Georgenberg
01.09.2025 - 15:26 Uhr
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Georgenberg: Unbekannter kippt sieben Zentner Kartoffeln in die Landschaft, Bürgermeister ermittelt

In Georgenberg tauchen sieben Zentner Kartoffeln am Ufer des Zottbachs auf. Zweiter Bürgermeister Rudolf Völkl ist empört über die "Sauerei" und sucht nun nach dem Verursacher der illegalen Entsorgung.

"Sieben Zentner Kartoffeln", schätzt Rudolf Völkl. Illegal ausgekippt am Zottbach: Was Völkl aber am meisten aufregt: "Durchaus essbar." Bild: fz
"Sieben Zentner Kartoffeln", schätzt Rudolf Völkl. Illegal ausgekippt am Zottbach: Was Völkl aber am meisten aufregt: "Durchaus essbar."

„Bei mir würden sich die Nackenhaare sträuben, wenn ich noch welche hätte“, sagt Georgenbergs zweiter Bürgermeister Rudi Völkl im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Er zeigt auf einen großen Haufen Kartoffeln, die in Neuenhammer zwischen dem Feuerwehrhaus und dem Gemeindestadel direkt am Ufer des Zottbachs liegen. "Sieben Zentner", schätzt Völkl.

Der derzeitige Gemeindechef Völkl, aktuell in Urlaubsvertretung von Bürgermeister Wolfgang Bock, versteht die Welt nicht mehr. „Das gibt's doch nicht.“ Seiner ersten Einschätzung nach sind die Kartoffeln zum großen Teil in einem guten Zustand. „Die sehen aus wie frisch ausgegraben“, sagt Völkl. „Wären sie ein Jahr abgelagert, wären sie weich, hätten Triebe und wären nicht in diesem Zustand. Das sind durchaus noch verwertbare Speisekartoffeln.“ Also stellt sich die Frage nach dem Warum. Völkl hat da seine Ansicht. „Die sehen aus wie frisch ausgegraben. Angebaut 2024 und jetzt ans Tageslicht befördert.“

Völkl vermutet: Kein Landwirt als Verursacher

Völkl vermutet hinter dieser „Sauerei“, wie er es nennt, keinen Landwirt. "Ein Landwirt erntet doch nicht sein Feld im Jahr 2024, lässt einen Teil ungenutzt und holt die Entsorgung jetzt nach", sagt er. Zumal ein Landwirt in diesem Fall die Entsorgung einfach über die Verfütterung an seine Tiere hätte regeln können. Landwirte konservieren auch Kartoffeln nach der Ernte im Herbst über den Winter bis ins nächste Jahr in sogenannten Erddepots. "Da nehmen sie diese nicht heraus und kippen sie in die Landschaft", ist sich Völkl sicher.

Bei der Menge handelt es sich um einen privaten Anbau, etwa im Garten, meint er. Im Jahr 2024 wurden die Kartoffeln wohl nicht mehr geerntet, ein Jahr nach der üblichen Ernte erscheinen viele Knollen trotzdem noch fest und genießbar. Wenn man sie nicht mehr braucht, könnte man mit einem Landwirt sprechen, der sie sicher gerne an seine Tiere verfüttert, meint Völkl. „Stattdessen kippt man sie der Gemeinde vor die Haustür und sagt: ‚Mach du mal was damit.‘“ Lebensmittel einfach in die Flur zu kippen, ist für Völkl nicht akzeptabel. Das widerstrebt dem zweiten Bürgermeister.

Angebot an den Unbekannten

Die Kosten für die Gemeinde seien dabei zweitrangig: Völkl ist sich sicher, dass die Gemeinde einen Landwirt findet, der die Kartoffeln für seine Tiere übernimmt. Die Kosten für die Entsorgung seien nicht hoch. Eine Anzeige bei der Polizei wolle er nicht aufgeben, sagt Völkl. „Was kommt da raus? Dann liegen die Kartoffeln noch Wochen da und verrotten.“

Stattdessen recherchiert Völkl selbst – und geht schon einem begründeten Verdacht nach. Völkl will dem Verursacher aber auch eine Chance geben und hofft, dass dieser zur Vernunft kommt. Bis Ende der Woche könne man das auf „dem kleinen Dienstweg“ regeln, sagt er.

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