15.09.2019 - 16:57 Uhr
GleiritschOberpfalz

Windpark massiv in der Kritik

Bürger melden gesundheitliche Beeinträchtigungen und Schäden an ihren Häusern durch die Windparkanlage Pamsendorf. Regierungspräsident Axel Bartelt wird eingeschaltet.

Gleiritscher Bürger beklagen, dass sie seit dem Betrieb des Windparks Pamsendorf körperliche Beeinträchtigungen und Schäden an Hab und Gut erlitten hätten.
von Christof FröhlichProfil
Für das ehemalige Bankgebäude in der Ortsmitte von Gleiritsch, das sich im Besitz der Gemeinde befindet, ist in der Sitzung die endgültige „Umbauvariante“ festgelegt worden. Die Mehrheit im Gemeinderat war der Ansicht, dass die wohl einmalige Förderung von 80 Prozent genutzt werden müsse. „Nachbesserungen“ würden erheblich kostenintensiver.
Diese Umbauplanung (Erdgeschoss) hat sich durchgesetzt. Daneben wird auch noch ein Aufzug eingebaut und auch das Obergeschoss genutzt. Bilder: frd

Eine umfangreiche Tagesordnung hatte der Gemeinderat im öffentlichen Sitzungsteil zu bewältigen. Keine Einwände gab es gegen den Neubau eines Wasserspeichers mit integrierter Schieberkammer durch die Wasserversorgung Lampenricht. Hinsichtlich der Zuwegung hat der Antragsteller auf eigene Kosten zu sorgen. Des Weiteren wird von der Gemeinde kein Winterdienst vorgenommen.

Mit 6:3 Stimmen

Auch der Sanierung des bestehenden Wohnhauses und dem Errichten eines Anbaus auf dem eigenen Grundstück eines Antragstellers aus Bernhof konnte der Gemeinderat das gemeindliche Einvernehmen erteilen. Von der Aufhebung von Bebauungsplänen durch die Gemeinde Teunz und von der Planfeststellung für das Bauvorhaben Bundesstraße B 22 "Weiden - B 20 Cham, Umbau der Teunzer Kreuzung", werden die Belange der Gemeinde Gleiritsch nicht berührt.

Einen längeren Diskussionsbedarf gab es bei der Umnutzung des ehemaligen Bankanwesens in der Ortsmitte von Gleiritsch. Hier mussten die Festlegung der Variante und die Einreichung der Förderunterlagen beschlossen werden. Hierzu wandten drei Gemeinderäte unter der Federführung von Johann Zeus ein, dass die von Architekt Christian Schönberger vorgelegte Variante mit Ausbau des Dachgeschosses, Einbau eines Fahrstuhls, Einbau eines öffentlichen WC's, Gestaltung des Umfeldes und Nutzung als Cafe, das vom "Dorfladen" betrieben wird, mit einem Kostenanteil von 166 000 Euro für die Gemeinde zu kostenaufwendig sei.

Dieser Ansicht hielten Bürgermeister Hubert Zwack und die anderen Gemeinderäte entgegen, dass die wohl einmalig gewährte Förderung von knapp 80 Prozent genutzt werden solle und dass spätere "Nachbesserungen" mit einem deutlich höheren Kostenaufwand verbunden wären. Die vorgestellte Variante wurde mit 6:3 Stimmen gebilligt. Die Bauzeit ist für die Jahre 2020 und 2021 geplant.

Bereits bei der Bürgerversammlung wurden die Eingaben von mehreren Familien aus Gleiritsch zu den Windkraftanlagen Pamsendorf behandelt. Die Schreiben von drei betroffenen Familien an die Gemeinde und den Regierungspräsidenten Axel Bartelt wurden in der Sitzung vorgelesen. Darin schilderten die Bürger "erhebliche gesundheitliche Schäden, die sie seit dem Betrieb der Windkraftanlagen im Jahr 2016 erlitten haben und entstandene baulichen Schäden an ihren Anwesen".

Hier beschloss der Gemeinderat, dem Regierungspräsidenten auf sein Schreiben zum Windpark Pamsendorf entsprechend zu antworten. Demnach werde eine zügige, aber trotzdem gründliche Klärung der Vielzahl der vorgetragenen Argumente von Annelies Bräutigam auch von der Gemeinde unterstützt. Über das Ergebnis der Prüfung sollte auch die Gemeinde informiert werden. Der Neuerlass der Satzung für die Feuerwehr Gleiritsch, bei der es sich um den Aufwendungs- und Kostenersatz für Einsätze und andere Leistungen geht, wurde gebilligt. Ein weiteres Thema waren die Rekultivierung und Grundwasseruntersuchungen der ehemaligen Deponie Gleiritsch.

Unterstützung für OGO

Der Gemeinderat beschloss, dem Vorschlag des Wasserwirtschaftsamtes Weiden folgend, nach der Beprobungskampagne im Bereich der ehemaligen Deponie Gleiritsch ein zertifiziertes Büro zu beauftragen. Es soll eine zusammenfassende Betrachtung der letzten Jahre inklusive der Erarbeitung von Vorschlägen für die weitere Vorgehensweise erstellen. Der Antrag des Fördervereins des Ortenburg-Gymnasiums Oberviechtach, ihm als Fördermitglied mit einem Jahresbeitrag von 100 Euro, begrenzt auf eine Mitgliedschaft von drei Jahren, beizutreten, wurde befürwortet.

Am Ende des öffentlichen Teils gab Bürgermeister Zwack bekannt: Der Nachtragsauftrag der Firma Eckl, Ödmiesbach, wegen Umrüstung der Oberlichter in der Turnhalle wurde genehmigt (Nachtragssumme: 2 891,70 Euro. Ebenso, dass die Patenkompanie 1./104 aus Pfreimd, wieder aus ihrem Litaueneinsatz zurückgekehrt ist und sich der Gemeinderat an der Rückkehrfeier am 18. September beteiligt.

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