25.11.2019 - 12:01 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

350.000 Euro für den Neubau der Hopfenoher Straße

Für die Anlieger der Hopfenoher Straße ist es ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. In der jüngsten Sitzung beschließt der Stadtrat einen Neubau der Straße. Der Bürgermeister verkündet eine weitere gute Botschaft

Zirka 350.000 Euro nimmt die Stadt in die Hand, um die in die Jahre gekommene Hopfenoher Straße zu erneuern. Doppelte Freude besteht für die Anlieger. Eine Kostenbeteiligung entfällt.
von Robert DotzauerProfil

Große Mühe gab sich das Stadtbauamt, um der Ratsversammlung unterschiedliche Ausbaustandards für die Sanierung der Hopfenoher Straße zu erläutern. In den 1970er Jahren mit einer dünnen Asphaltdecke versehen, befindet sich das zirka 250 Meter lange Straßenstück in einem schlechten Zustand, wie die städtischen Tiefbauspezialisten feststellten. Besonders die Kanalbauarbeiten hätten der Fahrbahn den Rest gegeben. Zeit zum Handeln, befand das Bauamt. Es empfahl dem Stadtrat, die Straße im kommenden Jahr zu erneuern.

Stadtbaumeister Hans Rettinger zeigte dem Gremium gleich vier mögliche Varianten der Erneuerungsmaßnahme auf. Sie reichten vom Einbau einer vier Zentimeter dicken Asphaltdecke bis zur „Luxus-Lösung“ eines Vollausbaues. Rettinger kalkulierte dabei mit Kosten zwischen zirka 80.000 Euro für eine dünne Asphaltdecke bis zu 350.000 Euro für eine Erneuerung. Im Detail nannte der Stadtbaumeister bei der „Luxus-Lösung“ das Abtragen des Erdplanums bis zu 50 Zentimeter, den Einbau einer Frostschutzschicht, einer Bitu-Tragschicht und einer Asphalt-Deckschicht. Im Gesamtumfang der vorgeschlagenen Baumaßnahme enthalten ist eine Bordsteinsanierung, die Erneuerung des Gehweges mit Einbau eines Betonpflasters und eine verbesserte Straßenbeleuchtung.

Mit diesem regelkonformen Vollausbau sei auch eine Gewährleistung durch die Baufirma verbunden, betonte Rettinger, der deshalb als nachhaltigste Lösung einen Komplettausbau empfahl. Der Ausbauumfang soll im Kreuzungsberereich der Pappenberger Straße beginnen und an der Römersbühler Straße enden. Das Stadtbauamt errechnete eine Sanierungsfläche von zirka 2000 Quadratmetern für die Fahrbahn und bis zu 400 Quadratmetern für den Gehweg.

Im Gremium fand der Vorschlag bei allen Wortmeldungen Zustimmung. Thomas Schopf befand: „Ein bisschen Abfräsen und Asphaltieren bringt nichts.“ Gleichzeitig empfahl er eine Gemeinschaftsaktion mit den Stadtwerken und den vorsorglichen Einbau von Leerrohren. Thomas Mayer stellte auf das schon in die Jahre gekommene Straßenstück fest: „Mach ma glei wos gscheids“, und auch 3. Bürgermeister Udo Greim sah „Handlungsbedarf“. Ein klares Ja kam auch von Gerald Morgenstern, der auch auf die Gehweg-Befestigung Wert legte. Helmuth Wächter empfahl, auch die kurze Stichstraße in den Sanierungsabschnitt einzubeziehen.

Einig waren sich Bürgermeister Edgar Knobloch und der Stadtrat, Planung Ausschreibung und Bauüberwachung durch das Stadtbauamt durchführen zu lassen. Die Projekt ist für das kommende Jahr geplant. Die Finanzierung soll im Haushalt 2020 abgewickelt werden. Doppelt aufatmen dürfen die Grundstückseigentümer. Straßenausbaubeiträge wird es nicht geben, teilte der Bürgermeister mit. Die Rathausverwaltung bestätigt diese Rechtsauffassung. Die Neuregelungen im Kommunalabgabengesetz lassen grüßen.

Eher formellen Charakter hatte die Anhörung der Stadt zur Fortschreibung des Regionalplans der Region Oberpfalz Nord. Von Interesse war besonders die 29. Änderung mit der Neufassung des Kapitels der „sozialen und kulturellen Infrastruktur“. Auf Anregung der Stadt sollte die ursprüngliche Formulierung „bestehende Sing- und Musikschulen unter anderem im Mittelzentrum Eschenbach“ in „Einrichtungen der Musikpflege im Städtedreieck“ geändert werden. Um Verwechslungen zu vermeiden, änderte der Regionale Planungsverband das Wort „Städtedreieck“ in die Städtenamen „Eschenbach, Pressath, Grafenwöhr“ um. Die Information diente der Ratsversammlung zur Kenntnisnahme. Einwände wurde nicht erhoben.

Schlussfolgerung für den Neu- und Ausbau von öffentlichen Wegen und Straßen war deren Widmung als Ortsstraßen. Träger der Straßenbaulast ist die Stadt Grafenwöhr. In Vollzug des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes widmete der Stadtrat die neugebaute Teilstrecke der „Josef-Bertelshofer-Straße und die Straßenverlängerung „Zur Stiegl“ im Ortsteil Gößenreuth. Den noch nicht ausgebauten Weg von Gmünd zum Industriegebiet Hütten widmete die Versammlung ab der Abzweigung Pechhofer Weg als Gemeindeverbindungsstraße. Das 121 Meter lange Wegstück „Nähe Lilienweg“ am Schnittpunkt der Straße Ochsenhut erklärte das Gremium zum „beschränkt öffentlichen Weg“. Weil von den Anliegern hergestellt, wird auf eine Widmung eines 55 Meter langen asphaltierten Feldweges in der Verlängerung der Bierlohstraße verzichtet. Die Nutzung des Teilstücks durch die Anlieger ist durch eine Ausnahmegenehmigung geregelt.

Im Informationsteil kündigte Knobloch wegen der Creußen-Ausbaggerung bei Gmünd eine Besprechung mit dem Wasserwirtschaftsamt Weiden an. Als abgeschlossen erklärte er die Arbeiten zur ordnungsgemäßen Dachentwässerung der Schulturnhalle. Zudem informierte der Sitzungsleiter über einige Unebenheiten im neuen Fahrbahnbelag der B 299. Die Toleranzgrenze sei an wenigen Stellen leicht überschritten. Es stelle sich die Frage der Verhältnismäßigkeit eines Aus- und Wiedereinbaues mit der Konsequenz einer Vollsperrung. Bohrproben hätten keine Mängel ergeben, zitierte Knobloch das Staatliche Bauamt. Dennoch sollte die Stadt auf einer Ausbesserung der Dehnungsfugen bestehen, forderte Gerald Morgenstern.

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