17.09.2019 - 13:58 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Baustellen in Grafenwöhr: Autofahrer nutzen verbotene Abkürzungen

Die Sperrung der Neuen Amberger Straße erfordert eine weiträumige Umleitung. Doch nicht jeder Autofahrer ist bereit, den Umweg zu fahren und sucht sich eine eigene Route. Das kann teuer werden, wie die Eschenbacher Polizei informiert.

Wer hier mit dem Auto durch will, braucht schon Mut. Die Verbindung von Alter Pfarrgasse und Pressather Straße ist eng und nicht für Autos gedacht.
von Stefan NeidlProfil

Die Grafenwöhrer waren kreativ, als es darum ging, die Baustelle des Kreisverkehrs an Wache 6 zu vermeiden. Diese Kreativität ist auch bei der Sanierung der Hautptverkehrsader Neue Amberger Straße ungebrochen. Wer vom Marienplatz in die Pressather Straße will, kann wegen der Baustelle die direkte Verbindung über die Obere Torstraße nicht nutzen.

Die Umleitung würde über die Deyerling-Kreuzung, Neue Amberger Straße, Dießfurter Straße und Felsmühlstraße führen - ein Umweg von gut zwei Kilometern. Ein Facebook-Beitrag in der Gruppe "Grafenwöhr ... was man wissen sollte ... oder wissen wollte ..." zeigte nun zwei Autos bei dem Versuch, über die Alte Pfarrgasse den Fußweg zur Pressather Straße zu nutzen. Die Verbindung ist als reiner Fuß- und Radweg konzipiert und wurde erst kürzlich saniert. Die Gasse ist eng und nicht für Fahrzeuge gedacht. Zwar weist der Urheber darauf hin, dass die Autos den Versuch abgebrochen hatten und wieder umgekehrt waren. Andere Nutzer bestätigten aber, dass tatsächlich Fahrer diese Route genommen hätten, um die Umleitung zu umgehen.

"Solange keine Beschilderung vorhanden ist, können wir da nichts machen", sagt Polizeihauptkommissar Werner Stopfer von der Dienststelle in Eschenbach dazu. Eine Beschilderung fehlt nämlich bislang an beiden Zugängen zu der Gasse. Bürgermeister Edgar Knobloch machte große Augen, als er den Beitrag sah, er hatte diese Umgehung der Baustelle nicht erwartet. "Anfangs waren hier mal Pfosten geplant, um so etwas zu verhindern. Aus Rücksicht auf die Fahrradfahrer wurden sie dann weggelassen", erklärte er. Ein Beschilderung vonseiten der Alten Pfarrgasse sei bereits beauftragt worden. Denn bereits lange vor der Baustelle hatte ein Autofahrer den Weg benutzt und dabei einen Gartenzaun beschädigt.

Kommentatoren des Facebook-Posts kritisieren dreiste Autofahrer, die beim Spiel- und Schreibwarengeschäft Gradl einfach das kurze Stück bis zum Ende der Baustelle auf den Gehweg fahren. Stopfer informiert dazu, dass dies ein verbotswidriges Befahren eines Gehwegs sei, das geahndet werde. Eine etwas längere Abkürzung führt den Verkehr durch die Pechhofer Straße an den Stadtwerken vorbei. Doch dort werden selbst Baumaßnahmen für die 20 Kilovolt-Leitung vorgenommen, weswegen die Straße bereits seit letzter Woche nur für Anlieger freigegeben ist. Stopfer berichtet, dass die Polizei dort verstärkt kontrollieren werde. Bei einem Verstoß sei mit einem Bußgeld von 20 Euro zu rechnen.

Die Polizei sei bemüht, die Umstände der Baustelle so gut es geht abzumildern. Besonders zu den Hauptverkehrszeiten sei der Verkehr von der Dießfurter Straße in die Neue Amberger Straße in der Nähe der Lagerwache 3 betroffen. Die Polizei werde deshalb dort während der Baumaßnahme immer wieder den Verkehr regeln, um einen Verkehrsfluss von allen Richtungen zu gewährleisten. "Die ersten Maßnahmen sind uns durchaus gelungen", sagt Stopfer.

Lange soll die Behinderung ohnehin nicht mehr dauern: Die ausführende Firma Scharnagl informiert, dass bereits Anfang nächster Woche die Arbeiten abgeschlossen sein sollen. Geplanter Abschluss war ursprünglich Ende September.

An der Dießfurter Straße zur Neuen Amberger Straße kommt es durch die Baustelle vermehrt zu einem Rückstau. Die Polizei wird zu den Hauptverkehrszeiten den Verkehr dort regeln.
Wer hier mit dem Auto durch will, braucht schon Mut. Die Verbindung von Alter Pfarrgasse und Pressather Straße ist sehr eng und nicht für PKW gedacht.
Wer hier mit dem Auto durch will, braucht schon Mut. Die Verbindung von Alter Pfarrgasse und Pressather Straße ist sehr eng und nicht für PKW gedacht.

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