(pi) Mit einem solchen Andrang hatten weder Manfred Janker noch Willibald Gleißner gerechnet. Umso mehr freuten sich der Vorsitzende und Vogelschutzwart des Oberpfälzer Waldvereins, dass 33 Erwachsene und 27 Kinder gekommen waren, um sich mit Markus Liebl auf Fledermaus-Erkundungstour zu machen. Der Grafenwöhrer ist als Fledermausquartier-Betreuer im Landkreis Neustadt/WN beim Landesbund für Vogelschutz ein Experte ersten Ranges.
Für die Mädchen und Jungen hatte Liebl auch einen Tipp für einen späteren Beruf: "Wenn ihr lange aufbleiben möchtet, werdet Fledermaus-Kundler", riet er ihnen. Das konnten sie am Freitagabend dann auch ausgiebig bis gegen 23 Uhr. Punkt 20.15 Uhr ging es am "Fledermaus-Stodel" in Neuenhammer los, als der Referent zum Einstieg das Leben der "Jäger der Nacht" schilderte und als durchschnittliche Lebensdauer drei Jahre nannte.
"Eine Fledermaus kann aber auch bis zu 30 Jahre alt werden", ergänzte Liebl, dessen Worten zufolge ein Tier pro Saison nur ein Junges bekommt sowie zur Aufzucht geschützte und warme Plätze, etwa einen hohlen Baum, benötigt. Auf diesem Gebiet bekam der OWV ein dickes Lob. Schließlich betreut Willibald Gleißner sowohl Kästen und Keller für die Tiere. Und die mögen es laut Liebl beim Winterschlaf feucht und kühl, aber nicht kalt. "Ein Felsenkeller ist da ideal."
Während der Tour in Richtung Sieben-Insel-Weiher ließ der Experte unter anderem wissen, dass von den 25 in Bayern nachgewiesenen Arten 18 im Gebiet des Landkreises Neustadt/WN und der Stadt Weiden leben. Dabei halten sich vor allem die Zwergfledermaus oder die Wasserfledermaus, aber auch seltenere Exemplare wie die Fransen- und Mopsfledermaus, der Abendsegler oder das Mausohr auf. Einige Arten konnten die Frauen und Männer, Mädchen und Jungen besonders am Sieben-Insel-Weiher beobachten, auch mit Hilfe der von Liebl ausgeteilten Ultraschall-Messgeräte. Was wahrscheinlich keiner wusste: Die DNA der Fledermaus kommt dem Menschen am nächsten, sogar näher als der Affe. Dass die Kinder aufmerksam zugehört hatten, freute den Fledermausquartiere-Betreuer am Ende der Aktion noch besonders. Sie konnten nämlich fast alle Fragen beantworten und erhielten als Anerkennung die Ernennung als "Junior-Fledermausexperte".













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