Wer mit dem Auto durch Gleißenthal fährt, kann gar nicht anders, als einen Blick auf das neue Gemeinschaftshaus im Herzen des Dorfes zu werfen. Zwar ist das Projekt noch nicht ganz abgeschlossen, doch die neue, moderne Holzverkleidung sticht sofort heraus. Mit viel Herzblut und noch mehr Eigenleistungen haben die Gleißenthaler eine Scheune in ein Schmuckstück verwandelt. "Die Einweihung ist für den 12. Juli geplant", informierte Thomas Wilhelm seine Stadtratskolleginnen und -kollegen bei einem Besichtigungstermin. Bürgermeister Karlheinz Budnik sprach von einem "Musterbeispiel weit über die Grenzen Windischeschenbachs hinaus".
Wilhelm, selbst ein Gleißenthaler, führte das Gremium durch das Gebäude. In dem großen Gastraum blubberte ein Pelletofen vor sich hin. "Er läuft seit einer Stunde", sagte Wilhelm. "Mit 5 kW bringt er schon eine ordentliche Leistung." Die Gruppe freute sich über die Wärme, die Ofen ausstrahlte. Es war deutlich zu erkennen, wie viel hier schon geschehen ist.
Stodlcharakter erhalten
Bemerkenswert ist die Bauweise, die darauf abzielte den Stodl zwar zu erhalten, aber im Prinzip ein völlig neues Gebäude erstellte. "Man könnte von einer Modulbauweise sprechen", erklärte Wilhelm. In den alten Stodl sei per Holzständerbauweise das neue Gebäude hinein gebaut worden, in dem selbstverständlich auch der Brandschutz gewährleistet sei.
In den Seite zum Hof der Familie Hecht hin, gibt es bewusst keine Fenster. Lediglich ein Notausgang führt hier hinaus. Der barrierefreie Eingang erfolgt über eine Rampe, die vom neuen Bushäuschen bis zur Eingangstür verläuft.
Die Toiletten sind so gut wie fertig. Es gibt einen Abstell- und einen Technikraum. Der Boden fehlt noch, ebenso wie die Akustikpanelle an der Decke. Rings um den großen Gastraum herum soll eine Eckbank verlaufen und mit Tischen und Stühlen ergänzt werden. "Bei Normalbestuhlung haben wir 42 Plätze", sagt Wilhelm. "Engbestuhlt sind es 57." Man könne den Raum aber auch frei räumen, etwa wenn die Jugend feiern will. Die Küche und die Theke sollen demnächst eingebaut werden.
Viele fleißige Helfer
Die Dorfgemeinschaft darf auf 3700 Stunden an Eigenleistungen durchaus stolz sein. "Wir haben fast alles selber gemacht", freut sich Wilhelm im Namen der vielen fleißigen Helfer. "Wir haben ein Super-Bauteam, es lief alles sehr konstruktiv." Ein weiteres Zuckerl ist die Tatsache, dass die Kosten bislang weit unter dem Ansatz geblieben sind.
Den Wunsch nach eigenen Räumen hatten die Gleißenthaler bereits vor vielen Jahren geäußert. Als 2017 das letzte Wirtshaus im Dorf schloss, war es vor allem im Winter schwierig, die Gemeinschaft zu pflegen. Zunächst stand jedoch die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten im Fokus. Eine Lösung zeichnete sich 2020 ab, als Gabi und Josef Hecht ihre Scheune anboten, die ein Teil ihres Vierseithofes ist.
Mit diesem Vorschlag konnten sich sowohl die Stadt Windischeschenbach als auch das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) anfreunden, das den Umbau bezuschusst. Insgesamt stellt das ALE für die Dorferneuerung Gleißenthal 350.000 Euro zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem Bayerischen Dorfentwicklungsprogramm. Rund 250.000 bis 270.000 Euro entfallen auf das Dorfgemeinschaftshaus.














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