21.04.2021 - 19:07 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Blitzmarathon im Landkreis Neustadt/WN: Wenig Verstöße, aber ein paar Sticheleien

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"Achtung, Autofahrer: Es wird geblitzt", hieß es am Mittwoch. Nach einem Jahr Pause ging der Blitzmarathon über die Bühne. Auch die Polizei Eschenbach kontrollierte. Ein paar stichelnde Autofahrer, einige Anzeigen, so das Resümee.

Ein Blick durch die Laserpistole - Das Gerät zeigt die Geschwindigkeit an und vergrößert die Ansicht.
von Stefan NeidlProfil

Viel zu tun haben die Polizeibeamten der Dienststelle Eschenbach am Nachmittag des Blitzmarathons nicht. Polizeihauptmeister Zawal und Polizeimeisterin Plommer haben ihre Messstelle für die Laserkontrolle um 13.15 Uhr in Dobertshof bei Neustadt am Kulm aufgebaut. Um 15.15 Uhr ziehen sie von dort wieder ab: In den zwei Stunden passieren etwa 50 Verkehrsteilnehmer die Messstelle, nur vereinzelt sind sie zu schnell.

Diesmal wollen sie nur ab einer Übertretung von 20 Kilometern pro Stunde die Fahrer herausziehen. Der Schnellste führ 111 bei erlaubten 100 Kilometern pro Stunde. Dies sollte sich an der Messstelle in Grafenwöhr um 16 Uhr schnell ändern: "Gleich in der ersten viertel Stunde hatten wir zwei Übertretungen." Am Ortsausgang Richtung Amberg bei der Kreuzung zur Creußenwiesen messen sie bei einem Verkehrsteilnehmer 84 anstelle der erlaubten 50. Das bedeutet 160 Euro Geldstrafe, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot für den Fahrer.

Dennoch bleibt es auch hier weiter ruhig. Der Feierabendverkehr des Truppenübungsplatzes rollt vorbei, zu schnell ist sonst kaum einer.

Für Zawal keine Überraschung: "Die Leute sind durch die Ankündigung in den Medien vorgewarnt und wissen Bescheid." Seine Kollegin Plommer bestätigt, dass der Verkehr wegen Corona abgenommen habe und dadurch weniger potenzielle Raser unterwegs sind.

Enttäuscht sind sie deswegen nicht: "Wir sind nicht erfolgreich, wenn wir viele Verstöße ahnden, sondern wenn die Menschen sich an die Geschwindigkeit halten", erklärt Zawal. Er hält den Blitzmarathon für eine sinnvolle Einrichtung: Durch die vermehrten Kontrollen erwische man dennoch mehr Raser. Dies hinterlasse einen größeren Lerneffekt, als die üblichen Kontrollen.

Die Laserpistole erfasst die Fahrzeuge von bis zu einem Kilometer Entfernung und hat einen Vergrößerungseffekt. Dadurch erkennen die Polizisten auch mögliche Maskenverstöße und Handyverbots-Verstöße und ahnden diese.

Dann schlägt das Gerät noch einmal an: Ein Kleinwagen braust mit 74 Kilometern pro Stunde über die Straße. Abzüglich der Toleranz bleiben 71, also 21 Sachen zu schnell. Das bedeutet 1 Punkt und 80 Euro Geldstrafe. Plommer winkt den Fahrer mit der Kelle von der Straße. Er zeigt sich kooperativ und sieht seinen Verstoß ein. Auf Nachfrage ob er denn Verständnis für den Blitzmarathon habe, sagt er ironisch lachend: "Traumhaft." Schiebt dann aber noch ein "Geldmacherei" hinterher. Die Polizisten sind solche Vorwürfe gewohnt.

Bis 17.45 Uhr kontrollieren die Polizisten am Mittwoch in Grafenwöhr. Insgesamt gab es vier Anzeigen mit einem Fahrverbot. Die Polizeiinspektion Weiden hat bis 16.30 Uhr neun Verstöße erfasst, darunter gab es vier Anzeigen. Der Schnellste war mit 92 Kilometern pro Stunde in einer 60er-Zone unterwegs, informieren die Kollegen dort. Die Polizei in Vohenstrauß hat bis zur selben Zeit gegen vier Lastwagenfahrer Anzeige erstattet. Der Schnellste fuhr ebenfalls 92 Kilometer pro Stunde, obwohl für Lkw nur 60 auf Bundesstraßen erlaubt sind.

Polizeihauptmeister Zawal erfasst mit der Laserpistole auf bis zu einem Kilometer Entfernung die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer.
Polizeihauptmeister Zawal und Polizeimeisterin Plommer haben einen Fahrer mit erhöhter Geschwindigkeit erwischt und kontrollieren seine Papiere.

Spektakulärer Einsatz in Weiden

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Blitzmarathon 2021

  • Insgesamt beteiligen sich 1800 Polizisten sowie 50 Bediensteten der kommunalen Verkehrsüberwachung an der bayernweiten Aktion.
  • Von Mittwochmorgen 6 Uhr bis Donnerstagmorgen 6 Uhr messen sie an bis zu 2100 Unfallschwerpunkten die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer. Die Koordination erfolgt über das Verkehrspolizei-Netzwerk "ROADPOL".
  • Hintergrund ist die Eindämmung der Zahl der Verkehrstoten. Allein 147 sind 2020 als Folge erhöhter Geschwindigkeit verstorben.
  • Der letztmalige 24-Stunden-Blitzmarathon war vom 3. bis zum 4. April 2019. Die Bayerische Polizei hatte damals insgesamt 10 821 Geschwindigkeitssünder ertappt, trotz ebenfalls frühzeitig veröffentlichter Messstellen.
  • Trauriger Spitzenreiter‘ war ein 30-jähriger Autofahrer, der auf der Bundesstraße 300 bei Neusäß in Schwaben mit 160 Stundenkilometern anstatt der erlaubten 70 gemessen wurde. 2020 war der Blitzmarathon wegen der Corona-Pandemie ausgefallen.

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