02.10.2018 - 11:55 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Einweihung der sanierten Michaelskirche

Sehr viel Arbeit, Schweiß, durchwachte Nächte und 570.000 Euro stecken im Sanierungsprojekt der evangelischen Michaelskirche. Das Ergebnis: Wunderschön und beeindruckend.

von Renate GradlProfil

Am Sonntag konnten sich die Gläubigen beim Festgottesdienst selbst ein Bild von der Michaelskirche machen. Diese wurde nach einjähriger Bauzeit eingeweiht, Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss aus Regensburg segnete den neuen Altar und den neuen Ambo.

Zum Festgottesdienst ertönten zwei Glocken. Nach dem feierlichen Einzug des Regionalbischofs mit den Pfarrern Dr. André Fischer, Dirk Grafe und Bernhard Müller sowie den Kirchenvorständen sagte Pfarrer Fischer: "Man kann mit allen Sinnen den Gottesdienst feiern. Alles ist frisch. Dies kann man riechen und sehen. Auch die neuen Sitzpolster sind spürbar. Es gibt jetzt auch einen elektrischen Liedanzeiger."

"Ich freue mich sehr. Es sind Gnadengeschenke, wenn man so mit Gotteshäusern umgeht", sagte Regionalbischof Weiss. Mit Pfarrer Grafe feierte ein Grafenwöhrer Urgewächs mit, ebenso Ernst Wilhelm Schiller, der hier in den 1960er Jahren als Pfarrer wirkte. "Ich bin auch froh, dass ein katholischer Pfarrer dabei ist. Die katholische Frömmigkeit hat die gleiche Freude am Herrn", sagte Weiss, der aus Psalm 84 verlas: "Wohl dem, die in deinem Hause wohnen. Sie loben dich immerdar. Herr Gott Zebaoth erhöre unser Gebet."

"Das Gute ist nicht selbstverständlich. Wir meinen, dass wir alles selbst hinbekommen, aber vieles können wir nicht beeinflussen. Aber auch von Menschenhand kann etwas auf den Weg gebracht werden und dafür dürfen wir dankbar sein", sagte der Regionalbischof, der auch auf den 29. September als Patronatstag für die Michaelskirche einging. Der Name des Engels Michael bedeutet: "Wer ist wie Gott?" Diese Frage dürfe sich jeder stellen. Die Antwort: "Jeder von uns, der sich berühren lässt von ihm und in sich aufnimmt." Der Wunsch des Predigers: "Gesegnete Jahre sowie ein gutes Miteinander in der Gemeinde und mit den katholischen Glaubensgeschwistern."

Nach der Weihe von Ambo und Altar sowie dem Abendmahl bedankte sich Pfarrer Fischer bei allen Mitwirkenden und -feiernden. Sein besonderer Dank galt dem Regionalbischof, der innerhalb von sieben Jahren fünfmal in Grafenwöhr war. Nach einem zweieinhalbstündigen Gottesdienst, den der Chor "New Voices" unter Leitung von Walter Thurn umrahmt hatte, kamen viele Grußworte.

"Schee is worn die Michaelskirche", sagte stellvertretender Dekan Pfarrer Dirk Grafe auch im Namen der Kulmregion. Er selbst wurde von Pfarrer Schiller getauft. "Ich kann mich noch erinnern, dass wir den damaligen Altar immer 'Ikea-Altar' nannten", meinte er verschmitzt. Die Sanierung sei ein langes Unterfangen mit Gottesdiensten im Gemeindehaus gewesen. Seine Wünsche: "Die Kirche soll kein Denkmal sein, sondern ein lebendiges Zeugnis des Glaubens. An der Gemeinde liegt es nun, dass sie gefüllt wird."

Herzliche Glück- und Segenswünsche übermittelte Pfarrer Bernhard Müller. Seine Einladung nahm er als ein wunderbares Zeichen der Ökumene an. Im Arbeitskreis "Ökumene" gebe es ein freundschaftliches Miteinander, das mit dem ökumenischen Gebet wächst und Früchte trägt. "Es gibt kaum Unterschiede, wenn ich an die Altarweihe denke, die in Hütten stattfand", meinte Müller. Als Geschenk überreichte er eine Tafel mit Bildern von gemeinsamen Vorträgen, Ausflügen und ökumenischen Gottesdiensten. Das nächste ökumenische Taizégebet wird bereits am 19. Oktober sein. Pfarrer Ernst-Wilhelm Schiller erinnerte sich an seine Zeit in Grafenwöhr, wo es in der Kirche einen knarrenden braunen Holzboden, eine schwarze Kanzel und einen Altar gab, der an der Wand war.

Stellvertretender Landrat Albert Nickl war beeindruckt von der wunderschönen Michaelskirche, die nicht nur Grafenwöhr, sondern die ganze Region bereichere. "Kirchen sind ganz besondere Bauten, die eine besondere Bedeutung für die Gesellschaft haben. Die Kirche soll mit viel Leben erfüllt werden." Pfarrer Fischer freute sich, dass alle drei Bürgermeister von Grafenwöhr die Wiedereinweihung mitfeierten. "Die schöne rote Kirche ist wunderbar geworden", freute sich Stadtoberhaupt Edgar Knobloch. "Sie ist ortsbildprägend und positiv für das Grafenwöhrer Erscheinungsbild. Außerdem hat sie neben dem Rathaus und dem Marktplatz einen besonderen Charakter. Die leuchtende Kirche an der Wache I wird auch den Soldaten stets in Erinnerung bleiben. Die Stadt hat das Sanierungsprojekt gerne unterstützt. Auch bei der Neugestaltung des Umfeldes der Kirche soll an einem Strang gezogen werden."

Architekt Wolfgang Schultes gab einen Überblick über die Sanierungsmaßnahmen und bedankte sich bei den Handwerkern. Pfarrer Fischer erinnerte an Architektin Carola Girisch und an ihren viel zu frühen Tod. Besondere Dankesworte gingen an alle ehrenamtlichen Helfer. Spengler- und Pflasterarbeiten übernahmen Willi Hacker, Werner Hößl und Josef Arnold. Seinen Dank sprach der Pfarrer allen bisherigen Spendern aus. Aber auch in Zukunft wäre jeder Euro, der für die Sanierung der Kirche gespendet wird, Gold wert.

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