07.01.2020 - 14:09 Uhr
GebenbachOberpfalz

Vokalensemble Hubert Velten gibt begeisterndes Konzert in Gebenbacher Kirche

Wenn andernorts schon die Christbäume entsorgt werden, hält die Kirche das Weihnachtsfest noch hoch. So organisiert der Gebenbacher Peter Kick, selbst Sänger des Ensembles, ein festliches Konzert mit dem Vokalensemble Hubert Velten.

Vokalensemble Hubert Velten gibt ein Konzert in der Gebenbacher Pfarrkirche.
von Externer BeitragProfil

Zum zweiten Mal bereits kamen der Männerchor, der aus ehemaligen Domspatzen besteht, nach Gebenbach. Hatten die 13 Herren und ihr Leiter, Pfarrer Holger Kruschina aus Roding, 2018 dem Advent Glanz verliehen, so strahlten heuer die Stimmen mit dem Weihnachtsbaum um die Wette. Und auch die Sonne erhellte die Westfront der Kirche und leuchtete in diese Stunde hinein.

In wechselnden Formationen breiteten die Sänger noch einmal die Weihnachtsgeschichte vor den zahlreichen Zuhörern aus. Schon die erste Liedgruppe spannte einen großen Bogen vom bayerischen Viergsang über liturgische Musik bis hin zum Weihnachtslied: mit dem „Kaiser Augustus“, Dimitri Bortnijanskis „Cherubinischem Lobgesang“ und Praetorius‘ Klassiker „Es ist ein Ros‘ entsprungen“. Jeder Musikgattung wurden die Sänger gerecht: das Bayerische geriet geradlinig, das Romantische innig und das Klassische klar. Selten gehörte Raritäten mit drei Hirtenweisen folgten, und das „Bayerwald-Wiegenlied“, bei dem der Chor dem Viergsang das Echo gab, musste sich vor dem sich anschließenden „Wiegenlied“ von Max Reger nicht verstecken.

Das Vokalensemble Hubert Velten wurde 1991 vom Namensgeber, damals Leiter der Kirchenmusikschule in Regensburg, aus ehemaligen Domspatzen gegründet. Obwohl der Kern der Truppe inzwischen seit rund 15 Jahren stabil ist, stoßen immer wieder einzelne Sänger späterer Jahrgänge hinzu – und gehen berufs- oder familienbedingt auch wieder andere Wege. Von Anfang an dabei ist Holger Kruschina, der nach dem Tod von Hubert Velten im Jahr 2010 die Leitung übernommen hat.

Klanglich zu den Wurzeln kehrten die Sänger nun mit zwei klassischen Motetten zurück, wie sie im Stil auch in der Domliturgie verwendet werden: „Hodie Christus natus est“ von Palestrina und vor allem „O regem coeli“ von T. L. da Victoria boten einen anspruchsvollen Kontrapunkt zum bisher Gehörten. Wer meinte, mit „O magnum mysterium“ folge noch ein drittes Stück gleicher Art, wurde vom Latein hinters Licht geführt, hätte aber mit Blick auf den Komponisten, Morten Lauridsen, gewarnt sein müssen. Keinesfalls rechnen konnte man auch damit, dass sich der Chor zu diesem Stück „auflöste“: Einzeln oder in kleinen Sängergruppen verteilt, kamen die Stimme quasi Dolby-Surround, was zu diesem eindringlichen, fast mystischen Lied wunderbar passte. Eingefangen wurde alles wieder mit dem deutschen Weihnachtslied „Ich steh an deiner Krippe hier“. Ein Satz, der vor vielen Jahren für das Ensemble eigens erstellt worden war und die vier Strophen mal vier-, mal drei- und am Ende sogar fünfstimmig präsentierte.

Das Vokalensemble Hubert Velten hat nach eigener Auskunft mittlerweile über 300 Stücke im Repertoire, vom gregorianischen Choral bis zur Moderne. Von Anfang an bildete immer auch eine Gruppe Gospel einen Liedschwerpunkt, der seit einigen Jahren zur Weihnachtszeit durch traditionelle englische Christmascarols ersetzt wird. Insgesamt sechs davon hatte der Chor vmit dabei, wobei „O Holy Night“ den Höhe- und Schlusspunkt bildete. Wie bei allen Stücken gelang auch hier ein wunderbarer Wechsel zwischen feinstem Piano und kraftvollem, ja verkündigendem Gesang, stets sauber intoniert und bestens artikuliert. Das galt dann genauso für die beiden Zugaben: „We Three Kings“ und „Heilige Nacht“. Am Ende war das Westlicht der Sonne etwas milder und der Christbaum dafür etwas heller geworden, aber es glänzte noch etwas anderes: viele frohe Gesichter, die eine so schöne Stunde erleben durften.

Hubert-Velten-Ensemble singt in Gebenbach.
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