24.03.2019 - 17:07 Uhr
GebenbachOberpfalz

Gebenbachs "unendliche Geschichte" der Pfarrhof-Sanierung

Die dringend notwendige Sanierung des Pfarrhofs in Gebenbach kommt nicht voran. In der Kirchenverwaltung spricht man schon von einer unendlichen Geschichte. Finanzielle Unterstützung gewährt nun die Frauen-Union.

Christl Kredler (von links) übergibt eine Spende der Frauen-Union in Höhe von 600 Euro an Kirchenpflegerin Susanne Lindner von der Gebenbacher Kirchenverwaltung. 400 Euro steuert FU-Mitglied Elke Kraus bei. Dank sagt dafür auch Pfarrvikar Christian Preitschaft.
von uscProfil

Der denkmalgeschützte ehemalige Pfarrhof ist ein historisch bedeutsames und ortsbildprägendes Gebäude, das für die Bevölkerung identitätsstiftend ist, sagt Susanne Lindner, Kirchenpflegerin der Kirchenverwaltung. Die Verantwortlichen der Pfarrei und die Gemeinde Gebenbach wollen den Pfarrhof sanieren und mit diesem historischen Gebäude das Ortszentrum Gebenbachs erhalten.

Ursprünglich plante die Kirchenverwaltung Gebenbach, die alten Holzfenster und Haustüren im Pfarrhof auszutauschen, nachdem im Mai 2007 die Baulast vom Staatlichen Hochbauamt auf die Katholische Kirchenstiftung übergegangen war. Daraufhin wurde von der Bischöflichen Finanzkammer eine Kostenplanung für eine komplette Sanierung gefordert, nachdem die Erstbegehung vonseiten des Bischöflichen Baureferats stattgefunden hatte.

Keine Genehmigung

Die Renovierung mit einem Kostenaufwand von rund 800 000 Euro wurde aber nicht genehmigt, mit der Aussage, dass die pastorale Planung noch nicht abgeschlossen sei, berichtet Lindner. Ende August 2014 ging der damalige Pfarradministrator Joseph Mathadiparampil in den wohlverdienten Ruhestand und zog aus dem Pfarrhof aus. So wurde das Sanierungsprojekt wieder aktuell.

Mit dem Vollzug der Pfarreiengemeinschaft Hahnbach-Gebenbach-Ursulapoppenricht 2014 wurde Hahnbach zur Hauptpfarrei mit Pfarrwohnsitz. Außerdem ist ein Pfarrvikar vorgesehen, der in Gebenbach seinen ständigen Wohnsitz hat. Für Pfarrvikar Christian Preitschaft, der im September 2014 kam, musste eine Ersatzwohnung gesucht werden, da er nicht mehr in den Pfarrhof einziehen sollte.

Die Planungen und Verhandlungen mit der Diözese zur Sanierung des Pfarrhofes wurden weiter vorangetrieben. Eine Zusage durch die Bischöfliche Finanzkammer steht aber immer noch aus. Da die Pfarrgemeinde Gebenbach nicht mehr Pfarrerwohnsitz ist, bestehe seitens der Bischöflichen Finanzkammer kein Interesse mehr am Erhalt des Pfarrhofs, was auch dadurch offenbar werde, dass in Hahnbach nahezu alle Projekte genehmigt werden. Inzwischen belaufen sich die geplanten Renovierungskosten auf mehr als das Doppelte gegenüber der ursprünglichen Planung vor zehn Jahren. Zur Finanzierung des Vorhabens musste nun ein Konzept gefunden werden, um auch staatliche Fördermittel zu erhalten. Die Kirchenverwaltung beantragte bei der Gemeinde eine finanzielle Beteiligung an den Sanierungskosten. Hierzu wurde ein Nutzungskonzept vorgelegt.

Raum für Kultur und Jugend

Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss will man öffentlich nutzen. Geplant sind ein Kultur-Raum, ein Jugendraum, ein Archiv und ein Besprechungszimmer sowie sanitäre Anlagen. Im Obergeschoss soll es eine Wohnung für den Pfarrvikar geben und eine Wohnmöglichkeit für eine Haushälterin oder einen Kaplan. Dies sieht das Raumkonzept der Diözese vor, an das sich die Kirchenverwaltung halten muss.

Die Gemeinde Gebenbach hat, nachdem ein Antrag auf Städtebauförderung erfolglos war, beim Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Tirschenreuth einen Antrag auf Förderung als Dorfentwicklungsmaßnahme gestellt ("Innen statt Außen") und die Sanierung des Pfarrhofes als erstes Projekt angemeldet. Auch hier wäre nach Meinung der Kirchenverwaltung von der Gemeinde Gebenbach ein intensiveres Engagement wünschenswert, um die Fördermittel in absehbarer Zeit nutzbar zu machen. Der nächste erforderliche Schritt ist eine Nutzungsvereinbarung zwischen Kirchenstiftung und Gemeinde.

Bis jetzt wurden nach Angaben der Kirchenpflegerin bereits durch erforderliche Voruntersuchungen und Planungsleistungen Kosten im sechsstelligen Bereich verursacht, wobei hier noch keine finanzielle Unterstützung von der Bischöflichen Finanzkammer erfolgt ist. Privatpersonen und Vereine unterstützen das Sanierungsvorhaben und haben bislang schon 10 000 Euro gespendet. Aktuell überreichte die Frauen-Union 600 Euro. Weitere 400 Euro gab FU-Mitglied Elke Kraus. Das Geld stammt aus dem Erlös ihres Flohmarkts. Die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung wertete Susanne Lindner als Beweis für das hohe Interesse an der Sanierung.

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