Georgenberg
20.07.2018 - 10:56 Uhr

Seit 60 Jahren Priester

Die Besuche in seiner "zweiten Heimat Georgenberg" haben sich bei Pater Karl Hartl zwar reduziert, die freundschaftlichen Beziehungen etwa zu Altbürgermeister Albert Kickhalten aber nach wie vor.

Pater Karl Hartl feiert am Freitag Priesterjubiläum. pi
Pater Karl Hartl feiert am Freitag Priesterjubiläum.

Die Besuche in seiner "zweiten Heimat Georgenberg" haben sich bei Pater Karl Hartl zwar reduziert, die freundschaftlichen Beziehungen etwa zu Altbürgermeister Albert Kickhalten aber nach wie vor. Am Freitag feierte der Geistliche in der Landeshauptstadt sein 60. Priesterjubiläum feiern. Am 20. Juli 1958 hat ihn der afrikanische Bischof Joseph Kiwánuka in St. Michael in München zum Priester geweiht.

Der am 23. Dezember 1932 in Komotau, damalige Tschechische Republik, Geborene musste mit seiner Familie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Vertreibung über sich ergehen lassen und nahm nach dem Abitur 1952 und dem Eintritt bei der Missionsgesellschaft der Afrikamissionare (Weiße Väter) und dem Noviziat 1954 das Studium der Theologie auf. Dieses absolvierte er bis 1958 in Schottland und England. Der Ausreise nach Uganda in der Osterwoche 1959 sollten sich dann 40 Jahre in der Mission anschließen. Und da hatte es Hartl nicht immer leicht. Umso mehr legte er im Rahmen der pastoralen Arbeit das Augenmerk auf Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.

1976 beauftragte ihn der Generalvikar seiner Diözese, Emanuel Wandera, in Uganda Kolping zu gründen. Der Generalvikar selbst hatte 1975 das Internationale Kolpingwerk bei einem ungeplanten Reiseaufenthalt (Notlandung des Flugzeugs) in Köln kennengelernt. Also reiste Hartl dann selbst in die Rhein-Metropole und lernte Kolping kennen.

Nach einer zweijähriger Vorbereitung und Schulung gelang ihm am 4. Dezember 1977 die Gründung einer ersten Kolpingsfamilie in Munteme. Bereits zwei Jahre später konnte der Kolping-Nationalverband Uganda ins Leben gerufen werden. Die Kolpingidee verbreitete sich dann weiter in die Nachbarländer Kenia, Tansania, Ruanda und Südafrika. 1985 folgte schließlich die Gründung des Kolping-Kontinentalverbands Afrika (AKA), und Pater Hartl wurde zum Kontinentalpräses von Afrika gewählt. Die Kolpingfamilie Uganda hat heute in 100 Gruppen 17 000 Mitglieder. Nach 40 Jahren kehrte der Pater, dessen Schwester Elvira Röhrigbis zu ihrem Tod 2013 in dem 1960 erworbenen Haus in Georgenberg lebte, nach Deutschland zurück, half zunächst in seiner Heimatpfarrei Neukirchen zu St. Christoph aus. Dort hatte er 1966 seinen ersten Heimaturlaub verbracht. Im Januar 2001 folgte der Umzug in das Münchner Haus der Weißen Väter. Von 2004 bis 2016 arbeitete Hartl in der Pfarrei St. Peter mit.

Seitdem genießt er den Unruhestand im Seniorenheim der Weißen Väter und pflegt unter anderem seine Leidenschaft "Reparatur von Computern und elektronischen Geräten". Laut Pater Joachim K. J. Lieberich "ist Pater Karl Hartl eine geschätzte Hilfe für die alten Afrikamissionare, für die die elektronische Welt ein Geheimnis bleibt, das sich auch mit Gebet nicht erschließen lässt".



 
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