16.05.2018 - 20:10 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Jahreshauptversammlung der Siedlergemeinschaft Grafenwöhr Für Ernstfall gerüstet

Jahreshauptversammlung der Siedlergemeinschaft Grafenwöhr: Vortrag über neues Pflegegesetz

Als Dank für seinen Vortrag überreicht Vorsitzender Willi Dötsch (rechts) Wolfgang Hahn ein kleines Präsent. Bild: exb
von Wilhelm Dötsch Kontakt Profil

Mit einem ausführlichen Vortrag beleuchtete Wolfgang Hahn aus Amberg in der Jahreshauptversammlung der Siedlergemeinschaft St. Wolfgang das Thema "Neues Pflegegesetz". Der Referent des Verbands Wohneigentum zeigte dabei auf, worauf bei Pflegebedürftigkeit besonders zu achten ist.

Hahn wies darauf hin, dass jeder von einem Fall eingeschränkter Alltagskompetenz in der Familie betroffen sein kann. Wer Hilfe in Anspruch nimmt, kann sich auf das zum 1. Januar 2017 gültige Pflegestärkungsgesetz berufen, das statt der bisher drei Pflegestufen jetzt fünf Pflegegrade aufweist. Dieses erweist sich als Loslösung von rein körperlich bezogenen Problemen und stellt Demenzerkrankungen in den Vordergrund. Um ein sachgerechtes Ergebnis zu erzielen, steht zunächst eine Begutachtung an. "Darauf sollten Sie vorbereitet sein und im Vorfeld Hilfestellungen auflisten. Wichtig ist es auch, die zu begutachtende Person nie mit dem Gutachter alleine zu lassen", empfahl er. Denn der Gutachter hat in etwa 45 Minuten ein schriftliches Werk über 16 Seiten zu erstellen und maximal 100 Punkte zu vergeben.

Diese setzen sich zusammen aus Mobilität (Treppensteigen, Stürze), kommunikative Fähigkeiten, Selbstversorgung (körperbezogene Möglichkeiten, Zustände schildern), medizinische Indikation (Medikamenteneinnahme, Arztbesuche) und Selbstbestimmung (geistige Beteiligung). Mindestens 27 Punkte sind notwendig, um Pflegegrad 2 zu erreichen; 47,5 für Pflegegrad 3. "Eine Einstufung hat enorme Tragweite, denn sie ist mit finanzieller Unterstützung verbunden. So gibt es für Grad 2 316 Euro, für Grad 3 bereits 545 Euro." Von Vorteil wäre es auch, Aussagen über den geistigen Bereich durch medizinische Gutachten unterstützen zu können.

Hahn klärte auch darüber auf, dass bei fünf mal zehn Stunden Pflege daheim pro Woche eine Einzahlung in die Rentenkasse zur Folge hat. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Pflegesachleistungen in Anspruch zu nehmen. Für den Ausbau zu einer behindertengerechten Wohnung gibt es bis zu 4000 Euro von der Pflegekasse. Hahn sprach auch den Schwerbehindertenausweis durch das Versorgungsamt an. Mit dem Merkzeichen "G" für "Gehbehinderung" könnten öffentliche Verkehrsmittel gratis genutzt werden, beim Merkzeichen "H" (Hilflosigkeit) steht ein Steuerfreibetrag von 3000 Euro zu, und beim Merkzeichen "BL" (Blind) ein Blindenpflegegeld von 590 Euro monatlich.

Am Ende wies der Referent auf den "Wegweiser für Menschen mit Behinderung" hin, der in Rathäusern oder dem Landratsamt aufliegen sollte. Hahn ist jeden zweiten Mittwoch bei der Bezirksgeschäftsstelle in Weiden zur kostenlosen Beratung anwesend. Termine können unter Telefon 0961/482880 vereinbart werden.

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