25.10.2021 - 11:51 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Achtklässler verköstigen Mitschüler mit selbst gemachter Pizza und Pasta

Pizza und Pasta mit den Profis gibt es an der Grund- und Mittelschule Grafenwöhr: Küchenmeister Adriano Colella (rechts) und Koch Nico Salzer (Mitte) zeigen den Achtklässlern die Zubereitung der italienischen Nationalgerichte. Über 100 Portionen bereiten die Schüler dann gemeinsam mit den beiden zu – sehr zur Freude von Mitschülern und Lehrern.
von EDOProfil

Tiefe Einblicke von erfahrenen Profis in den Beruf des Kochs gab es für die Achtklässler im sozialen Zweig der Grund- und Mittelschule Grafenwöhr. Aber auch Lehrer und Mitschüler kamen bei dem berufsorientierenden Projekt im wahrsten Sinne auf ihre Kosten: Es gab frisch zubereitete Pizza, Pasta und Salate. „Das ist kein Hexenwerk“, sagt Küchenmeister Adriano Colella, als er gerade mit den Jugendlichen der achten Klasse aus sonnengereiften Tomaten, Olivenöl, Knoblauch, Salz und Basilikum die Pizzasoße zubereitet. Wenn die Qualität der einzelnen Zutaten stimme, werde auch das Ergebnis gut. Am wichtigsten, so der Inhaber eines Catering-Betriebs, sei das Abschmecken: „Ich muss immer prüfen, ob das, was ich da mache, auch passt.“ Sogar das Nudelwasser schmecke er ab. Colella, der trotz seines jungen Alters, bereits über sehr viel Erfahrung verfügt, schafft es zusammen mit seinem Mitarbeiter Nico Salzer, dass die Mädchen und Jungen ihm aufmerksam folgen. Immerhin haben sie sich nichts weniger vorgenommen, als an diesem Tag die halbe Schule mit Essen zu versorgen. „Beeindruckend“, findet auch Lehrerin Gabriele Stöckl, wie die beiden Köche das Projekt vorbereitet haben: „Sehr professionell“, sagt sie anerkennend und verweist auf eine optisch ansprechende Mappe, die neben Infos zur Ausbildung auch Speisekarte, Rezepte und Arbeitspläne enthält.

„Echte Köche sind eine aussterbende Rasse, wir brauchen dringend Nachwuchs“, sagt Adriano Colella und er weiß auch, woran es hakt: „Die Arbeitszeiten sind halt nicht jeder Manns Sache.“ Aber der junge Küchenmeister – und auch das gehört zu dem Projekt – verweist auf die vielfältigen Möglichkeiten mit einer Kochausbildung: „Außer der klassischen Tätigkeit in der Gastronomie kann man beispielsweise auch als Diätkoch in Krankenhäusern oder Altenheimen, als Ernährungsberater oder als Lebensmittelkontrolleur arbeiten.“

Währenddessen wird in der Schulküchen das aus der Theorie bekannte arbeitsteilige Akkordsystem in der Praxis erprobt. Die einen kneten Teig und befüllen die Pizzaformen, andere belegen die Teiglinge mit den gewünschten Zutaten, wieder andere holen sie aus dem mobilen Pizzaofen, teilen sie in Sechstel, beschriften die Schachteln und verteilen sie an Schüler und Lehrer. Bestellung und Bezahlung hatte bereits eine Woche vorher die neunte Klasse mit Lehrerin Stefanie Zimmermann organisiert. „Wer bekommt die Margherita? Wer die halbe Parma?“ – wie im Restaurant verteilen die Achtklässler die bestellten Speisen an die Mitschüler, die es sich gleich schmecken lassen. Mehrere Stunden herrscht im Ausgaberaum vor der Schulküche ein Kommen und Gehen, bis alle Klassen durch sind.

Trotz des straffen Arbeitstaktes finden die Achtklässler sichtbar Gefallen an der Aktion: „Das macht echt Spaß und ist eine schöne Abwechslung zum Unterricht“, sagen zwei Mädchen. Circa 70 Pizzen sowie mehrere Salate, italienisches Landbrot und Pasta-Gerichte werden bis Ende des Schultages verteilt. Die Köche erhalten Lob von vielen Seiten. „Die Schüler haben gut mitgemacht und waren am Ende richtig erledigt“, fasst Gabi Stöckl zusammen. Adriano Colella hofft, dass er mit dieser Aktion seinen eigenen Traumberuf auch den Jugendlichen schmackhaft machen konnte und sich der ein oder andere für ein Praktikum oder sogar eine Ausbildung begeistert. Über die gelungene Aktion freut sich auch Schulleiterin Anja Bräu: „Toll, was man mit Profis auf die Beine stellen kann. Mit so viel Engagement und Herzblut kann man Schülerinnen und Schüler fürs Handwerk begeistern.“

 

 

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