In der ersten Sitzung nach der Sommerpause musste sich der Bauausschuss mit einem hochaktuellen Thema beschäftigen: Wie sollen die Verwaltungsgebäude nach der Sanierung beheizt werden? Katharina Eckl und Stefan Schedl vom Institut für Energietechnik hatten sich dafür die Einrichtungen am Marktplatz angesehen: Das alte Schulhaus, wo heute unter anderem das Bürgerbüro untergebracht ist, wurde zwischen 1545 und 1859 erbaut und erweitert, die übrigen Verwaltungsgebäude 1971 errichtet. Sie stehen unter "Ensembleschutz", das heißt, die Außenfassade muss in ihrer Form erhalten bleiben.
Die aktuelle Energieversorgung erfolgt durch einen Gaskessel, teilweise Elektroheizungen, das Warmwasser dezentral elektrisch. Die Gesamtfläche beträgt rund 1790 Quadratmeter, der prognostizierte Energieverbrauch liegt bei 60 000 Kilowattstunden pro Jahr. Natürlich ist der Heizwärmebedarf an die Jahreszeiten gekoppelt. Zu einzelnen Spitzenzeiten kann der Energiebedarf bei 60 Kilowatt liegen.
Schedl stellte verschiedene Heizvarianten vor, als Referenz zum Vergleich nutzte er einen Erdgaskessel. Dessen Vorteil liege bei einem hohen Wirkungsgrad, dem geringen Platzbedarf und der Kombinationsmöglichkeit mit erneuerbaren Energien. Die Nachteile seien die ungewisse Energiepreisentwicklung, die hohen CO2-Emissionen, der Mangel einer Förderung und die Abhängigkeit von der Lieferung des Erdgases durch andere Länder.
Alternative Pelletkessel?
Eine Alternative wäre ein Pelletkessel: Der jährliche Bedarf liege bei zwölf Tonnen, womit ein großer Platzbedarf von 19 Kubikmetern und ein begrenztes Potenzial an Holz als Schattenseite zu nennen sind. Das Lager könnte im Keller Platz finden. Gleichzeitig ist Holz als nachwachsender Rohstoff und die Erfüllung eines erneuerbaren Energieanteils wünschenswert. Dazu kommt eine Fördermöglichkeit und die gute Kombinierbarkeit mit anderen Varianten.
Nach den Vorstellungen der Planer wäre diese Lösung gut kombinierbar mit Erdwärmekörben. Dadurch würde man auch mit neun Tonnen Pelletsilo durchs Jahr kommen. Diese müssten unterhalb der Frostgrenze von 120 Zentimetern verbaut werden und benötigen einen großen Flächenbedarf: Der Abstand zu den Gebäuden müsste drei bis vier Meter und untereinander vier Meter betragen. Weiter muss ein Abstand zu Bäumen, Wasser-, Telefon- und Abwasserleitungen eingehalten werden. Die Entzugsleistung ist abhängig vom Erdreich. Eine Wand- oder Fußbodenheizung braucht eine Vorlauftemperatur von 35 Grad.
Der Vorteil wären keine Beeinflussung des darüberliegenden Erdreichs, also wäre auch eine Bepflanzung von Blumenbeeten bis zu halb hohen Bäumen möglich, nicht aber tiefwurzelnde Bäume. Die Nachteile sind der große Flächenbedarf, der Einfluss von Sonne und Witterungsverhältnissen wegen der Oberflächennähe und die Unmöglichkeit einer feststehenden Bebauung oder einer Versiegelung der Fläche.
Weitere vorgestellte Alternativen waren Flüssiggaskessel, Grundwasser- Luft- und Wasserwärmepumpen, wobei nur letztere in Betracht kämen, aber weitere Prüfungen erforderlich seien.
Entscheidung vertagt
Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) stellte klar, dass eine Entscheidung nicht jetzt getroffen werden müsste, sondern die nächste Heizperiode abgewartet werden könne. Dies fand Zustimmung im Gremium, auch da die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise im Moment unberechenbar ist. Der Bauausschuss war sich aber einig, dass eine Hybridlösung am interessantesten wäre. Die Hauptlast könnten die Wärmekörbe tragen, zu Spitzenzeiten die Pellets zugeschaltet werden. Dazu könnten Photovoltaikanlagen auf den Dächern zur Stromversorgung helfen, wobei Verordnungen für historische Gebäude dafür angepasst werden müssten.













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