30.08.2018 - 10:24 Uhr
GeorgenbergOberpfalz

Entdeckungsreise durch die Ruine

Die Burgruine Schellenberg ist beim Tag des offenen Denkmals dabei. Altbürgermeister Albert Kick präsentiert das Wahrzeichen der Gemeinde Georgenberg bei Führungen.

Die Burgruine Schellenberg steht im Mittelpunkt des Denkmaltags am Sonntag, 9. September.
von Josef PilfusekProfil

Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, steht bundesweit unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet”. Bei den Aktionen sollen die Besucher mit auf ganz unterschiedliche Entdeckungsreisen in die Geschichte genommen werden.

„Lassen sie uns also gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen“, lädt die Gemeinde mit Kick ein. Der kommunale Heimatpfleger gibt sein umfangreiches Wissen über die Burgruine Schellenberg bei den Führungen um 10.30, 13.30 und 15.30 Uhr weiter. Treff ist jeweils am Wanderparkplatz Planer Höhe bei Waldkirch.

Das Motto bezieht sich explizit auf das Europäische Kulturerbejahr 2018. In ganz Deutschland beteiligen sich während des gesamten Jahres die unterschiedlichsten Kultureinrichtungen, Museen, Schulen, Hochschulen, Bürgerinitiativen und sonstige kulturell Engagierte am Kulturerbejahr, das unter dem Motto „Sharing Heritage” steht. Das Jahr ist EU-weit ausgerufen. In Deutschland koordiniert es das Nationalkomitee für Denkmalschutz.

Die Burgruine Schellenberg auf 826 Metern Höhe ist das Wahrzeichen der Gemeinde. 1038 wurde das Gebiet um den Schellenberg durch Herzog Bretislav mit Choden besiedelt. Namen wie „Kotenschlag“ oder „Kotenbrunnen“ erinnern noch an diese Zeit. 1347 ließ Kaiser Ludwig der Bayer die Burg Schellenberg, die damals noch den Namen „Lug ins Land“ trug, gegen Einfälle aus Böhmen erbauen.

Am 11. und 12. Juli 1498 wurde die Burg unter der Führung des Hauptmanns Konrad von Wirsberg, der in den Diensten des Markgrafen von Brandenburg stand, erstürmt und geschleift. Zum Einsatz kamen dabei 80 Reiter, 2500 Fuhrknechte und 6 Büchsen. Bei der Erstürmung wurde die Burg teilweise zerstört. Ihren Besitzer, Ritter Moritz von Guttenberg, nahm man gefangen. Die Burg wurde nicht mehr aufgebaut. 1865 verließ der dort 1833 geborene Nikolaus Gschwindler, im Volksmund der „Schellenberg-Niggl“ genannt, als letzter Bewohner das Burggelände und zog zusammen mit seiner Ehefrau nach Gehenhammer. Dort starb er am 9. August 1910.

Ruine Schellenberg:

Eigentlich sollte in diesem Jahr die Instandsetzung des Aussichtsturms über die Bühne gehen. Dafür hat der Gemeinderat in der Sitzung am 22. März den Auftrag an die Zimmerei Götzfried GmbH vergeben. Vereinbart war, dass die Bayerischen Staatsforsten das Holz zur Verfügung stellen sowie das Sägen und Trocknen übernehmen, und die Gemeinde trägt die Kosten für die Zimmererarbeiten. Die Mitarbeit hat auch der OWV zugesagt. Deshalb ist aus Sicherheitsgründen die Sperrung des Zugangs zum Aussichtsturm erfolgt. Nach derzeitigem Stand sieht es so aus, dass die Instandsetzung erst im nächsten Jahr erfolgen wird.

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