20.05.2019 - 14:45 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Altes HSG-Gebäude in Grafenwöhr verkauft

Das ehemalige HSG-Gebäude steht nach der gescheiterten Umwandlung zum Rathaus lange leer. Das St.-Michaels-Werk will das Haus kaufen, doch wieder tut sich lange nichts. Zum 30-jährigen Bestehen des Werkes gibt es nun eine Überraschung.

Landrat Andreas Meier, geschäftsführender Vorstand Tassilo Heimberg, Vorstand Sigrid Groß, Bürgermeister Edgar Knobloch und Architekt Reinhold Krausch freuen sich über die Baugenehmigung für die Änderungen im ehemaligen HSG-Gebäude und der damit verbundenen Rechtswirksamkeit des Kaufvertrages.
von Stefan NeidlProfil

Der Kaufvertrag zwischen der Stadt Grafenwöhr und dem St.-Michaels-Werk ist endgültig in trockenen Tüchern. Mit der Erstattung der Baugenehmigung für die Änderungen im ehemaligen HSG-Gebäude erlischt das Rücktrittsrecht des St.-Michaels-Werks. "Der Vertrag ist jetzt rechtlich bindend", erklärt der geschäftsführende Vorstand Tassilo Heimberg.

Es gab ein langes Hin und Her bei der Verwendung des Gebäudes. Von der Stadt einst gekauft, um als neues Rathaus zu dienen, wurde der Umzug zum Politikum und nach dem Machtwechsel im Rathaus rückgängig gemacht. Seitdem stand das Gebäude leer und war ohne Verwendungszweck. Bis 2015 Bürgermeister Edgar Knobloch bei der Schulvorbereitenden Einrichtung des St.-Michaels-Werks im Jugendheim eingeladen war. Schon damals war klar, dass die 48 Kinder eine neue Bildungsplatz benötigen würden. Und so entstand der Gedanke, das abgelehnte Rathaus dem St.-Michaels-Werk zu übertragen.

Besichtigungen beider Parteien und der Regierung der Oberpfalz verliefen positiv. Ein Gutachten stellte den Verkehrswert des Gebäudes mit knapp einer Million Euro fest. Am 11. Dezember 2018 wurde der Kaufvertrag geschlossen. Mit einer wichtigen Klausel: Das St.-Michaels-Werk sollte aus dem Beschluss aussteigen können, sollten die notwendigen Genehmigungen von den Behörden versagt werden. Das Geld stammt aus Eigenmitteln des Werks und Fördergeldern.

Am Samstag feierte das St. Michaels-Werk nun sein 30-jähriges Bestehen. Und Landrat Andreas Meier hatte zum Jubiläum eine besondere Überraschung dabei: Die Baugenehmigung für die gewünschten Änderungen im Gebäude. Damit ist der Vertrag endgültig rechtsbindend. Künftig sollen im ersten und zweiten Stock der Unterricht für die Vorschulkinder der Schulvorbereitenden Einrichtung stattfinden, und im Keller wird ein Ort zum Erlernen der beruflichen Gastronomie entstehen. "Den Platz brauchen wir. Das Haus wird voll sein", versichert Heimberg.

Knobloch fällt damit ein Stein vom Herzen: "Die Stadt wollte das Gebäude verkaufen und einem sinnvollen Nutzen übergeben. Die ganze Geschichte ist natürlich auch politisch brisant gewesen." Besonders wichtig sei, dass die Kinder weiterhin am Ort unterrichtet werden können. Das St.-Michaels-Werk erhalte einen Rohbau, der nach den jeweiligen Wünschen angepasst werden kann.

Architekt Reinhold Krausch freut sich über die Genehmigung, bremst aber auch ein wenig die Euphorie über einen baldigen Baustart: "Jetzt kann es mit der Ausschreibung endlich losgehen. Allerdings haben alle Baufirmen volle Auftragsbücher, so dass wohl vor dem Frühjahr 2020 nicht viel passieren wird."

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