27.09.2019 - 11:04 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Dießfurter Freizeitsee: Die Wogen glätten sich

In der Diskussion um die künftige Nutzung der Seenlandschaft zwischen Dießfurt, Schwarzenbach und Grafenwöhr zeichnet sich Entspannung ab - wenigstens ein bisschen.

Die zukünftige Nutzung des Dießfurter Freizeitsees ist ein heißes Thema. Nun kühlt das Ganze ein bisschen ab.
von Robert DotzauerProfil

Die betroffenen Kommunen und die Bayerischen Staatsforsten bemühen sich um Annäherung, hieß es in der Sitzung des Grafenwöhrer Stadtrates am Donnerstagabend. Den Hoffnungsschimmer für eine Freizeitnutzung der Seenlandschaft Dießfurt nährte Gerald Morgenstern. Der CSU-Mann wusste von „guten“ Gesprächen zwischen Landrat Andreas Meier und den Forstleuten mit einer Neubewertung der Thematik durch die Bayerischen Staatsforsten. „Unsere Proteste haben gefruchtet“, bemerkte Morgenstern.

Dennoch bleibt die künftige Nutzung der riesigen Wasserflächen ein heißes Thema. Nach Beobachtungen des Bürgermeisters vergrämt der Forst mit zahlreichen Nadelstichen den Erholungssuchenden die Zugänge zu den Uferrändern. Ein Vorgehen, das dem Recht der Bürger auf freien Zugang zu öffentlichen Gewässern widerspreche, so der Sitzungsleiter.

Gleichzeitig zog Edgar Knobloch mit Blick auf die Zukunft der Dießfurter Seenlandschaft einen weiteren Trumpf aus dem Ärmel. Der Gemeindechef verwies auf die im Regionalplan Oberpfalz-Nord klar verankerten Grundsätze und Ziele der Raumordnung und Landesplanung, den Bade- und Freizeitsee Dießfurt im westlichen und südlichen Uferbereich vorrangig zur Intensiv- und Aktiverholung weiter zu entwickeln. „Wir bestehen auf diesem touristischen Leuchtturmprojekt“, stellte Knobloch deshalb noch einmal klar und empfahl dem Rat, die vom Forstbetrieb Schnaittenbach beschriebene Folgenutzung abzulehnen.

Im Gegensatz dazu warb Klaus Schmitsdorf für mehr Verständnis für die Denke der Staatsforsten. „Ich halte die geplante Renaturierung der Liegenschaften für sinnvoller“, erklärte der Sprecher der Fraktion der Linken. Schmitsdorf befürchtete zudem bei der Entwicklung der Seenlandschaft eine Konkurrenz zum Grafenwöhrer Waldbad und zu den Bädern in der Region. Sein Kollege Johannes Färber ergänzte: „Was mit der Kiesausbeutung abgeht, geht zu Lasten der Umwelt“. Der Natur ihr Recht wieder zurückzugeben, sei deshalb ein Gebot der Stunde.

Gerald Morgenstern warf daraufhin den Vertretern der Linken sozialistische Vorstellungen vor und betonte, dass das Großprojekt Natur und Erholung in Einklang bringe. Unterstützung bekam Morgenstern von Udo Greim: „Es geht um die gesamte Region und damit um die Attraktivität des Vierstädtedreiecks“. Der 3. Bürgermeister wertete die Weiterentwicklung des Gebietes als überregionales Zentrum für Wassersport, Freizeit und Erholung als großen Zukunftsgewinn.

Jedenfalls gehöre eine vernünftige Regelung zur Nutzung des Areals her, forderte Thomas Schopf. Der FW-Sprecher wünschte sich einen „Runden Tisch“ zwischen den Vertretern der unterschiedlichen Interessengruppen. Mit diesem Vorschlag versprach sich Schopf eine Entkrampfung der Diskussion und ein gemeinsames Konzept zur Folgenutzung. Thomas Schopf bedauerte, dass an den Uferrändern in der Vergangenheit „manche Sauerei“ entstanden sei. Die Reaktion der Bayerischen Staatsforsten sei deshalb nicht verwunderlich. Schopf erinnerte dennoch an den Anspruch der Bevölkerung auf den ungehinderten Zugang zur freien Natur.

Der Beschlussvorschlag von Knobloch lautete ganz im Sinne des FW-Sprechers: „Die Stadt Grafenwöhr erhebt Einwendungen gegen den vorgelegten Abschlussbetriebsplan Quarzsand-Tagebau Dießfurt, da die beschriebene Folgenutzung nicht den Planungen der Stadt und des ILE-Vierstädtedreiecks entspricht.“ Verbunden mit dem Beschluss war die Feststellung, vor weiteren Entscheidungen zur Folgenutzung der Dießfurter Seenlandschaft das Nutzungskonzept der in der „ILE-Gemeinschaft“ vereinigten Gemeinden im Vierstädtedreieck abzuwarten. Dagegen stimmten die Vertreter der Linke-Fraktion.

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