20 religiöse Feiertage gib es im Freistaat. "Ein Brauch soll einen Sinn ergeben. Er unterscheidet sich von einer Geburtstagsfeier oder dem Fasching, wo der Spaß vorherrscht", erklärte Gemeindereferentin Christine Gößl, die vom Katholischen Frauenbund eingeladen wurde, um über "Feste und Feiern" zu referieren.
Das Wort "Brauch" kommt aus dem Altlhochdeutschen und bedeutet "Nutzen" (lateinisch: gebrauchen) und ist innerhalb einer Gemeinschaft entstanden. Bräuche sind zudem ein Ausdruck der Tradition. "Der Advent (Ankunft) beginnt mit dem 1. Advent und dauert bis zur Taufe des Herrn. Früher war dies eine Bußzeit", erinnerte die Referentin. Sowohl der Adventskranz wie auch der -kalender haben ursprünglich evangelische Christen eingeführt.
Das gleiche gilt für das Christkind. Zu Luthers Zeiten war das es der Gegenpol zum Nikolaus. Der Begründer der Krippen war um 1200 Franz von Assisi, der eine Krippe mit lebenden Personen darstellte. Erst im 16. Jahrhundert kamen die Krippen auch in Bayern auf.
Gößl sprach auch über die Heiligen im Advent, wie zum Beispiel über die heilige Barbara, die mit Barbarazweigen für ein kleines Wunder sorgte. Als Symbol gilt der Turm. "Wir Menschen sollten uns fragen, ob wir für andere Menschen ein Turm sein können", riet sie. Ähnlich sei dies bei der heiligen Luzia, der Lichtbringerin. Können wir auch Hoffnung bringen? Maria Empfängnis am 8. Dezember ist das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Nikolaus ist der Sieger des Volkes, der das Böse besiegt. "Leider ist aus dem Nikolaus der Weihnachtsmann entstanden", fuhr Gößl fort.
Der Christbaum war früher ein Buchsbaum. "Am Heiligen Abend sind die Kirchen voll, was zwar gut ist. Aber am 25. Dezember ist erst der Weihnachtstag, an dem man den Gottesdienst besuchen sollte", wünscht sich Gößl. Der Heilige Abend sei der Tag der Erwartung. Das "Weihnachtszimmer" geht auf das verschlossene Paradies zurück. Auch über die heiligen Stephanus und Johannes, dem Dreikönigstag und dem Fest der heiligen Familie sprach die Gemeindereferentin in dem Vortrag.
Für die kommende Adventszeit riet Gößl, diese bewusst zu erleben. Jeder solle sich fragen, welche Bedeutung Bräuche und Feste für einen selbst haben. Frauenbund-Vorsitzende Doris Schreglmann bedankte sich abschließend bei der Referentin und überreichte ihr eine Christrose.















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