Es ist schlimmer als ohnehin schon befürchtet. Deutschland steuert wegen der Corona-Pandemie auf die heftigste Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrebublik zu, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier am Mittwoch verkündete. Die Rezession trifft fast alle, milliardenschwere Autokonzerne wie Ein-Mann-Betriebe. Altmeier schätzt, dass die Krise zwei Jahre dauern wird. Damit möglichst viele durch diese harte Zeit kommen, ist die Politik gefragt - und die Bürger.
Viele Geschäfte haben jetzt wieder geöffnet, und deren Hoffnungen ruhen auf den Konsumenten, auf uns. Wir Bürger müssen uns weiter so diszipliniert an die neuen, ungewohnten Regeln halten, an den Abstand, die Masken in Bussen und Zügen sowie in den Läden. Nur so kann eine zweite Infektionswelle verhindert werden, so kann die Wirtschaft wieder angekurbelt werden.
Wichtig ist allerdings auch, dass die Menschen wieder einkaufen, und zwar beim Buchhändler oder dem Fahrradgeschäft vor Ort und nicht im Netz. Dass das aber nicht sicher ist, zeigt das Beispiel China. Dort sind die Geschäfte bereits seit sechs Wochen wieder offen, das Vor-Corona-Erlösniveau haben aber nur die wenigsten erreicht, sagte ein Handelsexperte dem "Spiegel". Sollte das auch in Deutschland geschehen, dürften viele Läden nicht lange überleben. Das Sterben der Geschäfte und der Innenstädte dürfte dann rasant zunehmen - zumal viele noch gar nicht öffnen dürfen.
Sollte die Kauflaune nicht zurückkehren, muss die Politik einspringen, mit Steuersenkungen oder Konsumschecks gegensteuern. Die Regierung darf nicht nur den großen Autokonzernen zur Seite springen. Denn: Eine Stadt fast ohne Einzelhandel wäre fatal, das haben wir in den vergangenen Wochen gemerkt.



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