Grafenwöhr
11.06.2018 - 10:37 Uhr

"Alle untereinander Geschwister"

Eine Reise in der Kirche. Geht das? Wenn es sich um eine Gedankenreise handelt, bei dem der Lebensfluss betrachtet wird, ja. Beim Jugendgottesdienst testen die Besucher genau das und verabschieden noch langjährige Ministranten.

Der Jugendchor Sin falta begleitet den Gottesdienst musikalisch. rgr
Der Jugendchor Sin falta begleitet den Gottesdienst musikalisch.

Etwas ungewöhnlich waren die Sätze gleich zu Beginn des Gottesdienstes: "Bist du verrückt? Das hast du aber nicht von uns! Willst du nicht mal was aus deinem Leben machen? In deinem Alter habe ich schon Geld verdient..." Wahrscheinlich habe diese Worte schon mal jeder von uns gesagt bekommen - von seinen Eltern, älteren Geschwistern, Lehrern oder Trainern. Aber die Verwandten meinen es eigentlich nur gut mit uns. Das ist auch in der Heiligen Familie so.

Die Gottesdienstbesucher wurden von Jugendlichen auf eine Fantasiereise mitgenommen. "Es wird Zeit, auf sein Leben und auf seine Wendungen zu schauen", hieß es beim "Reisestart". Fließt dein Lebensfluss breit dahin? Welche Einflüsse nimmst du im Moment auf? Wer ist dir nahe und wichtig? Was erwartest du, und wie wird sich dein Fluss verändern? Angeregt durch eindrucksvolle Bilder von Flüssen und Quellen sollten die "Reisenden" auch zurückschauen, was aus den Quellen geworden ist.

Eingehend auf den Ursprungstext im Gottesdienst, den Stadtpfarrer Bernhard Müller zelebrierte, sagte Gemeindereferentin Christine Gößl: "Man sagt von Jemanden, dass er verrückt ist, wenn er etwas ganz Außergewöhnliches tut oder wenn er etwas macht, was den anderen Menschen so gar nicht passt." Jesus habe gesagt, dass die Menschen, die ihn verstehen und ihm vertrauen, seine Familie sind. "Wenn wir auf das hören, was Jesus sagt und ihm vertrauen, sind wir auch seine Familie beziehungsweise seine Geschwister. Eigendlich sind wir alle untereinander Geschwister."

"Vielleicht können wir ein bisschen wie eine Familie sein, die zusammen unter einem Dach wohnt. Auch wir sind heute in einem Haus, in der Kirche. Hier habt ihr, liebe Ministranten, vor einiger Zeit eueren Dienst begonnen als große Gemeinschaft in der Pfarrfamilie", sagte Gößl. Jetzt wollen Anna Hößl, die 16 Jahre Ministrantin war, und Lukas Krauß, bei dem es neun Jahre waren, ihren Dienst bei den Ministranten beenden. Die Gemeindereferentin bedankte sich bei beiden für ihr Engagement und überreichte Urkunden sowie ein Erinnerungs-T-Shirt. Ganz nach dem Sprichwort: "Man sieht sich immer zweimal im Leben" meinte sie: "Ich hoffe sehr, dass wir uns noch öfter über den Weg laufen." Vielleicht sei dies sogar innerhalb der Kirche als Lektor oder Kommunionhelfer.

Der Jugendchor "Sin falta" begleitete mit passenden Liedern eindrucksvoll den Gottesdienst. Er sang beispielsweise "Alle meine Quellen entspringen in dir", "Du bist der einzig wahre Gott", oder "Du bist der Hirte, du willst mein Leben leiten...". Dann verabschiedete sich auch Pfarrer Müller bei Anna Hößl und Lukas Krauß für ihren langjähren Ministranten-Dienst.

Gemeindereferentin Christine Gößl (links) und Pfarrer Bernhard Müller verabschieden Anna Hößl und Lukas Krauß für ihre langjährigen Ministranten-Dienste. rgr
Gemeindereferentin Christine Gößl (links) und Pfarrer Bernhard Müller verabschieden Anna Hößl und Lukas Krauß für ihre langjährigen Ministranten-Dienste.
 
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