24.11.2019 - 12:35 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Bebauungsplan Max-Reger-Straße in der Warteschleife

Der Wille der Bürger geschehe, heißt es in der Stadtratssitzung. Hintergrund sind Einwendungen von Anliegern gegen eine Bebauung im Bereich der Max-Reger-Straße, wie sich bei einem Bürgergespräch des Bürgermeisters herausstellt

von Robert DotzauerProfil

Lückenschluss und Innenentwicklung: Ein passendes Areal zur Baulandstrategie Innen statt außen entdeckte die Stadt in der Max-Reger-Straße direkt am Lagerzaun. Doch das erste Konzept des Amberger Landschaftsarchitekten Wolfgang Fetsch erweist sich als kompliziert. Über "zu viel verdichtete Bebauung auf kleine Fläche" murren einige Anwohner bei einem Treffen mit Bürgermeister Edgar Knobloch vor Ort. Auf knapp 10.000 Quadratmetern Baulandfläche plante der Architekt unter anderem fünf Doppelhäuser. Insgesamt enthält der Bebauungsplanentwurf 19 Parzellen. Viel zu viel, sagen einige Anwohner. Sie befürchten mit der Verdichtung ein zu starkes Wohnaufkommen und überbordende Betriebsamkeiten.

Eine Kompromissvariante soll die Nachbarn nun friedlicher stimmen. Auftragsgemäß reduzierte der Planer die fünf Doppelhäuser auf nunmehr drei Gebäude mit sechs Doppelhaushälften. Wolfgang Fetsch argumentierte: "Eine angemessene Doppelhaus-Bebauung ermöglicht adäquates Wohnen und verbilligt das Bauen". Gleichzeitig behandelte der Stadtrat die bereits im Rahmen der öffentlichen Auslegung eingegangenen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und der Bürger. Auf 19 Seiten fasste die Verwaltung die zum Teil umfangreichen Hinweise und Einwendungen zusammen. Während sich vier Anlieger mit dem Planungskonzept auseinander setzten und besonders die Bebauungsdichte kritisierten, ging es bei den Stellungnahmen von Behörden vor allem um die planungsrechtliche Beurteilung der städtischen Baulandausweisung.

Empfehlungen des Architekten zu den Einzelfeststellungen unterstützten das Gremium, die meisten Bedenken im Rahmen der Abwägung auszuräumen. Übrig blieb vor allem die Standard-Feststellung der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BIMA). Die Bundesbehörde warnte vor einer Realisierung des Bauleitplanung wegen der unmittelbaren Grenze zum Truppenübungsplatz. Das Bundesamt verwies besonders auf potentielle Konfliktsituationen zu den benachbarten Verteidigungsliegenschaften. "Wir warnen vor einer Entwicklung, bei der die US-Streitkräfte in die Rolle eines Störers gedrängt werden", hieß es in der Begründung.

In der Abwägung sah das Gremium keine Notwendigkeit, dieser Forderung zu entsprechen. "Von langjährigen Anwohnern des Gebiets rund um die Max-Reger-Straße wird die Lage als ruhig beschrieben", argumentierten Verwaltung und Architekt. Mit dem Bebauungsplan nicht anfreunden konnte sich die Fraktion der Linken. Wie bereits beim ersten Aufstellungsbeschluss verkündete Klaus Schmitsdorf und mit Hannes Färber das Nein der Fraktion. "Wir sind generell dagegen, da der Budencharakter der Kleinsthäuser das Baugebiet verschandelt", bemerkte Schmitsdorf und vermutete "versteckte andere Pläne".

Hingegen begrüßte Gerald Morgenstern das Planungskonzept als richtigen Weg zur Innenverdichtung städtischer Brachflächen und lobte das gute Abarbeiten der Einwendungen und Anregungen in der ersten Auslegungsphase. Bereits mit den Hinweisen und Abwägungen ausgestattet, geht die Planung allerdings noch einmal in die erste Runde, da sich wesentliche Grundzüge des Planungskonzeptes änderten, so die Ankündigung des Sitzungsleiters. Bürgermeister Edgar Knobloch kündigte Detailinformationen und Grundstücksangebote im nächsten Stadtanzeiger an.

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