Grafenwöhr
06.06.2018 - 08:58 Uhr

Bauauschusssitzung in Grafenwöhr

Das Hochwasser in Gößenreuth führte nun auch im Bauausschuss des Stadtrates zu einem Nachhall.

Der beim Fronleichnam-Unwetter hauptleidtragende Josef Stopfer sprach sich vor Ort für eine Reduzierung des Regenwasserabflusses aus und plädierte für ein Staubecken südlich der Staatsstraße in Richtung Truppenübungsplatz.  Rückstaufläche sei genügend vorhanden, bemerkte Stopfer. do
Der beim Fronleichnam-Unwetter hauptleidtragende Josef Stopfer sprach sich vor Ort für eine Reduzierung des Regenwasserabflusses aus und plädierte für ein Staubecken südlich der Staatsstraße in Richtung Truppenübungsplatz. Rückstaufläche sei genügend vorhanden, bemerkte Stopfer.

Grafenwöhr/Gößenreuth. (do) 65 Liter Regen auf den Quadratmeter in kurzer Zeit waren am Fronleichnamstag auch für die Dorfmitte in Gößenreuth zu viel. Ein „Tsunami“ ergoss sich auf den Ortsteil von Grafenwöhr. In der Bauausschusssitzung am Montagnachmittag schlug deshalb Bürgermeister a.D. Helmuth Wächter vor, den Ursachen des Hochwassers nachzugehen. Wächter erinnerte an erste Regulierungsversuche aus dem Jahr 1990. Damals sei nach einem ähnlich starken Unwetter der Querschnitt des Kanaldurchlasses unter der Staatsstraße verkleinert worden. Auch dieser Rückbau habe die Überflutungen in der Ortsmitte nicht verhindert, weil auch Regenwasser über weitere Zuflüsse ungehindert in die Dorfmitte geflossen sei, wusste Wächter. Das Ratsmitglied empfahl, über weitere Sicherungsmaßnahmen nachzudenken und zum Beispiel ein Rückhaltebecken mit einem Mönch-Bauwerk einzurichten.

Als Sitzungsleiterin verwies zweite Bürgermeisterin Anita Stauber auf einen Ortstermin von Bürgermeister Edgar Knobloch unmittelbar nach dem Hochwasserereignis. Der Rathauschef habe auch schon Kontakt mit dem Staatlichen Bauamt aufgenommen. Während Gerhard Mark als Teilursache von Überschwemmungen in der zunehmenden Flächenverdichtung sah, wünschte sich Josef Neubauer eine Besichtigung durch den Bauausschuss. Josef Stopfer als Hauptleidtragender stellte vor Ort bereits Überlegungen zur Verhinderung künftiger Hochwasserwellen an. Stopfer plädierte für eine weitere Querschnittreduzierung des Wasserdurchlasses unter der Staatsstraße und die Anlage eines Rückhaltebeckens mit Abflussdrosselung. Zudem schlug Stopfer vor, alle weiteren Wassergräben in Höhe Gößenreuth südlich der Staatsstraße in einen künftigen Stauraum zu leiten.

Zügig behandelte der Bauausschuss mit Sitzungsleiterin Anita Stauber die wenigen offiziellen Tagesordnungspunkte des öffentlichen Teiles der Sitzung. Im sogenannten Kenntnisgabeverfahren gab es aus dem Gremium keine Einwände zur Absicht der US-Streitkräfte, die Stromversorgung für das Gebäude 521 mit der etwas schillernden Bezeichnung „Increase Capacity of Feeder Cable Bldg.“ zu verbessern. Betroffen sind vor allem die Leitstelle der Lager-Feuerwehr und das Bowling-Center. Geplant sind Tiefbauarbeiten mit der Verlegung einer 20 KV-Kompakt-Versorgung und die Errichtung einer Trafo-Station. Die Beteiligung der Stadt Grafenwöhr an der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes der truppenübungsplatzbedingten Nachbargemeinde Edelsfeld hatte nur formellen Charakter. Gegen die Bauleitplanung der Nachbarkommune bestanden keine Einwände. Als Bauvoranfrage behandelte der Bauausschuss den Antrag auf Vorbescheid von Alexander Klugmann aus Pressath.

Der Antragsteller plant in Gößenreuth den Neubau eines Einfamilienwohnhauses am Heidweg mit Einrichtung einer integrierten Werkstatt als Ein-Mann-Betrieb. Die Verwaltung verwies auf die Ausweisung des Areals als Mischgebiet und empfahl das gemeindliche Einvernehmen, das der Bauausschuss einstimmig erteilte. Zur Kenntnis nahm der Rat eine Mitteilung der Lagerverwaltung zur Renovierung des ehemaligen Forsthauses am Wasserturm. Mit der Bekanntgabe des Starttermines des Bürger-Workshops am 4. Juli zur Gestaltung der Innenhöfe in der Eichendorffstraße endete der öffentliche Teil der Sitzung.

 
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