersten Minute. „Abgerechnet wird in 6 Jahren“, unterstrich er in aller Deutlichkeit. Abschließend zitierte Höcht Charles de Gaulle: „Wir haben eine Schlacht verloren, nicht aber den Krieg.“

CSU-Fraktionssprecher Harald Bächer, der Katharina Stocks Wahl zur Zweiten Bürgermeisterin bereits in der konstituierenden Sitzung verteidigt hatte, verdeutlichte, dass die Entscheidung beider Fraktionen „nicht komplett daneben" sei. „Aber die Wahl ist auch nicht dramatisch.“

In der Pause, am Übergang der öffentlichen zur nichtöffentlicher Sitzung, sprach Oberpfalz-Medien mit FW-Marktrat Wallner. Sein Scheitern kommentierte er kurz angebunden: „Ich sage nur 47 Prozent, die ich bekommen habe, mehr sag‘ ich nicht dazu.“

Sportplatz

Bei der beantragten Förderung für die Sanierung kommunaler Sportstätten geht Fuchsmühl leer aus. FW-Sprecher Christopher April erkundigte sich, ob eine Finanzspritze seitens des Bundes für den Neubau des Fußballplatzes zu erwarten sei. Nach Auskunft des Bürgermeisters werde Fuchsmühl nicht berücksichtigt. Die Anfragen waren laut Braun „zu hoch.“ Ohne eine hohe Förderung werde der Fußballplatz nicht realisierbar sein, meinte dazu April nach der Sitzung im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Der finanzielle Bedarf in Deutschland sei mit Blick auf die vielen Anträge „deutlich zu hoch, nur wenige Projekte können gefördert werden“.

Im Haushalt und in der Finanzplanung für 2026 habe man bereits den Bau der Kabinen und Sozialräume für den Fußballplatz gestrichen. "Hier sollte ein anderes Förderprogramm genutzt werden, daraus wird wohl auch nichts werden", bedauerte Christopher April: "Ich denke, dass das Projekt gestorben, zumindest aber in weite Ferne gerückt ist."

Bürgerfest

Vor Höchts Redebeitrag widmete sich Bürgermeister Braun dem bevorstehenden, längst beworbenen Bürgerfest am 20./21. Juni. Redebedarf gibt es noch beim Thema "Public Viewing" für die Fußballbegeisterten.

Kriminalstatistik

Sitzungsthema war auch die Kriminalstatistik. Erfreulich: Fuchsmühl liegt im Vergleich zu den anderen Gemeinden auf dem letzten Platz. Kritisch beleuchtete Wolfgang Braun das Verhalten seiner Person gegenüber. „Derzeit stelle ich fest, dass man mich massiv angreift, langsam reicht's mir.“

Monitoring

In Fuchsmühl läuft ein Monitoring mit rund 100 Gemeindebürgern. Ziel sei laut Braun die Erhebung der Ernährungsweise der Bürger. „Die Rückmeldungen sind gut“, kommentierte er die hohe Bereitschaft, die Arbeit des Meinungsforschungsinstituts zu unterstützen.

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