09.05.2019 - 15:01 Uhr
GeorgenbergOberpfalz

Kultur im Rathaus

Immer wenn Michael Schieder an der früheren Raiffeisenbank vorbei ins Rathaus ging, hatte er denselben Gedanken: „Da muss einfach wieder etwas rein.“ Mit seiner Frau hat er aus der Idee einen neuen Anziehungspunkt gemacht.

Susanne und Michael Schieder freuen sich schon auf die Premiere ihres Kultursalons.
von Josef PilfusekProfil

Susanne Schieder hat das Untergeschoss bislang als Musik-Unterrichtsraum gemietet. Bürgermeister Johann Maurer hätte es eigentlich gerne gesehen, wenn der Sitzungssaal vom Ober- in das Erdgeschoss verlegt worden wäre. „Aber das war im Gemeinderat nicht durchsetzbar.“ Also spinnen Susanne und Michael Schieder ihre fixe Idee weiter. „Nach und nach ist ein Bild entstanden“, blickt Michael Schieder zurück. Bald schon stellt er Bürgermeister und Gemeinderat Pläne für einen Kultursalon vor. „Es sollte ein großzügiger Raum werden, gefüllt mit Instrumenten und Stühlen und natürlich dann auch mit Zuhörern.“ Die Entscheidungsträger waren schnell überzeugt.

„Ein Traum ist Wirklichkeit geworden“, freuen sich die Schieders schon auf die große Eröffnung am Samstag, 1. Juni, und das Wohlwollen, das ihnen von vielen Seiten entgegenschlägt. Das Paar möchte im Kultursalon fünf bis sechs größere Veranstaltungen pro Jahr organisieren. „Wir möchten aber auch jungen Künstlern aus der Region ein Podium geben.“ Platz haben etwa 40 Zuhörer.

Vor allem aber möchte das Ehepaar mit seiner Initiative ein Angebot schaffen, „das es in dieser Form in unserer Gemeinde noch nicht gegeben hat. Deshalb würden wir uns über eine große, positive Resonanz sehr freuen“. Wegen des Geldes tun sich die Schieders die Arbeit nicht an. Die Künstlergagen sollen durch Eintrittsgelder, Spenden und Sponsoring gedeckt werden.

Mit dem Kultursalon schlägt Musikpädagogin Susanne Schieder zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie hat in dem Raum jetzt auch mehr Platz für ihre Schüler und kann sich so intensiver der musikalischen Früherziehung widmen. „Ich habe schon viele Anfragen." Die Einweihungsfeier beginnt am 1. Juni um 14.30 Uhr mit einem Eröffnungsstück der Blaskapelle Waldkirch unter der Leitung von Bernhard Träger, bevor Susanne und Michael Schieder den Kultursalon vorstellen und Pfarrer Julius Johnrose die Segnung vornimmt. Nach einem musikalischen Beitrag von Florian Schieder folgen Grußworte von Bürgermeister Johann Maurer und Landrat Andreas Meier. Dazu kommt ein Schülervorspiel von Mädchen und Jungen, die Susanne Schieder unterrichtet. Bei diesem Tag der offenen Tür können die Gäste die neuen Räume besichtigen sowie Kaffee und Kuchen genießen. Daneben lockt eine Tombola.

Höhepunkt der Premiere ist der Liederabend, der um 19 Uhr mit der Sängerin Laura Demjan beginnt. Sie wird von Susanne und Florian Schieder am Klavier begleitet. Eintrittskarten gibt es für 12 Euro (Erwachsene) und 8 Euro (Schüler) unter Telefon 09658/9139532 oder per E-Mail an kultursalon[at]edition-symphonia[dot]de.

Laura Demjan wurde in Saarbrücken geboren. Ab 2006 studierte sie an der Hochschule für Musik Saar bei Professor Yaron Windmüller Sologesang und Musiktheater. Zwischen 2012 und 2015 vervollständigte sie ihre Ausbildung in Nürnberg mit einem Masterstudiengang im Fach Barockgesang. 2009 gab Demjan ihr Debüt auf der Opernbühne und war seither am Saarländischen Staatstheater, den Wuppertaler Bühnen und dem Nürnberger Staatstheater in verschiedenen Partien ihres Fachs zu hören, unter anderem als Papagena in der „Zauberflöte“, Barbarina im „Figaro“ oder Adele in der "Fledermaus“.

Laura Demjan ist Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes, des Zonta-Clubs Saarlouis und der Hochschule für Musik Saar. Außerdem ist sie Preisträgerin des Internationalen Richard-Bellon-Wettbewerbs und des Walter-Gieseking-Wettbewerbs. Seit der Spielzeit 2018/19 singt Laura Demjan am Staatstheater Meiningen und ist dort als Despina in „Così fan tutte“, als Mabel in „Die Piraten von Penzance“, als Echo in „Ariadne auf Naxos“ und als Bärbele im „Schwarzwaldmädel“ zu erleben. Mit ihrer Familie lebt sie in Vohenstrauß.

Die Initiatorin:

Susanne Schieder wurde in München geboren und absolvierte dort am Richard-Strauß-Konservatorium ihr Kirchenmusikstudium. Nach Anstellungen in Pfarreien in und um München lebt sie mit Ehemann Michael, Tochter Maria und Sohn Florian seit 2014 in Georgenberg. Dort hat sie einen Kinder- und Jugendchor neu ins Leben gerufen. Ferner arbeitet sie als Organistin sowie als Musikpädagogin mit Schwerpunkt Orgel- und Klavierunterricht. Im Dezember 2016 wurde sie zur Dekanatskirchenmusikerin für das Dekanat Leuchtenberg berufen. Sohn Florian begann im Alter von fünf Jahren mit Schlagzeug- und später mit dem Klavierunterricht. Mit diesen Instrumenten gewann er bereits mehrere Preise bei „Jugend musiziert“, auch bei Kompositionswettbewerben war er mehrfach Preisträger. Im Juli 2018 hat er den C-Kurs der Diözese Regensburg abgeschlossen. Florian besucht zurzeit die 11. Klasse des Gymnasiums in Neustadt. (pi)

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