Grafenwöhr
21.08.2020 - 13:02 Uhr

Erfolgreiche Rodeo-Reiterin Heike Day aus Grafenwöhr verstorben

Schon als Kind erwachte ihre Liebe zu Tieren. Die Vorliebe zu Pferden wurde in der Jugend zur Passion. Im Rodeo-Reiten war Heike Day sogar Champion. Nun trauert die Familie um die ehemalige Grafenwöhrerin, die mit 49 Jahren verstorben ist.

Heike Day liebte Pferde. Bild: Kathryn Mayes/exb
Heike Day liebte Pferde.

"Ich habe gar nicht gewusst, dass meine Tochter in Amerika so berühmt war", sagt Helga Neidl über ihre Tochter Heike. Nun muss sich die Grafenwöhrerin von ihr aber für immer verabschieden: Heike Day, die in Amerika lebte und am 27. April verstorben ist, wird am Freitag, 21. August, in ihrer alten Heimat Grafenwöhr beigesetzt. Was Helga Neidl bleibt, sind wunderschöne Erinnerungen aus dem Leben ihrer Tochter. "Meine Heike lernte schon früh, sich unter ihren Brüdern Wolfgang, Roland und Stefan zu behaupten. Furchtlos und mutig, wie sie war, konnte sie auch bei Ungerechtigkeiten nicht tatenlos zusehen. Vor allem für hilfsbedürftige Tiere schlug ihr Herz", weiß Helga Neidl.

In der Jugend wurde Heikes Vorliebe für das Reiten beim "Reitclub am Kulm" in Guttenthau, bei der "Green Valley Ranch" in Schwand und bei den Reiterfreunden in Matzlesrieth gefördert. Mit 18 Jahren bekam sie "Frisby", ihr erstes eigenes Pferd. Später war sie Mitglied der "European Rodeo Cowboys Association"(ERCA). In der Rodeo-Vereinigung für Amerikaner und Europäer war sie bekannt für ihren unerschütterlichen Mut, auf den Rücken wilder Pferde zu steigen. Was nicht ausblieb, war schon mal ein gebrochenes Bein. Aber das hinderte die Pferdeliebhaberin nicht daran, weiter an sich zu arbeiten. Und so stellte sich auch der Erfolg beim "Barrel Racing", einem Pferderennen um Tonnen, ziemlich bald ein.

Ihre große Leidenschaft für das Rodeo bescherte Heike Day einige Siege. Sie war 1994 und 2000 Champion; 2001 sogar zweifacher Champion in "Barrel Racing" und in "Rescue Race". 2002 wurde durch harte Arbeit der Traum von einer Pferdefarm in Kansas wahr, wo Day in der "Eastern Kansas Horseman's Association" anerkannte und geschätzte Profitrainerin, Züchterin und Ausbilderin von Western Pferden wurde. Überaus treffsicher war ihre Teilnahme beim "Cowboy Mounted Shooting", wo vom galoppierenden Pferd auf Luftballons geschossen wurde.

Vor drei Jahren zog Heike Day nach Texhoma in Nordwest Texas, um dort weiterhin für "Barrel Racing" zu trainieren. Dort unterstützte die Pferdeliebhaberin Tierschutzorganisationen. Sie päppelte kranke, blinde und verwahrloste Hunde auf und vermittelte sie an gute neue Besitzer. Erst im vergangenen Jahr musste sich Day einer Rückenoperation unterziehen. Aber sie kämpfte sich mit Löwenmut ihre Unabhängigkeit zurück. Von August bis Weihnachten 2019 war auch ihr letzter Besuch daheim in Deutschland. Trotz eigener Schmerzen unterstützte sie ihre Mutter, die auch durch eine OP stark bewegungseingeschränkt ist. Erst vor fünf Monaten feierte die Züchterin ihren Erfolg, als die neue Stute "Cinch" ein gesundes Hengstfohlen zur Welt brachte. Dies sollte ein Grundstein für die weitere Zukunft sein. Am 27. April verstarb Heike Day jedoch in ihrem Wohnort in Texas. Ihre Familie und ein großer Freundeskreis trauern um die ehemalige Grafenwöhrerin, die im Juni 50 Jahre alt geworden wäre. Die Urnenbeisetzung findet am Freitag, 21. August, in ihrer Oberpfälzer Heimat Grafenwöhr statt.

 
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