09.04.2020 - 15:03 Uhr
GleiritschOberpfalz

Josef Pretzl sorgt für "frischen Wind"

In Gleiritsch steht ein Wechsel an. Bürgermeister Hubert Zwack wurde abgewählt und verzichtet ebenso wie seine Stellvertreterin Rita Schwandner auf das Gemeinderatsmandat. Der neue Bürgermeister Josef Pretzl will etwas bewegen.

Josef Pretzl junior freut sich auf seine erste Amtsperiode als Bürgermeister der Gemeinde Gleiritsch.
von Alois KöpplProfil

Josef Pretzl wird ab 1. Mai die Geschicke der Gemeinde Gleiritsch leiten. Hubert Zwack, der 2001 als Nachfolger des verstorbenen Bürgermeisters Karl Stepper das Amt des Bürgermeisters übernahm, wurde überraschend abgewählt. Zwack nimmt, ebenso wie die noch amtierende Zweite Bürgermeisterin Rita Schwandner, keinen Sitz im neuen Gemeinderat an. Nachrücker laut dem amtlichen Endergebnis der Kommunalwahlen sind Hubert Irlbacher und Thomas Galli.

Vorteil für den "Neuen"

Das Interesse der Gleiritscher Bürger war hoch, denn 388 von 519 Wahlberechtigten (74,8 Prozent) beteiligten sich am 15. März an der Kommunalwahl. Sechs Jahre vorher waren es lediglich 64,3 Prozent. Josef Pretzl, der Listenführer der Freien Wähler, konnte 561 Stimmen auf sich vereinigen, Hubert Zwack von der CSU 442 Stimmen. Aufgrund des Bürgervotums werden in Zukunft vier Räte der Freien Wähler und der FW-Bürgermeister dem Gremium (acht Sitze) angehören. Diese Konstellation ist ein Vorteil für den "Neuen", um frischen Wind in die Kommunalpolitik zu bringen.

Pretzl gehört dem Gleiritscher Gemeinderat seit 2014 an und konnte daher schon Erfahrung sammeln. In der Kirchenverwaltung ist er seit 2006 aktiv und bekleidet dort seit 2018 das Amt des stellvertretenden Kirchenpflegers. Pretzl pilgert seit 1991 mit der Gleiritscher Fußwallfahrergruppe nach Altötting. Der Kälteanlagenbauermeister ist 54 Jahre alt, verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Neben seiner Mitgliedschaft bei der Feuerwehr, der Krieger- und Reservistenkameradschaft, dem Sportverein (DJK), dem Musikverein und dem Gartenbauverein, steht er als Vorsitzender bei der Siedlergemeinschaft Gleiritsch seit 2007 an vorderster Stelle und trägt Verantwortung.

Die Freien Wähler möchten dafür sorgen, dass junge Familien in der Gemeinde eine Zukunft haben. "Denn sie sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Entwicklung der Kommune", so der künftige Bürgermeister. Aufgrund des Mangels an geeignetem Bauland hätten bereits erste Bauwillige der Gemeinde den Rücken gekehrt. "Um Senioren, einer Stütze unserer Gesellschaft, die vieles für nachrückende Generationen aufgebaut haben, möglichst lange eine Zukunft bei uns zu bieten, muss hier über Lösungsmuster nachgedacht werden", so Pretzl. Gleiritsch sei bekannt für sein intaktes Vereinsleben: "Diesen ehrenamtlichen Lebensnerv zu erhalten und zu fördern, muss eine Aufgabe des neu gewählten Gremiums sein." Ziel sei es deshalb, besonders junge Leute für die Kommunalpolitik zu interessieren, damit sie gestalterisch an der kommunalen Entwicklung mitwirken können.

Schwer zu prognostizieren

Sorge bereitet dem neu gewählten Bürgermeister die Coronakrise, die auch eine kleine Gebietskörperschaft wie Gleiritsch treffe, auch wenn es manche vielleicht noch nicht so sähen. "Vor Corona ist nicht nach Corona und so ist der Fluss von künftigen Fördermitteln für gemeindliche Projekte schwer zu prognostizieren. Hier gilt es abzuwarten und Ruhe zu bewahren", bekräftigt Josef Pretzl.

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