14.04.2019 - 11:06 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Faszinierende Reise nach Jordanien

Indiana Jones oder Lawrence von Arabien kommen in den Sinn, wenn vom Orient die Rede ist, kaum mehr. Eine Rundreise durch das Ostjordanland bringt mit einzigartigen Landschaften und beeindruckenden Bauwerken etwas Licht ins Dunkel.

von Renate GradlProfil

Eine ökumenische Reisegruppe aus Grafenwöhr, Eschenbach, Pressath, Neustadt am Kulm, Neustadt/Waldnnab, Reuth, Vohenstrauß und Weiden hat jede Menge über Land und Leute von Jordanien - einst und jetzt - erfahren dürfen. Reiseführer und Archäologe Achmad, gebürtig in Amman, erklärte die Stationen religiöser Entwicklung und spannte den Bogen über die Zeit der Landnahme zu Elija, Johannes dem Täufer und Jesus bis hin zur Geschichte der frühen Kirche. Der "oberpfälzische" Reiseleiter war Pfarrer Dr. André Fischer aus Grafenwöhr.

Die biblischen Spuren führt die 25 Reiseteilnehmer zu Beginn ins Jordantal zur Taufstelle Jesu am Ostufer des Jordans. Während der Blick über die Grenze nach Israel reicht, wo gerade ein Taufrythus durchgeführt wird, ist die echte Taufstelle relativ unscheinbar. Doch Papst Johannes II. hat den Ort im Jahr 2000 besucht, genauso wie den biblischen Berg Nebo, wo Moses zum ersten Mal das Gelobte Land erblickt hat. In der griechisch-orthodoxen Georgskirche von Madaba konnte die große Mosaiklandkarte des Heiligen Landes aus byzantinischer Zeit bewundert werden. Immer wieder stößt die Reisegruppe auf wunderbare Mosaiken, die bei den Ausgrabungen zutage kommen.

In der alten Stadt Gadara kann man seinen Blick über die Golanhöhen, Damaskus und dem See Genezareth schweifen lassen. Jarash, das "Pompeji des Nahen Ostens", beeindruckt mit riesigen Säulengängen und mit dem Theater, das zu Beginn des 2. Jahrhunderts nach Christus fertiggestellt wurde. Während der Busfahrten kann die wunderschöne Landschaft Jordaniens mit beeindruckenden Bergmassiven und Wüstenbildern aufgesogen werden. Immer wieder sind Ziegenherden mit Eseln zu sehen. Die Obstplantagen weisen auf eine üppige Vegetation hin. Auch die Windräder mitten in der Wüste stören hier keinen Menschen. Die Bilder werden aber leider durch die Müllberge, die hier überall herumliegen, gestört.

Höhepunkte der Reise sind natürlich der zweitägige Aufenthalt in der Felsenstadt Petra, von der die Erbauungszeit nicht bekannt ist. Die Hauptstadt der Nabatäer florierte ab dem 1. Jahrhundert vor Christus. Reich wurde sie durch den Handel mit Weihrauch, Myrrhe und Gewürzen. 363 nach Christus wurde die Stadt durch ein Erdbeben zerstört. 1812 machte sich der Schweizer Forscher Johannes Burckhardt auf die Suche nach der verlorenen Stadt und Petra wurde berühmt. Die Fassaden wurden aus rosafarbenem Sandstein herausgearbeitet. Es entstanden die wunderbarsten Formationen und in die roten Felsen gemeißelten Gräber. Aus der römischen Besatzungszeit stammen Tempel, ein Theater und Reste einer säulengeschmückten Prachtstraße. An beiden Wänden des Siq, einer schmalen Schlucht, verlaufen Wasserkanäle. Schon während des kilometerlangen Weges kann man nur noch staunen. Fasziniert ist man am Ende des Siq, beim 40 Meter hohen Schatzhaus (Al Khazna). Cheryl Frank, eine Reiseteilnehmerin aus Neustadt am Kulm, hatte ihr Buch von Marguerite van Geldermalsen dabei, in der sie ihre Ehe mit einem Beduinen beschreibt. "Ich wollte das Buch von der Autorin signieren lassen, da sie jeweils einige Monate im Jahr in Petra lebt", so Frank. Allerdings traf sie nur den Sohn der Autorin an.

Als "Highlight" der Reise bezeichneten einige der Reiseteilnehmer die Bergwanderung in Petra am nächsten Tag. Diese war zwar höchst anstrengend, aber wunderschön. Bevor Pfarrer Fischer die Andacht auf dem Berg hielt, wurde der Atem angehalten und nur der Natur gelauscht. Auf etwa 1100 Meter Höhe angekommen, waren die Oberpfälzer dem Himmel ein gutes Stück näher.

Weitere Stationen waren in Al Karak bei einer Kreuzritterburg und natürlich Amman, die Hauptstadt des Königreichs. Dort wurden die Zitadelle mit ihrer Ausgrabungsstätte und das römische Theater besucht. Achmad berichtete von den Freitagsdemonstrationen, die in Amman ständig stattfinden. Statt kulturelle Veranstaltungen fordern die Bürger lieber eine vernünftige Infrastruktur. Die wichtigste Aussage des Reiseleiters war diese: "Helmut Schmidt hat damals die deutsch-jordanischen Beziehungen gepflegt, als er Bundeskanzler war. Die Deutschen werden hier akzeptiert." Jordanien ist zwar umgeben von den Krisengebieten Israel, Irak und Syrien. Aber Jordanien selbst ist ein sicheres Land. Immer wieder kann man hier die Touristenpolizei entdecken, besonders in Petra.

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