10.03.2020 - 09:45 Uhr
GleiritschOberpfalz

Bürokratie rückt immer häufiger mit aus

Von Brand bis Faschingszug: Das Einsatzspektrum der Feuerwehr Gleiritsch ist vielfältig. In der Jahresversammlung wird aber kritisiert, dass beim Ausrücken immer häufiger behördliche Vorgaben zu beachten sind.

Für ihre Treue zum Verein wurden Mitglieder geehrt. Die Vorsitzenden Thomas Zinkl (rechts), Lukas Geier (links) und Bürgermeister Hubert Zwack (hinten, Zweiter von rechts) bedankten sich für die langjährige Zugehörigkeit.
von Alois KöpplProfil

Eine überaus große Zahl aktiver und passiver Mitstreiter durfte Vorsitzender Thomas Zinkl zur Jahreshauptversammlung im Gerätehaus begrüßen. Der 147 Mitglieder zählende Verein verfügt aktuell über eine 36-köpfige aktive Truppe. In seinem Bericht nannte Zinkl eine Vielzahl von Aktivitäten im abgelaufenen Vereinsjahr. Neben kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen in der Gemeinde, besuchte die Wehr Feste in Pamsendorf, Zeinried, Pfreimd, Dürnersdorf, Eigelsberg und Fronhof.

Beim Vereineschießen des ESV Lampenricht-Gleiritsch schossen sich die Akteure der Feuerwehr ins Mittelfeld. Das „Lebendkickerturnier“ beim Sportwochenende der DJK Gleiritsch beendeten sie auf Platz zwei. „Ein größerer Arbeitseinsatz war nötig, um die in die Jahre gekommene Bretterverschalung am Giebel an der Rückseite des Feuerwehrhauses zu erneuern“, erinnerte Zinkl. Er bedankte sich bei den Aktiven für ihren rund 100 Stunden umfassenden Arbeitseinsatz und bei der Gemeinde für die Übernahme der Materialkosten.

Georg Roth, Kommandant und Jugendwart in einer Person, listete die Einsätze auf. Der Gleiritscher Faschingsumzug habe mit 110 Stunden zu Buche geschlagen, und auch bei zwei Brandeinsätzen war die Gleiritscher Wehr gefordert. Besonders heikel sei im Sommer ein aufkeimender Waldbrand gewesen, der durch Zufall entdeckt worden war. Der beherzte Einsatz mehrerer Wehren und der Antransport von Löschwasser im Güllefass durch Andreas Kraus aus Schömersdorf habe eine Katastrophe verhindert. Für die Organisation der Feuerwehraktionswoche sprangen die Gleiritscher für die Nachbarwehr aus Weidenthal in die Bresche. Ein durch die Feuerwehr Oberviechtach ausgerichteter Motorsägenkurs, organisiert von Sebastian Zeus, diente der Schulung der Aktiven. Immer wieder ist auch die Bundesstraße 22 Einsatzort der Kameraden, die bei Unfällen die Verkehrsregelung übernehmen.

Bemängelt wurde in der Versammlung, dass durch Vorgaben "von oben" beim Ausrücken immer mehr Papierkrieg produziert werde. So seien zum Beispiel bei Alarmierungen auf der B 22 die genauen Standorte des Einsatzes anzugeben. „Anstelle das Ehrenamt zu fördern“, so Bürgermeister Hubert Zwack, „baut man immer mehr Bürokratie auf.“

Mit Nachwahlen ist die Vorstandschaft der Feuerwehr komplettiert worden

Gleiritsch

Die Gleiritscher Jugendgruppe umfasst momentan nach den Worten Roths lediglich ein Mitglied. Vom Nachwuchs ist kein Übertritt in den aktiven Dienst erfolgt. Er bedankte sich bei Julian Gleissner, Benjamin Schwarz und Veronika Wilhelm für ihren Einsatz bei der Gleiritscher Feuerwehr.

Bürgermeister Hubert Zwack meinte in seinem Statement, dass „Feuerwehr ein freiwilliger Dienst ist, der mehr von oben herab unterstützt werden sollte". Es sei für die Zukunft aller Gemeinden wichtig, Nachwuchs zu finden und für das Ehrenamt zu motivieren. Hier seien auch Eltern gefordert, ihren Kinder den Dienst an der Allgemeinheit schmackhaft zu machen. Zum Abschluss der Versammlung wurden noch treue Mitglieder für 50 und 60 Jahre im Feuerwehrverein geehrt.

Ehrungen:

50 Jahre

Josef Bäumler, Josef Gerstl, Heribert Heindl, Georg Höreth, Erich Irlbacher, Robert Irlbacher, Karl Kiener, Michael Kiener, Karl Knott, Johann Köppl, Karl Lang, Anton Pfannenestein, Konrad Zinkl (Gleiritsch), Georg Zinkl, Michael Zwack

60 Jahre

Josef Pretzl sen., Michael Pretzl, Willi Scheuerer, Johann Stigler, Alois Zanner, Alois Zeitler, Johann Zitzmann senior. (akp)

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