Georgenberg
08.04.2026 - 12:33 Uhr

Die Malerei ist seine Leidenschaft: Georgenberger Reinhold Schultes feiert 80. Geburtstag

Der Georgenberger Reinhold Schultes genießt vor allem als Kunstmaler einen exzellenten Ruf. Außerdem leitet er unter anderem seit über 50 Jahren den Kirchenchor in seiner Heimatpfarrei Neukirchen zu St. Christoph.

Von Josef Pilfusek

„Wer rastet, der rostet.“ Reinhold Schultes ist sich der Bedeutung des bekannten Sprichworts bewusst. Und daher steht er auch mit 80 Jahren noch im Rampenlicht, ob in seinem Atelier oder als Leiter des Kirchenchors.

Wenn von dem Georgenberger die Rede ist, fällt automatisch die Bezeichnung „Kunstmaler“. Der seit Donnerstag, 9. April, 80-Jährige ist längst ein Begriff weit über seine Heimatgrenzen hinaus. Die Malerei ist für den verheirateten dreifachen Familienvater – zu Ehefrau Doris kommen die Töchter Maximiliane und Sabine sowie Sohn Stefan –, stolzen Opa und pensionierten Lehrer Leidenschaft pur.

Aufgewachsen ist Schultes in Georgenberg mit fünf älteren Geschwistern in der Nachkriegszeit. „Meine Phantasie für die Malerei wurde auch beflügelt durch die Brüder Max und Martin“, erzählt er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Beide wirkten als Priester und erhielten den Ehrentitel Bischöflicher Geistlicher Rat (BGR).

Atelier Treffpunkt für Kunstgenießer

Schultes’ Werke genießen aufgrund seines künstlerischen Ausdrucks großen Respekt und Anerkennung auf höchster Ebene. Sein Atelier in der Waidhauser Straße ist das ganze Jahr hindurch ein beliebter Treffpunkt für Freunde anspruchsvoller Kunst, die auch bei zahlreichen Ausstellungen zu bewundern ist.

Außerdem ist es Proberaum für den Kirchenchor, den er schon seit über 50 Jahren leitet. Gute Musik bezeichnet er als weitere Leidenschaft. „Als Lehrer war mir die Pflege alter Volkslieder ein großes Anliegen“, blickt er dabei auf seine Schullaufbahn zurück.

Schultes, der seit Jahrzehnten aktives Mitglied des Oberpfälzer Kunstvereins ist und dessen Ausstellungen regelmäßig mit seinen Gemälden beschickt, gilt als herausragender Kulturträger seiner Heimat. 2010 hat ihn der OKV mit der Verdienstmedaille in Gold ausgezeichnet.

Viele Kunstwerke geschaffen

Für seine Heimatgemeinde schuf er unter anderem den Brunnen vor dem Rathaus – da hatte er einen Ideenwettbewerb gewonnen – oder malte das Altarbild in der Dorfkapelle St. Georg. Weitere Glanzpunkte sind in der Pfarrkirche in Neukirchen zu St. Christoph der von ihm stammende Kreuzweg und zwei große Heiligen-Bilder sowie die Stationen des Feldkreuzwegs von der Dorfkapelle zur Pfarrkirche. Außerdem hat er für das Gotteshaus St. Martin in Griesbach drei Altarbilder gemalt.

Ein weiteres Altarbild ist in der Kapelle Fuchsberg zu bewundern. „Es zeigt die Heilige Familie in altmeisterlichem Stil“, erzählt Schultes. Das Motiv als Rundbild soll demnächst an der Stirnseite der Dorfkapelle St. Georg angebracht werden.

Seine Liebe zur Natur wird in zahlreichen Bildern jeder Größe – ob in Aquarell-, Öl- oder Acryltechnik – deutlich sichtbar. Beeinflusst von den Impressionisten liebt der Künstler das wechselnde Licht der Jahres- und Tageszeiten. Als weitere Vorlieben bezeichnet er intensive und eindringlich aufgefasste Portraits. Viele seiner Werke, die auch überregionale Themen beinhalten, befinden sich in öffentlichem oder privatem Eigentum.

„Mich inspiriert schon seit meiner frühen Kindheit in den Nachkriegsjahren auch die Märchen- und Sagenwelt rund um das Zottbachtal“, beschreibt der pensionierte Lehrer seine Motivation und spricht von einer „armen, aber glücklichen Zeit, welche die Phantasie wesentlich mehr anregen kann, als es etwa Internet oder Smartphone vermögen“.

Ehrenamtlich engagiert

Ehrenamtliches Engagement kommt bei Schultes ebenfalls nicht zu kurz. So übte er viele Jahre das Amt des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden aus und hatte von 1978 bis 1984 für die CSU Sitz und Stimme im Gemeinderat. Zeichen gesetzt hat er beim Männergesangverein „Sangeslust“ Georgenberg, dessen Gründer sein Vater Franz Schultes war. „Er hat den sangesstarken Chor 50 Jahre lang geleitet“, weist er hin.

Dazu kommen der OWV-Zweigverein Georgenberg, die Georgenberger Siedlergemeinschaft und die Fördergemeinschaft Dorfkapelle St. Georg. Zu ihr hat er eine besondere Verbindung. Schließlich hat die Familie Schultes das Grundstück für den Bau des Kirchleins gestiftet. Und seit der Gründung des Vereins übt er das Amt des Schriftführers aus. Sohn Stefan ist übrigens der Vorsitzende.

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