22.03.2019 - 09:50 Uhr
GeorgenbergOberpfalz

"Wer früh kandidiert, ist länger tot."

Der Georgenberger Freie-Wähler-Chef Alfred Schriml möchte mit der Aufstellung der Kandidatenliste für die Kommunalwahlen 2020 noch warten.

Seit 20 Jahren kann Alfred Schriml (rechts) auf Anton Hirnet zählen. Das gilt auch für Berthold Zintl.
von Josef PilfusekProfil

Schriml hat in der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler das kommunale Geschehen im vergangenen Jahr beleuchtet und seine Vorstellungen dargelegt. Im Hinblick auf die Kommunalwahlen 2020 wünscht sich der Vorsitzende Personen, „die das Freie-Wähler-Gen in sich tragen, also sachbezogen, sparsam und bürgerfreundlich handeln“.

Für die Aufstellung einer Liste möchte er sich nicht an Parteien in anderen Orten, die schon aktiv geworden sind, orientieren. Dazu sein Kommentar: „Wer zu früh kandidiert, ist länger tot.“

Im Rückblick auf 2018 bedauerte Schriml, dass durch den Umzug der Krabbelgruppe in die ehemaligen Verwaltungsräume des Rathauses Tatsachen vor allem für die immer älter werdenden Bürger/innen geschaffen worden seien, „die nicht von Vorteil sind.“ Für ihn ist nämlich nicht gesagt, „dass ab Mai 2020 nicht doch wieder Verwaltungsleute bereit sind, um Bürgersprechstunden abzuhalten oder Amtsgeschäfte erledigen zu lassen“. Deshalb auch seine Frage: „Warum soll ich wegen einer Nichtigkeit in die VG-Geschäftsstelle fahren?“

Mehr Phantasie und Tatendrang wünschte sich der FW-Chef von den Mandatsträgern bei der Verschönerung des Freibadgeländes. Schließlich sei dieses ideal für Veranstaltungen, ob Open Airs, Grillfeste oder Schwimmkurse. „Auch fehlt immer noch ein Kinderplanschbecken, das ich seit Jahren fordere und vielleicht heuer endlich angegangen wird“, fand Schriml. Deshalb will er sich für die Errichtung eines kleinen Kiosks auf der Liegewiese einsetzen, der dann von einer „richtigen Badeseele“ betrieben werden könnte, „wie sie Hans Geibig einmal war“.

Schade fand der Ex-Bürgermeister, dass einige Gemeinderatsmitglieder den Neubau des Feuerwehrhauses in Hinterbrünst erst als überflüssig eingestuft, dann letztendlich doch noch zugestimmt hätten. Auch erinnerte er etwa an den Kauf von gebrauchten Löschfahrzeugen in seiner Zeit von 1996 bis 2002. Gebraucht erwerben oder leasen würde er unter anderem auch Mähwerke, die der ehemalige Angestellte Alfons Zimmermann kostengünstig besorgt habe. „Ich bin sicher, dass bei Landwirten oder Tiefbauunternehmen viele Leistungen fachlich hervorragend und kostengünstig ausgeführt werden“, warb der Vorsitzende. Und dabei wünschte er sich im Hinblick auf das „Freie-Wähler-Gen“ für die neue Amtsperiode Ratsmitglieder, „die noch mehr nach ihrem Gewissen und Sachverstand abstimmen“.

Verbunden mit dem Rückblick auf die Projekte in seiner Amtszeit – ob Wasserversorgung, Renovierung der Filialkirche St. Josef in Waldkirch und der Kapelle in Hinterbrünst, Neugestaltung des Rathausplatzes oder Erschließung des Baugebiets „Mitteräcker“ – sprach er sich gegen die Erneuerung der Wasserleitung beim Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Georgenberg – Neukirchen zu St. Christoph aus, bezeichnete die Straße als nach wie vor gut befahrbar und fand die Kosten für die Erschließung des Baugebiets „Sandfeld“ für zu hoch. „Das Zukunftswohl unserer Gemeinde steht und fällt mit Zuzügen von außen oder dem Verbleib von jungen Mitbürgern“, wünschte er sich aktive Werbung.

Für den neuen Kultursalon im Rathaus konnte Schriml keine Notwendigkeit sehen. „Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, mache aber kein Hehl daraus, dass ich mir lieber eine Begegnungsstätte mit einem kleinen Café gewünscht hätte“, sagte er.

„Wir haben immer noch einzigartige Vorzüge für Familien und auch Ältere“, beschrieb Schriml die Lage im Tourismus, sprach sich für entsprechende Aktionen und erinnerte an das „Oberpfälzer Musikantentreffen“ 2000 mit der Sängerin Brigitte Traeger. Als Veranstaltungsort etwa für kleine Wirtschaftsmessen konnte er sich das Gelände um den Feststodel im Zentrum Georgenbergs vorstellen.

Beifall erhielten dann auch Schriftführer Anton Hirnet für das Verlesen der Niederschrift über die Jahreshauptversammlung 2018 und Schatzmeister Berthold Zintl, dessen akribische Buchführung Martin Scheibl lobte.

Verlassen kann sich Schriml seit der Gründung des FW-Ortsverbandes auf Hirnet und Zintl. „Berthold ist immer hilfsbereit, drängt sich nicht in den Vordergrund und arbeitet fleißig im Hintergrund“, beschrieb er den Schatzmeister. Bei Hirnet unterstrich der Vorsitzende noch das vielseitige Engagement als Schützenmeister von „Grenzland“ Waldheim. „Beide tragen seit über 20 Jahren das Freie-Wähler-Gen in sich“, freute sich Schriml und zeichnete sie dafür aus. Als neuen Mitstreiter hieß er Matthias Müller willkommen.

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