04.05.2020 - 10:39 Uhr
GebenbachOberpfalz

Kindergarten im Gemeinderat Gebenbach heiß diskutiert

Körperlich auf Distanz ging der Gebenbacher Gemeinderat bei der letzten Sitzung dieser Legislaturperiode. Weit voneinander entfernt sind FW- und CSU/JA-Fraktion hinsichtlich ihrer Ansichten über Kindergartenerweiterung oder Containerlösung.

Gehörig auf Abstand tagen die Gebenbacher Gemeinderäte und ziehen dafür in die Schulturnhalle um.
von Autor GFRProfil

Wegen der Corona-bedingten Abstandsvorschriften tagte das Gremium diesmal in der Mehrzweckhalle der Schule. Wichtiges Thema war der Kindergarten St. Martin, der aus allen Nähten platzt. Daher hatte die katholische Kirchenstiftung beantragt, dass die Gemeinde Gebenbach einen Container zur Unterbringung der Mädchen und Buben anmietet. Für 2020/21 geht der Kindergartenbetreiber davon aus, dass 38 Plätze – bisher waren es 25 – notwendig sind. 24 Kinder kommen aus Gebenbach, 12 aus Hahnbach sowie jeweils ein Kind aus Amberg und ausHirschau. Außerdem müsse die Zahl der Krippenplätze von 12 auf 16 aufgestockt werden. Hier kommen acht Kinder aus Gebenbach, sieben aus Hahnbach und ein Kind aus Amberg. Bis zu zehn Schulkinder werden in der Mittagsbetreuung versorgt.

Bürgermeister Peter Dotzler vertrat die Auffassung, dass nicht die Gemeinde Gebenbach ihr Platzangebot erweitern solle, sondern es vernünftiger sei, wenn die Gemeinde Hahnbach in Ursulapoppenricht zusätzliche Kindergartenplätze anbietet, zumal dort wegen eines neues Baugebiets mit weiteren Kindern zu rechnen sei. "Wir tun den Eltern nichts Gutes, wenn sie ihre Kinder aus dem Gemeindebereich Hahnbach in die Gemeinde Gebenbach bringen müssen", sagte Dotzler.

Franz Gottschalk sprach sich gegen die Containerlösung aus, meinte aber, dass der Kindergarten in Gebenbach durchaus mehr Platz benötige. Pro Container äußerte sich Markus Rösch, aber Hahnbach sollte für seine Kinder zur Kasse gebeten werden. In die Haare gerieten sich Peter Dotzler und die CSU-Gemeinderäte Cajetan Kredler und Markus Rösch. Letztere warfen dem Bürgermeister vor, dass Gebenbach die Erweiterung des Kindergartens schon seit über zwei Jahren vor sich herschiebe. Da müsse auch über einen innerörtlichen Neubau nachgedacht werden.

"Die Behebung der Platznot im Kindergarten ist nicht allein unser Problem", meinte Christine Sabisch. Sie schlug Gespräche mit Hahnbach vor, denn "Gebenbach darf in eine provisorische Containerlösung nicht einfach 100 000 Euro sinnlos verheizen". Im Kindergarten Gebenbach habe man seit drei Jahren eine dringend zu behebende Notsituation, erklärte Cajetan Kredler, und Markus Rösch forderte, dass sich Hahnbach an den Personalkosten beteiligen müsse. er Gemeinderat einigte sich darauf, bei der Gemeinde Hahnbach anzufragen, ob nicht doch gleich Ursulapoppenricht als Containerstandort in Frage komme. Sollte dieses Ansinnen abgelehnt werden, müsse sich Hahnbach aber an den Kosten für einen Container in Gebenbach beteiligen.

Einer Bauleitplanung des Marktes Freihung, die auf die Aufstellung eines Sondergebiets für Pferdehaltung in Großschönbrunn abzielt, stimmte der Gemeinderat Gebenbach ebenso zu wie dem Wunsch des Energieversorgers Bayernwerk nach einer gemeindeeigenen Fläche in Kainsricht für eine Kompakt-Trafostation. Die Gebenbacher Fahnenschwinger feiern im kommenden Jahr ihr 60-jähriges Bestehen und erhalten für die Anschaffung von zu ihren Kostümen passenden Schuhen einen Zuschuss von 1500 Euro. Auch der Waldkindergarten Räuberwald bekommt 2000 Euro als Zuschuss für eine Solarstromanlage.

Einstimmig war der Gemeinderat dafür, sich am Projekt „Jan Hus an der Goldenen Straße“ mit einem „Meilenstein“ in Gebenbach zu beteiligen. Bürgermeister Peter Dotzler informierte die Räte über ein Eilgeschäft, in dessen Zuge eine Einspritzpumpe im Blockheizkraftwerk der Schule erneuert wurde. Weitgehend Einigkeit herrschte im Gebenbacher Gemeinderat über die Gestaltung des Umfeldes beim Gemeindehaus in Atzmannsricht, wo neue, breitere Parkplätze und ein gesonderter Behindertenparkplatz geschaffen werden sollen. Das Gelände wird mit Rasengitter- oder Granitsteinen befestigt.

Für Werner Kohl und Thomas Kraus hieß es Abschied aus dem Gemeinderat nehmen. Bürgermeister Peter Dotzler dankte Kohl, der nur ein Jahr als Nachrücker für Norbert Hager Mitglied des Gemeinderats war. Als Ortsvorsteher und Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Atzmannsricht ist er im neuen Gremium erneut erster Nachrücker. Dotzler bedankte sich auch bei Thomas Kraus, der im März zwar in den Gebenbacher Gemeinderat gewählt worden war, dann aber überraschend erklärt hatte, das Mandat nicht annehmen zu können, da er noch in diesem Sommer mit seiner Familie nach Seugast zieht. Kraus gehörte sechs Jahre der JA-Fraktion an, war Mitglied im Zweckverbandsrat der Mimbacher Gruppe und kommunaler Jugendbeauftragter. Gern hätte er eine Brotzeit zum Abschied ausgegeben, sagte Kraus, aber er dürfe ja nicht. Als Nachrücker der JA-Fraktion verbleibt Dominik Obermeier Gemeinderat in Gebenbach.

Zwei Bauanträgen wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt: dem Neubau einer Doppelgarage nebst Abstellraum und der Überdachung eines Dreikammerfahrsilos, das künftig als Maschinenhalle genutzt werden soll.

Sicherheitsabstand auch bei der Verabschiedung der ausscheidenden Gemeinderäte (von links): Thomas Kraus, Bürgermeister Peter Dotzler und Werner Kohl.

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