10.06.2019 - 09:52 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

"Für andere schmackhaft sein"

Nach Jahren war es wieder soweit: Der ökumenische Pfingstgottesdienst konnte wieder auf dem Schönberg gefeiert werden. Heuer gab es erstmals auch ein Agapemahl.

Einen ökumenischen Pfingstgottesdienst zelebrieren Pfarrer Bernhard Müller (von rechts) und Pfarrer Andrè Fischer auf dem Schönberg.
von Renate GradlProfil

Pfarrer Bernhard Müller begrüßte zahlreiche Gläubige beider Konfessionen auf dem Schönberg. Zusammen mit seinem evangelischen Amtsbruder Pfarrer André Fischer und dem Arbeitskreis "Ökumene" wurde der ökumenische Gottesdienst gefeiert.

In seiner Predigt ging es bei Pfarrer Fischer um den Weinstock und seine Reben. Die momentan üppig blühende Natur ist wunderschön. Aber wenn Blumen oder blühende Zweige abgeschnitten werden, verwelken sie schnell. So könne ein Kirschzweig keine Früchte mehr hervorbringen, weil der Lebenssaft des Baumes nicht mehr durch ihn strömen kann.

"Das gleiche Bild gebraucht Jesus im Evangelium für die Menschen. Jesus sagt, ,Du hast die Wahl: Als Christ ein blühender Zweig zu sein, an dem jeder seine Freude hat und der Früchte trägt, oder ein verdorrter Zweig zu sein, der zu nichts mehr nütze ist, den man abschneidet und wegwirft.' Der Unterschied liegt darin, ob ein Mensch mit Christus verbunden ist oder nicht", so Pfarrer Fischer.

"Das Bild vom Weinstock und den Rebzweigen lässt uns an Menschen in unserem Leben erinnern, wo es eine Freude ist, mit ihnen zusammen zu sein", erklärte der Seelsorger. Dies seien Menschen, die mit ihrer liebenswürdigen Art andere ermutigen und ihnen das Leben leichter machen. Es seien Menschen, in denen der Geist Jesu lebendig ist. Pfarrer Fischer erinnerte dabei an Mutter Theresa, die lebte, was sie einmal gesagt hat. "Ein Mensch muss glücklicher von dir weggehen, als er gekommen ist."

Jesus vergleicht Menschen mit der Rebe. Eine Beere muss schmecken und eine gewisse Süße haben. Das Ziel eines Christen kann darum nur heißen: "Meine Nähe muss als angenehm und einladend erfahren werden und du musst für die anderen schmackhaft sein." Als Erklärung fügte der Pfarrer hinzu: "Christen mit einem griesgrämigen und verbissenen Gesicht, denen ihr Christsein mehr Pflicht als Freude ist, werden es kaum schaffen, anderen etwas von der frohen Botschaft vermitteln zu können, aus der sie angeblich leben." Den Lebnsstrom der Liebe Gottes müsse man immer wieder in sich einlassen. Jesus sagt: "Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen." Es ist der Lebensstrom der Liebe Gottes, der uns Energie, Kraft und Nahrung für die Seele gibt.

Pfingsten ist das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes, der nichts anderes ist, als Lebensstrom der Liebe Gottes. Ohne den Heiligen Geist hätte das Christentum und die Kirche nicht geschafft, den Glauben an den Weinstock Jesus Christus durch die Jahrhunderte hindurch weiterzugeben. "Das ist auch unsere Aufgabe als Christen. Einige Beispiele von den Werken der Liebe und der Früchte nannte Fischer: sich um eine Freundin kümmern, wenn sie krank

ist, zu helfen, wenn Not am Mann ist und für soziale Zwecke zu spenden. Hier würde der Geist der Liebe wehen und Christen erkennbar werden, auch im Hinblick auf die Ökumene. Katholiken und Evangelische hängen alle am gleichen Weinstock Jesus Christus.

Gemeinsam wurde das Agapemahl mit Brot und Weintrauben gefeiert und dabei der Friedensgruß gesprochen. Die Fürbitten wurden vom Arbeitskreis "Ökumene" vorgetragen. Gemeinsam wurde gesungen: "Komm Heil'ger Geist mit deiner Kraft, die uns verbindet und Leben schafft". Der Evangelische Posaunenchor aus Neustadt am Kulm hat dazu unter der Leitung von Karin Müller-Bayer gespielt. Nach dem Segen kamen die Gläubigen bei Wein und Gebäck ins Gespräch.

Ökumenischer Pfingstgottesdienst mit Agapemahl auf dem Schönberg.
Der Evangelische Posaunenchor aus Neustadt am Kulm umrahmt den ökumenischen Pfingstgottesdienst musikalisch.
Der Evangelische Posaunenchor aus Neustadt am Kulm umrahmt den ökumenischen Pfingstgottesdienst musikalisch.

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