17.09.2019 - 08:53 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Eine alltägliche Kostbarkeit

Salz war zur Zeit Jesu so wertvoll, das es mit Gold aufgewogen wurde. Heute ist es im Supermarkt für wenige Cent zu haben.

Die Geistlichen Bernhard Müller (von rechts) und Andrè Fischer, Gemeindereferentin Christine Gößl sowie Mitglieder des Arbeitskreises Ökumene feiern den Tag der Schöpfung.
von Renate GradlProfil

Am Schöpfungstag wurde den Gläubigen vor dem Gottesdienst Brot und Salz gereicht – passend zum Thema "Ihr seid das Salz der Erde". Begrüßt wurden sie von Pfarrer André Fischer, der zusammen mit Pfarrer Bernhard Müller und Gemeindereferentin Christine Gößl sowie dem Arbeitskreis "Ökumene" den Tag der Schöpfung feierte. Heuer war dies wegen des wunderbaren Wetters wieder im Museums-Innenhof möglich.

"Ihr seid das Salz, ihr seid das Licht". Diese Worte von Jesus wurden von Gemeindereferentin Christine Gößl in der Predigt beleuchtet. "Salz, das in jedem Haushalt zu finden ist und für wenige Cent erworben werden kann, war zu Zeiten Jesu eine Rarität. Um dieses Gewürz wurden sehr viele Kriege geführt und Salzstraßen quer durch die Welt gebaut. Früher diente Salz den Menschen als Bezahlung."

Heute wird es zum Würzen verschiedener Speisen hergenommen. Wenn Salz fehlt, fällt es uns auf, wenn jedoch zu viel davon verwendet wird, kann es den Geschmack verderben. Wichtig sei Salz, um Lebensmittel haltbar zu machen, um im Winter zu streuen oder in der Medizin. Wie damals die Jünger könnten aber auch wir das "Salz der Erde" sein.

"Wir sind kostbar und lebenswichtig für die Welt, da wir Geschmack am Leben bekommen sollen. Man soll uns als Christen erkennen können. Aber nicht, damit wir das Leben der anderen unerträglich und ungenießbar machen, sondern um ihnen ein kostbares und köstliches Leben zu ermöglichen", erklärte Gößl, die auch konkret sagte, wie dies geschehen kann. So können wir uns für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, allen Menschen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen, die Schöpfung erhalten, damit die Erde verödet, und das Eis zwischen verfeindeten Fronten aufbrechen. Manchmal müsse es auch brennen, wenn Menschen auf Missstände hinweisen und sie beheben wollen.

"Du bist das Salz der Erde" heißt also: "Trau dich und entdecke deine Bestimmung, deine Berufung – das, was durch Gott schon längst in dir steckt. Bring deine Erfahrung ein, deine Talente und deine Gaben", forderte die Gemeindereferentin auf. Dies könne in der Arbeit mit Kindern, in verschiedenen Gruppen, in den Pfarreien, beim Umgang mit den Flüchtlingen, in der Nachbarschaft, in der Familie, an den Arbeitsplätzen oder in der Politik sein.

Mitglieder des Arbeitskreises "Ökumene" sprachen die Fürbitten. Der Gottesdienst wurde musikalisch vom kleinen Bezirksposaunenchor unter der Leitung von Karl Bäumler gestaltet. Nach dem Segen von den beiden Pfarrern kam man bei Wein und Gebäck noch ins Gespräch.

Weil es das Wetter gut meint, können die Gläubigen den Gottesdienst zum Schöpfungstag im Museumsinnenhof feiern.
Der kleine Bezirksposaunenchor umrahmt den Schöpfungsgottesdienst musikalisch.

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