23.08.2018 - 14:08 Uhr
GebenbachOberpfalz

Vom Berg und der Maus

Sechster und letzter Teil der Serie "Mit dem Radl zum Berg": Zum Abschluss geht es auf den Mausberg bei Gebenbach, wo sich ab Sonntag, 2. September, die Wallfahrer treffen. Unser radelnder Autor macht diesmal sogar eine Zeitreise.

"Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus." Zu Deutsch: "Der Berg kreißte und gebar eine (lächerliche) Maus. Mit diesem Satz aus seinem Werk "Ars poetica" könnte der römische Dichter Horaz (65 bis 9 v. Chr.) durchaus als prominenter Namensgeber für den Mausberg bei Gebenbach herhalten. Doch es gibt eine plausiblere Erklärung, zumal ja nicht anzunehmen ist, dass der gute Herr Horaz zu Lebzeiten jemals das Gebiet des heutigen Landkreises Amberg-Sulzbach besucht hat. Vielmehr leitet sich der Name wohl vom slawischen Malisa ab. 1138 ist ein Malisdorf belegt. Weil das aber für die Menschen damals zu fremd geklungen haben mag, ersetzte man "Malis" durch ein der hiesigen Sprache eingängigeres "Maus".

Bis zur Wallfahrt auf diesen Berg, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf Gebenbach hat, mussten aber noch weitere 600 Jahre vergehen: Man schrieb das Jahr 1700, als der damalige Gebenbacher Pfarrer Sebastian Grün zur Abendzeit, von Poppenricht her kommend, nach Hause ritt und am Mausberg an der Stelle der heutigen Kirche vom Pferd stürzte. Nach Anrufung der Gottesmutter blieb er bei dem Unfall unverletzt. Damit nahm die Wallfahrt auf den Mausberg ihren Anfang.

Wie im Bilderbuch

Tiefer soll an dieser Stelle nicht in die Geschichte eingedrungen werden. Denn es geht hier lediglich um einen sportlichen Prolog zur Wallfahrtswoche, die mit einer Fahrradtour zu allen Ortsteilen der Gemeinde Gebenbach (es sind mit Kainsricht und Atzmannsricht ja nur zwei) gewürdigt werden soll. Sie führt über 32 Kilometer (320 Höhenmeter) über die Gemeindegrenzen hinaus auch nach Hirschau, Freudenberg, Hahnbach und Amberg.

Wir starten beim DJK-Sportplatz, kurbeln zur Bundesstraße 14 hoch und freuen uns über den schönen Dorfbrunnen. Der Blick geht zur Pfarrkirche St. Martin. Ein Gotteshaus wie im bayerischen Bilderbuch. Jedoch, war da nicht etwas vor 44 Jahren? Man schrieb den 24. April 1974, als es Gebenbach in die bundesdeutschen Schlagzeilen brachte. Wegen des schlechten baulichen Zustandes des Gotteshauses hatte sich die Kirchenverwaltung zu einem Neubau unter Beibehaltung der Apsis und des Kirchenturmes entschlossen. Doch genau jener Turm stürzte in der Bauphase ein. Glücklicherweise kam damals niemand zu Schaden.

In Fahrtrichtung Hahnbach zweigt bald die Irlstraße rechts ab. Nach steiler Schotter-Abfahrt unterqueren wir die Bundesstraße 299 und halten auf Kainsricht zu. Hier plätschert mit dünnem Wasserstrahl in Erinnerung an einen früheren Landrat der Dr.-Hans-Raß-Brunnen. Nach einem kurzen Abstecher zur Kapelle St. Johannes lassen wir uns nach Atzmannsricht führen. Wer bei der ersten Möglichkeit gleich die Bundesstraße überquert, kommt direkt zum Badeweiher, der naturbelassene Abkühlung verspricht.

Monte Kaolino im Blick

Im Dorf folgen wir zunächst der Fahrrad-Wegweisung Freihung/Krickelsdorf und zweigen bei der wuchtigen Wolfgangskirche rechts ab, folgen dem asphaltierten Weg (Nummer 48) bis zu dessen Ende. Bei einem Wald stoßen wir auf einen Wanderweg (grünes Kreuz), in den wir nach rechts einbiegen. Vorbei an einem schönen Sandstein-Marterl mit bildlichen Darstellungen der Heiligen Wendelin, Margaretha, Notburga und Aegidius stoßen wir auf die Bundesstraße. Nach der Überquerung nach links fahren und dem Radweg folgen. Wir haben jetzt den Monte Kaolino im Blick, der immer grauer wird, und allmählich zuzuwachsen droht.

Nach zehn Kilometern, noch vor Hirschau, biegen wir bei einem geradeaus weisenden Radweg-Pfeil nach rechts ab (weiße Pfeile auf der Fahrbahn) Richtung Röthenweiher. Wir kommen auf der ehemaligen Strecke des Freundschaftsmarathons Weiden-Amberg nach Krondorf. In der Ortschaft bei der großen Kräuterschnecke links ab, bis zur Staatsstraße fahren, dann auf den Feldweg rechts, am Weiher entlang und nach Urspring. Im Dorf nach links und auf der Straße bis nach Steiningloh, nun links, die Staatsstraße überqueren und gleich rechts nach Immenstetten. Hier halblinks der Radwegbeschilderung folgen, am Ortsausgang rechts und die AM 30 überqueren.

Wir kommen ins Industriegebiet Amberg Nord, wo uns der Weg über den Firmenparkplatz Moedel führt. Nun in die Oskar-von Miller-Straße, nach links in die Wernher-von-Braun-Straße bis zur Firma Guss Auer. Am blauen Zaun rechts und an dessen Ende nach rechts bis nach Oberammersricht. Hier stoßen wir auf ein Marterl, bei dem wir rechts abbiegen auf den Radweg Richtung Neubernricht. Nach 23 Kilometern erreichen wir die Hirschauer Straße, hier für 150 Meter nach links und dann rechts ab auf einen Feldweg (Einmündung asphaltiert). Später links über eine Brücke und Ammersricht in einer weiten Rechtskurve links liegen lassen, unter der Staatsstraße durch, rechts nach Neubernricht, nach links in den Höhengauer Weg. Jetzt immer der Radweg-Markierung Hirschau folgen. Beim Friedhof Ursulapoppenricht rechts, beim Ortsausgang geradeaus und parallel der B 299 bis zur Bahnlinie. Hier nach rechts und den Gleisen folgen. Wir kommen, nachdem wir an der Straße nach rechts abgebogen sind, nach Mimbach und folgen der Wegweisung "Mausdorf".

Jetzt haben wir das Ziel fast erreicht. Ab hier orientieren wir uns an den Schildern zum Mausberg. Allerdings geht es mit rund sieben Prozent noch einmal knackig bergauf. Das sollte allerdings in Anbetracht der zu erwartenden Belohnung in Form von kirchlichem Segen, Bratwürsten und Bier die Mühe wert sein.

Linktipps

Alle Teile der Serie "Radltour zum Bergfest"

Die Tour als Download im GPX-Format

Die Tour als Download im KML-Format

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