13.06.2019 - 11:57 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Wohnhausneubau sorgt für Diskussion

Eine Bauvoranfrage zieht im Fuchsmühler Gemeinderat eine Debatte nach sich. Besonders CSU-Marktrat Markus Troesch zeigt sich kritisch und hält nichts von einer „Gefälligkeitsplanung“.

Die geplante Neuerrichtung eines Wohnhauses im Baugebiet Lindenweg macht eine Änderung des Bebauungsplanes nötig.
von Werner RoblProfil

Das diskutierte Grundstück liegt am Lindenweg. Dort stand bereits ein Gebäude, das der jetzige Besitzer aber inzwischen abreißen ließ. "Der Grundstückseigentümer hat uns mitgeteilt, dass er an gleicher Stelle ein neues Wohnhaus errichten möchte", informierte Bürgermeister Wolfgang Braun über das geplante Vorhaben. Dieses mache aber eine Änderung des Bebauungsplanes "An der Gütterner Straße", der noch aus den 1960er Jahren stammt, notwendig. Außer einem Prospekt, auf dem das künftige Gebäude - wie es später einmal aussehen soll - abgebildet ist, lagen keine weiteren Unterlagen vor.

Lageplan fehlt

"Das geplante Vorhaben entspricht nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes", stellte Bürgermeister Wolfgang Braun mit Blick auf die wenigen Informationen fest. Zum einen störte ihn die Toskana-Dachform, zudem auch der Wunsch des Bauherrn, statt wie vorgeschrieben Erd- und Dachgeschoss ein Haus mit Erdgeschoss und erstem Stock errichten zu wollen. Zudem bemängelte Braun das Fehlen eines Lageplans, in dem man die durch das Haupt- und Nebengebäude überbauten Flächen auch einsehen könne.

Kritisch dazu und mit Blick auf die "neuzeitliche Gebäudeform" und den noch aktuellen Bebauungsplan bemerkte Bürgermeister Braun: "Die Erfahrung hat bereits gezeigt, dass das Landratsamt solchen Bauvorhaben keine Befreiung erteilt wird." Und er ergänzte: "Das Landratsamt wird sich wieder an uns wenden und mit Hinweis auf die Planungshoheit eine Änderung des Bebauungsplanes fordern." Dieser aber - so Braun - müsse vom Bauherrn beziehungsweise von einem Architekten, ohne dass die Gemeinde finanziell belastet würde, erstellt und zur Entscheidung vorgelegt werden. "Erst dann kann der Marktrat darüber abstimmen", stellte der Bürgermeister klar. Verwaltungsintern sei die Änderung nicht zu regeln, fuhr er fort. "Wir werden die Angelegenheit, für die noch Unterlagen nachzureichen sind, vom Landratsamt prüfen lassen", erklärte der Bürgermeister.

CSU-Marktrat Markus Troesch gefiel eine Anpassung des Bebauungsplanes - die diskutierte Einzelfläche betreffend - jedoch gar nicht: "Nur wegen eines einzigen Grundstücks kann man doch nicht den Bebauungsplan ändern." Troesch sprach von einer "Gefälligkeitsplanung" und bemerkte dazu, dass er Anpassungen nur aus städtebaulichen Erforderlichkeiten billigen könne. Vor allem aber machte Troesch deutlich: "Wenn schon eine Änderung, dann für alle Grundstücke."

Maschinenhalle

Ohne weitere Diskussionen wurde ein Antrag zur Errichtung eines Pultdaches auf bestehenden Garagen an anderer Stelle gebilligt. Befürwortet wurde zudem auch eine Genehmigungsfreistellung für eine Fuchsmühler Zimmerei. Der Unternehmer plant den Neubau einer Abbund- und Maschinenhalle, wozu auch ein überdachter Lagerraum gehört.

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