23.05.2019 - 09:15 Uhr
GeorgenbergOberpfalz

Georgenberg mit Wackelkontakt

In der Grenzgemeinde fällt alle vier Wochen das Handynetz für ein paar Tage aus. Während Bürgermeister Johann Maurer noch für eine Lösung kämpft, sind andere schon einen Schritt weiter.

Die Mobilfunkantenne auf dem Pfarrheim der Gemeinde ist veraltet.
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Mario Riedl hat aufgegeben. Der Heizungsbau- und Installateurmeister versucht nicht mehr, der Telekom Störungen im Handynetz in Georgenberg zu melden. Seit etwa zwei Jahren bricht regelmäßig der Empfang zusammen. Das bestätigen auch Kirchenpfleger Josef Meckl und Bürgermeister Johann Maurer. Im Moment ist es mal wieder so, und seit Freitag, 17. Mai, sind Verwaltung, Landwirte, Handwerker und alle anderen Bürger der Gemeinde ans Festnetz gefesselt. Maurer ärgert sich, dass es keinen festen Ansprechpartner gibt. "Die Telekom bemüht sich gar nicht. Die denkt sich wahrscheinlich, für die da hinten, für die taugt das noch."

Eigentlich müsste Riedl als Handwerker auch auf der Baustelle gut erreichbar sein. "Jeder Kunde erwartet das", sagt der Neukirchener. Er ist von den Erfahrungen mit dem Mobilfunkanbieter ernüchtert: "Man wird ständig abgewiesen, dann kommt jemand, dann geht es drei Wochen, und dann ist dasselbe Spektakel von vorne, und dann muss man wieder Bescheid sagen. Mir rennt die Zeit davon."

Ein Mitarbeiter von Vodafone hat laut Maurer kürzlich die Antenne auf dem Pfarrheim begutachtet und gesagt, so eine alte Antenne habe er schon lange nicht mehr gesehen. Die Technik sei mindestens 22 Jahre alt.

Auf Nachfrage bestätigt der Telekommunikationsanbieter den Netzausfall. Der erste Ansprechpartner der zentralen Hotline in Bonn nimmt die Anfrage der "Neutag Medien" auf, die eine Störung in "Georgienberg" melden. Als Vorwahl für den Rückruf wird "0967" für die Region um Oberviechtach statt "0961" für Weiden notiert. Laut Pressemitteilung liegt der Ausfall an einem "Hardwaretausch an einem Antennenstandort". Geräte oder Geräteteile wurden also erneuert. Betroffen sei nur die Telefonie, das mobile Surfen im Internet sei ohne Einschränkungen möglich. Aus der Gemeinde heißt es, der Gerätetausch sei schon im vergangenen Jahr erfolgt, seither habe sich das Problem eher verschärft. Eine mobile Datenkommunikation sei aufgrund der schlechten Verbindung eigentlich überhaupt nicht möglich, beziehungsweise auf "Steinzeitniveau". Das müsste auch der Telekom bekannt sein. "Wie viele Kunden beeinträchtigt sind, können wir nicht beziffern", schreibt die Pressestelle. "Unsere Techniker arbeiten an einer Lösung des Problems und werden die Störung so schnell wie möglich beheben. Bis wann dies erfolgt sein wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen."

Kirchenpfleger Meckl erinnert sich noch, dass vor einigen Jahren die Abstände bis zum Ausfall länger waren. Der 68-Jährige weiß, dass der Grund für den schlechten Empfang nicht bei der Antenne auf dem Pfarrheim, sondern unter der Erde zu suchen ist. Die Kupferkabel müssten wohl repariert oder durch Glasfaser ersetzt werden. Wann das passiert, ist unklar. Die Telekom hat laut Meckl für dieses Jahr eine Erneuerung der Technik angekündigt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.