08.10.2020 - 10:36 Uhr
GebenbachOberpfalz

Holzbläserensemble des Polizeiorchesters Bayern begeistert Zuhörer in Gebenbacher Pfarrkirche

Einen erst- und einmaligen musikalischen Höhepunkt erleben die Besucher in der Gebenbacher Pfarrkirche. Das Große Holzbläserensemble des Polizeiorchesters Bayern erfüllt das Gotteshaus mit herrlichen symphonischen Klängen.

Das Große Holzbläserensemble des Polizeiorchesters Bayern mit seinem Chefdirigenten, Generalmusikdirektor Professor Johann Mösenbichler, nach dem grandiosen Konzert in der Gebenbacher Pfarrkirche.
von Autor SWOProfil

Das Polizeiorchester Bayern versteht sich als Bindeglied zwischen Polizei und Bürgern und besteht eigentlich aus 45 studierten Berufsmusikern aus zwölf Nationen. Das Konzert des gesamten Orchesters, das an diesem Abend hätte stattfinden sollen, wäre der Höhepunkt der 40-Jahr-Feier der Gebenbacher Blasmusik gewesen. Die Profimusiker wären auch gerne alle gekommen, aber die Corona-Pandemie ließ dies nicht zu. Nun wurden die Zuhörer in der unter Einhaltung der Abstandsregeln vollbesetzten Kirche mit symphonischen Klängen auf allerhöchstem Niveau mehr als entschädigt.

Unter Leitung von Chefdirigent und Generalmusikdirektor Professor Johann Mösenbichler stellten die Akteure den Abend unter das Motto "Beethoven and Friends", denn Beethoven habe mit seinem Wirken die Musik sehr beeinflusst und stark geprägt. So sei er zu einem klingenden Repräsentanten seiner Zeit geworden, führte Moderator Peter Seufert in das Konzert ein. Eröffnet wurde der Abend aber zunächst mit dem Militärmarsch Nr. 1, einem der bekanntesten Stücke von Franz Schubert.

Danach erzählten die Musiker ein musikalisches Märchen. Bilder aus Hänsel und Gretel – die Musik stammt aus der Feder von Engelbert Humperdinck – ließen die Gedanken so manches Zuhörers, untermalt von authentischen und ausdrucksstarken Melodien, zurück in die Kindheit schweifen. Es folgte das Rondo Alla Turca von Wolfgang Amadeus Mozart, das das Ensemble exakt intonierte.

Mit gerade einmal 17 Jahren gelang Friedrich Mendelssohn Bartholdy ein Geniestreich. "Ein Sommernachtstraum" war die perfekte Musik zu William Shakespeare’s "A Midsummer Night’s Dream" und wurde vom großen Holzbläserensemble des Polizeiorchesters perfekt vorgetragen. Mögen Passagen aus dem Auftritt der Handwerker, dem Rüpeltanz und dem Elfenmarsch manchem Zuhörer nicht so geläufig gewesen sein, so kam doch jeder spätestens beim Hochzeitsmarsch, der auch heute noch bei vielen Trauungen zu hören ist, ins Schwelgen.

Den Höhepunkt und gleichzeitigen Abschluss des Abends bildete die Symphonie Nr. 1. Op. 21 in C-Dur von Ludwig van Beethoven. Mit dem Stück begann dessen symphonisches Schaffen. Die Uraufführung 1800 wurde für ihn zu einem Riesenerfolg. Den hatte nun 220 Jahre später auch das Große Holzbläserensemble des Polizeiorchesters Bayern in der Gebenbacher Pfarrkirche. Mit stehenden Ovationen entließen die Besucher die Akteure nach einem kurzweiligen, klassischen und symphonischen Abend, an dem man für eineinhalb Stunden endlich einmal das allgegenwärtige Thema Corona beiseite lassen konnte.

Auch der Moderator des Abends, Peter Seufert vom Polizeiorchester Bayern, zeigte sich erfreut, dass das Ensemble wieder einmal die Möglichkeit hatte, live aufzutreten. Dies sei unter den gegeben Umständen nicht selbstverständlich und auch nicht überall möglich, so Seufert. Er lobte die hervorragende Arbeit, die die Blasmusik Gebenbach als Gastgeber mit ihrem Vorsitzenden Simon Lösch insbesondere für den Aufwand wegen der Hygieneregeln, aber auch allgemein für die jungen Leute und die Musik in der Gemeinde leiste.

Jedoch sollte dieser Abend nur der Ersatz für das eigentliche Konzert des gesamten Polizeiorchesters Bayern sein. Alle Beteiligten gaben ihrer Hoffnung und Vorfreude Ausdruck, dass die Veranstaltung im kommenden Jahr am 10. Oktober nachgeholt werden könne.

Orchester Bundeglied zwischen Polizei und Bürgern

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