11.03.2020 - 09:43 Uhr
Oberpfalz

Geballter Schmerz – Hallux Valgus trifft vor allem Frauen ab 50 Jahren

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland sind vom sogenannten Hallux Valgus betroffen. Für die Deformierung des großen Zehes gibt es unterschiedliche Ursachen. Je nach Ausprägung kann der Ballenzeh aber auch gut behandelt werden.

Ein Ballenzeh, der sogenannte Hallux Valgus, kann sehr schmerzhaft werden und schränkt zudem die Bewegungsfreiheit ein.
von Externer BeitragProfil

Jeder Schritt ein Schmerz. Jeder Gang ein Kampf. Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland klagen über einen Ballenzeh, den sogenannten Hallux Valgus, der ihre Bewegungsfreiheit einschränkt. Die Deformierung der Großzehe, die so schmerzhaft wie unschön ist, trifft vor allem Frauen ab 50 Jahren. Durch die Fehlstellung drückt der hervorstehende Ballen gegen den Schuh und beeinträchtigt die Beweglichkeit. Für die Patienten bedeutet jeder Fußmarsch eine Qual, die Lebensfreude sinkt bei jedem Gang zum Briefkasten, da durch die Verdrehung des großen Zehs auch die kleineren Zehen gequetscht werden – was auf längere Sicht zusätzlich zu Hammer- und Krallenzehen führen kann.

Die Ursachen für eine Hallux-Valgus-Fehlstellung sind vielfältig. Bei schwachem Bindegewebe spielt die Veranlagung eine wichtige Rolle, aber auch Spreizfüße oder ähnliche Fehlstellungen wie der Knick-Senk-Fuß begünstigen den schmerzvollen Ballenzeh. Dass die Mehrzahl der Betroffenen weiblich ist, führen Mediziner auch auf falsches Schuhwerk zurück: High Heels sind Gift für den großen Zeh, auch enge, spitze Schuhe können das Hallux-Valgus-Risiko steigern. Den Preis der Schönheit bezahlen die betroffenen Frauen oft Jahre später.

Ob ein Hallux Valgus für Fußprobleme verantwortlich ist, muss medizinisch überprüft werden. Der Orthopäde diagnostiziert die Wölbung der Ballen sowie Stellung und Beweglichkeit der Zehen. In der Praxis unterscheidet der Facharzt zwischen unterschiedlichen Schweregraden, die davon abhängen, in welchem Winkel der große Zeh und der Mittelfußknochen verbogen sind. Die Grenzen sind fließend. Je nach Schweregrad der Fehlstellung empfehlen sich konservative oder operative Therapien.

Um leichte Beschwerden zu lindern, werden verschiedene konservative Behandlungsformen angeboten, die die Fehlstellung mindern, aber nicht korrigieren können. Geeignetes, flaches Schuhwerk lässt allen Zehen Platz und unterstützt das optimale Abrollen gegebenenfalls durch Polsterung von Zehen oder Ballen. Auch gezielte Übungen können die Fußmuskeln stärken. Angeboten werden Schienen, die den großen Zeh in der Mitte halten und ein Fortschreiten der Fehlbildung eindämmen sollen. Einfache Abhilfe schaffen auch Tapes oder Taping Loops, die nach dem biomechanischen Prinzip der Kinesiotapes funktionieren. Die dehnbaren Bänder in Schlaufenform ziehen die fehlgestellten Zehen sanft in die richtige Position. Die Schlaufen sind in nahezu jedem Schuh tragbar – wie Flip-Flops oder Sandalen.

Bei starken Beschwerden ist eine Operation unumgänglich. Orthopäden kennen über 150 unterschiedliche OP-Techniken, die die Beweglichkeit wiederherstellen. Ist die OP medizinisch indiziert, gibt es in der Regel sehr gute Erfolgschancen.

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