Gewerbepark Ost heißt das neue Industrie-Areal, das Platz für zusätzliche Gewerbeansiedlungen bieten soll. Für das Architekturbüro Wolfgang Schultes stellte Michael Wagner dem Grafenwöhrer Stadtratsplenum einen Planentwurf für den Bau einer Erschließungsstraße für die zirka sechs Hektar große Fläche vor. Das 600 Meter lange Straßenstück beginnt im Westen in Höhe des neuen Postgebäudes und endet in Richtung Creußen am Creußenweg.
Der Planer präsentierte dem Stadtrat eine Verkehrsraumbreite von 10 Metern. Der Regelquerschnitt habe eine Fahrbahnbreite von 6 Metern, einen sogenannten Multifunktionsstreifen von 1,50 Metern zum Verlegen von Leitungen an der östlichen Straßenseite und einen Parkstreifen von 2,50 Metern mit einer 4 Zentimeter hohen Bordsteinkante. Michael Wagner geht in seinem Konzept von einer Versickerung des Niederschlagswassers auf den künftigen Bauparzellen aus. Für die Straßenentwässerung denkt der Planer an ein Versickerungsbecken auf einem städtischen Grundstück. Als Alternative zur Versickerung nannte Wagner ein Rückhaltebecken.
In der Diskussion regte Josef Neubauer die Anlage des Multifunktionsstreifens direkt neben den Bauparzellen an, um Straßenunterquerungen zu vermeiden. Zu den geplanten Versickerungsflächen äußerte Thomas Schopf Bedenken. Nachdem sich das neue Gewerbegebiet in Creußennähe befinde, sollten mögliche Hochwasserereignisse berücksichtigt werden, so Schopf. Dagegen sah der Planer keine Überschwemmungsgefahren.
Zum Themenkomplex gehörten auch Hinweise zur Grünordnung im Straßenbereich, der Regelabstand von Hausanschlüssen und der höhengleiche Bau der Straße im Verhältnis zum Geländeprofil. Wegen der noch fehlenden Parzellierung entschied sich der Stadtrat auf Vorschlag von Bürgermeister Edgar Knobloch für eine vorsorgliche Anordnung von Hausanschlüssen in Abstand von 30 Metern. Bei den Stadträten der Linken fand das Planungskonzept keine Zustimmung.
Erfreuliche Entwicklung der Finanzen
Eine erfreuliche Entwicklung nimmt die Finanzlage der Stadt. Kämmerin Ursula Grouls informierte den Rat über die Ergebnisse der Jahresrechnung 2018. Danach erwirtschaftete der Verwaltungshaushalt eine Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von fast 3,9 Millionen Euro. Die Summe überschritt den Haushaltsansatz um 1,2 Millionen Euro. Grouls berichtete über wesentliche Mehreinnahmen vor allem bei der Gewerbesteuer und beim Verwaltungs- und Betriebsaufwand.
Die positive Nachricht: Durch die höhere Zuführung zum Vermögenshaushalt konnte die Stadt für ihre Investitionen auf eine Kreditaufnahme verzichten. Und es kam noch besser. Die guten Zahlen im Vermögenshaushalt stimmten zuversichtlich. Der Sollüberschuss in Höhe von 2,2 Millionen Euro konnte der allgemeinen Rücklage zugeführt werden. Zum 31. Dezember 2018 durften sich die Kommunalpolitiker weit über der Mindestrücklage von 122.000 Euro über eine Gesamtrücklage von 3,1 Millionen Euro freuen. Der Bericht der Kämmerin diente der Kenntnisnahme.
Im Gegensatz dazu war über die „über- und außerplanmäßigen Ausgaben“ des Jahres 2018 Beschluss zu fassen. Es ging dabei um ein Volumen von 404.000 Euro, das im Haushalt 2018 durch Minderausgaben und Mehreinnahmen problemlos zur Verfügung gestellt werden konnte. Zustimmung kam von den Fraktionen der CSU, SPD und FW. Die beiden Räte der Linken stimmten dagegen. Auch die über- und außerplanmäßigen Ansätze der sogenannten inneren Verrechnungen bei den Sach- und Personalkosten des Bauhofes und der Verwaltungskostenbeiträge fanden nicht die Zustimmung der Linken.
Einbahnstraßen-Regelung soll Verkehrsprobleme vermeiden
Im Informationsteil berichtete Bürgermeister Edgar Knobloch über die Vergabe der Sanierungsarbeiten durch das Staatliche Bauamt für die B 299 zwischen der Schreml-Brücke bis zum Aldi-Markt in der Pressather Straße. Mit Beginn der Baumaßnahme ab 26. August sei mit erheblichen Verkehrsproblemen zu rechnen, bemerkte der Sitzungsleiter. Geplant sei deshalb bis 16. September eine Einbahnstraßen-Regelung. Vor großen Herausforderungen stehen Verkehrsteilnehmer, Anlieger, Stadt und Baufirma in der Woche vom 16. bis 21. September. Dann wird die B 299 in diesem Bereich voll gesperrt, gab der Bürgermeister eine Mitteilung der Baubehörde bekannt. Diese Information aufgreifend regte Thomas Schopf an, in Höhe des Anwesens Schreml einige Parkplätze zu schaffen. Dagegen hielt dritter Bürgermeister Udo Greim eine Abbiegespur für Linksabbieger in Richtung Altstadt für wichtiger. Auf Vorschlag des Bürgermeisters soll sich mit der Problematik der Bauausschuss in seiner nächsten Sitzung beschäftigen.
Im Zuge des Raumordnungsverfahrens war die Stadt Grafenwöhr für eine großflächige Gewerbeansiedlung in Bayreuth zu beteiligen. Auf dem ehemaligen Gelände der Markgrafenkaserne gibt es Planungen für die Ansiedlung eines Möbelhauses mit 24.000 Quadratmetern Verkehrsfläche. Zudem gibt es weitere Überlegungen für die Errichtung eines Möbelmitnahmemarktes mit einer Nutzfläche von 7.500 Quadratmetern. Weil in dieser Größenordnung raumbedeutsam, ist auch das gemeinsame Mittelzentrum Eschenbach/Grafenwöhr/Pressath am Genehmigungsverfahren zu beteiligen. Negative Einflüsse auf die Region sah der Stadtrat nicht. Das Gremium nahm die Planungen zur Kenntnis und erhob keine Einwände.
Gestaltung des neuen Kreisverkehrs
Die Vorschläge zur Gestaltung der Kreisverkehrsinsel in Höhe des Gründerzentrums nehmen reale Formen an. Nach Wochen der ersten Bewährung schlug Gerald Morgenstern vor, auf der Verkehrsinsel eine beleuchtete Stadtsilhouette mit Rathaus und Wasserturm zu errichten. Klaus Schmitsdorf würde lieber Elvis Presley auf dem Hügel sehen. Johannes Färber ergänzte: „Der Wasserturm erinnert zu sehr an Krieg.“ Deshalb lehnten beide Räte den Vorschlag von Morgenstern kategorisch ab.












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