13.09.2018 - 17:38 Uhr
GebenbachOberpfalz

Überraschende Vielfalt: Tomaten an Vanilleeis

Euphorische Begeisterung in der Blauen Traube in Gebenbach. Der Grund dafür? Ein Tomaten-Büfett. 40 Sorten zeigen die Vielfalt in Farben, Formen, Geschmack. Und eröffnen ganz neue Möglichkeiten. Zum Beispiel als Dessert.

Eine etwas andere Ausstellung präsentiert die Tomaten-Viefalt.
von Öko-Modellregion Barbara StröllProfil

"Vielfalt genießen" lautet das Motto des Abends. Christl Obermeier und ihr Team haben dazu eine Ausstellung mit 40 Tomatensorten und ein buntes Tomatenbüfett zusammengestellt. Die Wirtin der Blauen Traube ist bekennende "Tomatenverrückte": Sie baut jährlich etwa 50 Sorten in ihrem Garten an, die sie auch in der Wirtshausküche verarbeitet. Aus der Zusammenarbeit im Gemüsenetzwerk der Öko-Modellregion entstand die Idee, Interessierten ihre Tomatenvielfalt und eine Auswahl der Gerichte daraus zu präsentieren.

Gartler, Gärtner, Bauern und passionierte Köche aus dem Gemüse-netzwerk sowie Genießer, die aus der Zeitung von dem Angebot erfahren haben, sind der Einladung gefolgt. Sie staunen angesichts der vielen verschiedenen Farben und Formen. Namen wie Indigo Rose, Ananas-Tomate, Smaragd-Apfel, Alice Dreams oder einfach Omas Beste deuten Eigenschaften oder Geschichte an.

Tomate als Aperitif

Christl Obermeier stellt die Sorten ihrer Ausstellung kurz vor und beantwortet Fragen zum erfolgreichen Tomatenanbau im Garten. Dann leitet ein alkoholfreier Tomaten-Aperitif zum kulinarischen Teil über. Das bunte Büfett bietet Tomaten-Variationen aus der österreichischen, orientalischen, griechischen, türkischen, deutschen und italienischen Küche.

Der klassische Tomaten-Mozzarella-Salat zeigt sich hier einmal nicht in den italienischen Nationalfarben, sondern kombiniert grünes Basilikum und weißen Büffelkäse mit rot, gelb, orange und grün leuchtenden Tomatenschnitzen. Begleitet wird diese Vielfalt von Gemüse, Käse, Brot und Getränken aus Bio-Betrieben der Oberpfälzer Öko-Modellregionen. Die Gäste sind begeistert. "So viele verschiedene Tomaten habe ich noch nie auf einmal gesehen, und schon gar nicht probiert", sagt Sigrun Jähn. "Ich bin beeindruckt, wie vielfältig sich Tomaten in der Küche verarbeiten lassen", erklärt Thomas Partenheimer, der sich noch während des Essens für das Tomatenbüfett 2019 vormerken lassen möchte.

Auch als Dessert

Nach dem Dessert - Tomatensorbet an Vanilleeis und Sahne - bedanken sich alle mit Applaus bei der Gastgeberin. Christl Obermeier war es eine Freude, einmal so ein außergewöhnliches Angebot zu gestalten.

Zum Abschluss gibt sie ihre Tomatenausstellung zum Sezieren und Probieren frei. Darauf hatten insbesondere die Gärtner unter den Gästen spekuliert. Mit Messern und Servietten bewaffnet, machen sie sich daran, die kleinen Samen aus den ausgewählten Früchten zu operieren, zu sichern und ordentlich zu beschriften. Am Ende wirken alle Beteiligten sehr zufriedenen bis glücklich: Christl Obermeier hat neue Tomatengärtner kennengelernt, die über von ihr begehrte Sorten verfügen, die Tomatengärtner haben neue Sorten entdeckt und sich Samen für die eigene Zucht gesichert, einige Genießer haben erstmals selbst Saatgut gewonnen und einiges über den Anbau im Garten erfahren und die Köche nehmen neue Anregungen mit für ihre Speisepläne. Alle Teilnehmer sind um neue Geschmackserlebnisse und interessante Begegnungen reicher.

Glück durch Vielfalt:

Öko-Modellregion-Projektmanagerin Barbara Ströll freut sich über die gelungene Veranstaltung in Gebenbach: "Vielfalt macht offensichtlich glücklich. Mit unserem Gemüsenetzwerk möchten wir Vielfalt pflegen und damit Kultur in bestem Sinne. Beides gehört zusammen und ist die Grundlage für echte nachhaltige Entwicklung."

Öko-Modellregion:

Ein Ziel der Bayerischen Öko-Modellregionen ist es, mehr Gastronomen und Köche dafür zu gewinnen, Bio-Lebensmittel aus ihrer Region zu verwenden. Das Gemüsenetzwerk ist ein Projekt: Hier tauschen sich Gärtner, Bauern, Köche und Genießer über Sortenvielfalt, ökologischen Anbau und saisonale Gemüseküche aus. Ziel ist es, die Gemüsekultur in der Region zu pflegen und weiterzuentwickeln. Aktuell gibt es im Amberg-Sulzbacher Land zwei Betriebe, die Gemüse nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus kultivieren sowie 22 Biohöfe, die Kartoffeln anbauen. Das Gemüsenetzwerk kann Gärtner und Bauern unterstützen, die neu in den ökologischen Anbau von Gemüse einsteigen möchten, und Köche, die nach Möglichkeiten suchen, ökologisch angebautes Gemüse in die Gastronomie oder Gemeinschaftsverpflegung zu integrieren.

Tomatenvielfalt - auch bei den Samen. Die Gemüsegärtner plündern die Tomatensortenausstellung. Sie präparieren die kleinen Samen aus den Früchten, um sie für die Aussaat im eigenen Garten zu sichern. Die auf der Serviette getrockneten Tomatensamen kann man bis zum Frühjahr aufbewahren. Dann schneidet man sie aus und legt sie mitsamt dem Papier auf die feuchte Erde.

Schon der Name klingt lecker: Indigo Rose

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