Im Feuerwehrhaus traf sich die Krieger- und Soldatenkameradschaft Fuhrmannsreuth (KSK) zur Jahreshauptversammlung. Das Totengedenken stand in diesem Jahr unter dem Eindruck des erst vor wenigen Tagen verstorben Mitglieds Hans-Peter Hofmann. Kreisvorsitzender Thomas Semba nahm anhand der drei Begriffe „Toleranz, Realität und Zukunft“ Stellung zu aktuellen politischen Themen. Die KSK hat 42 Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von 61,33 Jahren. Zur KSK gehören auch noch ein Kriegsteilnehmer und 18 Reservisten.
Vorsitzender Reinhard Bauer berichtete von neun Vorstandssitzungen, um die Arbeit zu organisieren wie die Teilnahme an den Veranstaltungen in der Gemeinde, Besuch der Kreisversammlung, das Sommerfest in der Dorfschänke, eine Marterlwanderung und das Kreisvergleichsschießen in Immenreuth. Ein großer Dank galt den Sammlern für die Kriegsgräberfürsorge. 546 Euro konnten überwiesen werden. Arbeiten fällt auch bei der Pflege des Ehrenmals an wie beim Volkstrauertag oder beim Aufstellen des Christbaumes mit großem Aufwand. Zum Vereinsleben gehören auch Besuche bei familiären Anlässen von Mitgliedern. In diesem Jahr müssten die Rosen im Eingangsbereich des Kriegerdenkmals ausgetauscht werden.
Gute Ergebnisse konnten beim Vergleichsschießen erzielt werden: Bei der KK-Kreismeisterschaft in Immenreuth erreichte Rudi Ernstberger unter 38 Schützen mit der Pistole Platz 13, Holger Stauffer Platz 15 und Manfred Schmelter Platz 24. Bei der Mannschaftswertung wurde unter zwölf Mannschaften Platz 6 erreicht. Mit dem Gewehr landete Rudi Ernstberger auf Platz 10, Holger Stauffer auf Platz 12 und Reinhard Bauer auf Platz 21. Die Mannschaftswertung ergab Platz 6 bei 11 Mannschaften. Insgesamt konnten die Schützen der KSK den 3. Platz in der Gesamtwertung des Kreisverbandes belegen.
Für 25jährige Zugehörigkeit wurden Andrea Hofmann und Claudia Bayer geehrt, für besondere Verdienste Helmut Bauer, Holger Stauffer und Werner Schindler mit dem Ehrenkreuz des BSB. Mit dem Verdienstkreuz II. Klasse wurde Rainer Schreyer ausgezeichnet. Sie alle sind aktiv im Verein tätig und sind Stützen des Vereins. Das Große Verdienstkreuz am Bande wurde Bernhard Roth und Klaus Hars übergeben. Beide sind seit 1983 Mitglieder. Reinhard Bauer lobte Bernhard Roth als gewissenhaften Schriftführer. Seit 2000 ist er stellvertretender Vorsitzender und unterstützt den Vorstand bei allen anstehenden Arbeiten. Klaus Hars übernahm 1984 die Kasse. Ihm wurden stets sauber und korrekt geführte Finanzen bescheinigt. Er unterstützt auch immer wieder den Verein finanziell bei Anschaffungen. Der Bayerische Soldatenbund sei stolz darauf, noch Mitglieder in seinen Reihen zu haben, die am 2. Weltkrieg teilgenommen haben. Alois Praller von der KSK gehört dazu. Er wurde mit 18 Jahren am 12. Januar 1943 zum Militär eingezogen und am 19. September 1945 aus russischer Gefangenschaft entlassen. Für die ehemaligen Kriegsteilnehmer gibt es vom BSB eine Ehrenurkunde mit Ehrennadel. Alois Praller erhielt sie unter großem Applaus von Kreisvorsitzendem Thomas Semba. Schließlich zeichnete Reinhard Bauer im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Manfred Schmelter für mehrjähriges Sammeln mit der Bronzenen Verdienstspange aus.
Suche nach einem Nachfolger bringt die KSK an ihre Grenzen
Hintergrund
Solche Töne gab es bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft Fuhrmannsreuth (KSK) bislang nicht. Vorsitzender Reinhard Bauer spricht Klartext, und es sind mahnende Worte. Er wird im nächsten Jahr sein Amt beenden und stellt mangels Nachfolger die Auflösung des Vereins zur Debatte. Seine Worte machen betroffen, weil den Anwesenden die Tragweite sehr wohl bekannt ist. Einen Verein mit 130-jähriger Tradition aufzulösen, wird Folgen haben und kann das gesamte Leben im Dorf verändern - die Dorfgemeinschaft wie auch die Organisation von Veranstaltungen und Feiern wie etwa das Gedenkens zum Volkstrauertag. Wenn sein Appell ohne Folgen bleibe, gäbe es keinen anderen Weg als die Auflösung. Sollte sich dieser Weg herauskristallisieren, müsse man sich schon in diesem Jahr damit befassen. Dass es Reinhard Bauer ernst meinte, bezweifelte niemand, zumal er für seine Ankündigung schlüssige Argumente lieferte.
Er beklagte den mangelnden Besuch bei verschiedenen Terminen durch die eigenen Mitglieder und führte als Beispiel eine Wanderung an, der sich lediglich vier Mitglieder angeschlossen hatten. Das Alter der Mitglieder spiele auch eine Rolle. Er stellte seine Worte zur Diskussion. Welche Folgen die Auflösung der KSK hätte, wurde auch im Grußwort von Bürgermeister Ludwig König noch einmal deutlich. Hatte er die KSK doch als tragende Säule des gesellschaftlichen Lebens tituliert. Was wäre mit dem Volkstrauertag und der Pflege des Kriegerdenkmals? Vorstellen konnte sich das bei der Jahreshauptversammlung eigentlich niemand. Wo ist die Lösung? Die Endgültigkeit, die der Auflösung anlastet, war vielen einfach zu heftig. Nicht über die Auflösung, sondern über einen neuen Vorstand müsse man reden. In der sehr ehrlich und offen geführten Diskussion kamen dann viele Aspekte zur Sprache: zu viel Arbeit, kein Angebot für die Jugend, der Name des Vereins, der nicht mehr in die Zeit passe. Eine abgespeckte Version kam zur Sprache, nicht gleich die Auflösung. Doch die Diskussion müsse auch geführt werden. Seitens des Vorsitzenden gab es keine Zusage. Die Friedensarbeit müsse auf alle Fälle bleiben. Der Vorstand werde in nächster Zeit mit möglichen Kandidaten sprechen. Alle diese Aspekte werden intern besprochen, um vielleicht doch noch zu einer Lösung zu kommen.













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